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Review: Perzonal War
 
WHEN TIMES TURN RED

Album:
 WHEN TIMES TURN RED, 2005, AFM

Stil:
 Thrash Metal

Wertung:
 4,5 von 7
4,5 von 7 Punkten
 M.K., 18.02.2007

Review:
 WHEN TIMES TURN RED nennt sich der 2005er Output der Bonner Thrasher Perzonal War. Das rote Cover fällt auf jedem Fall auf, kann das der Musik der Band auch gelingen? Mal sehen.

Mit dem Titelsong, also "When Times turn Red", legt die Band schon mal gut los. Anfangs dominiert eine leicht arabisch anmutende Gitarre, ab und zu unterbrochen von einem sich aufbauenden Riff. Dieser setzt sich (zum Glück) durch, und ein astreiner Thrash-Song beginnt nun, größtenteils im Up Tempo-Bereich gespielt. Trotzdem bleibt Zeit für Breakdowns und an den Metalcore erinnernde Mosh-Parts. Sänger Matthias Zimmer präsentiert sich mit einer klaren, mit aggressivem Unterton versehenen Stimme, die gut zur Musik passt. Zum Ende hin wird noch mal ordentlich die Mosh-Keule geschwungen, und Perzonal War beendet einen guten Einstand.
Das folgende Stück nennt sich "In Flames", hat jedoch mit der gleichnamigen Melodic Death Metal-Band nicht viel am Hut. Perzonal War setzen hier lieber auf eine eigene Note und rocken schön nach geradeaus. In den Strophen kann mich der Gesang jedoch nicht ganz überzeugen, hört sich oftmals abgewürgt an. Dafür gibt es ein wunderbares Gitarrensolo, an dem es absolut nichts zu meckern gibt. Herrlich. Mit einem weiteren, doppelläufigen Solo endet der Song dann nach guten 5 Minuten auch.
"For the last Time" startet sofort auf der Überholspur durch und kann durch den exzessiven Einsatz der Double Bass glänzen. Aber auch der Riff ist nicht wirklich langsamer, dies passiert erst in den Strophen. Der Gesang ist hier sehr Old School und klar gehalten, kommt dazu noch zweistimmig aus den Boxen. Das Gitarrensolo passt sich dem gesamten Tempo des Songs an, ebenfalls schön gespielt. Nach dreieinhalb Minuten ist jedoch Schluss mit Geballer, und ein kurzes Klavier-Outro schließt sich an.
Etwas gemächlicher geht es nun mit dem Standard-Rocker von "The Unbeliever" weiter. Meiner Meinung nach ein Füller, Songs wie diesen (vor allem den Riff) hat man schon mehr als oft genug gehört. Die Gesangslinie im Refrain kann jedoch überzeugen, rettet das Lied jedoch ebenso wenig wie das Gitarrensolo aus dem Mittelmaß.
Geschwindigkeitstechnisch stellt das nachfolgende "My Conspiracy" eine Steigerung dar, denn auch hier werden schnelle Riffs und ordentlich Double Bass aus den Boxen geballert. Im Refrain kommt eine etwas nervige, Iron-Maiden-auf-Valium-mäßige Gitarrenmelodie zur Verwendung, bis Perzonal War auf einmal mit einer Spoken Word-Passage überraschen. Der klare Gesang kann in "My Conspiracy" auf ganzer Linie überzeugen, songwritingtechnisch bekommt man hier einen guten Mix aus neueren und älterem Thrash Metal mit doppelläufigen Gitarrensolos geboten. Ordentliches Stück Musik mit einem arabisch anmutenden Outro, welches an den Beginn des Albums erinnert.
"New Age" läutet die zweite Hälfte von WHEN TIMES TURN RED ein und beginnt mit einer langsamen Gitarrenmelodie, bevor das druckvolle Schlagzeug dazwischenfunkt und einen Mid Tempo-Song einläutet. Der Riff in den Strophen erinnert anfangs an Nu Metal-Bands wie Korn, während die Vocals mich etwas an Dave Mustaine erinnern. Dies gilt natürlich nicht für den Refrain, wo wieder mal der klare Gesang regiert. Hört sich gut an. In der zweiten Hälfte des Songs erinnert mich eine Passage ein kleines bisschen an Meshuggah, gefolgt von guten Gitarrensoli, die sich nicht in die Quere kommen. Krude Mischung, aber es passt. Wunderbar.
Das nachfolgende "Frozen Image" lässt sich mit "The Unbeliever" vergleichen. Hat man halt schon öfters gehört, auch, wenn der Riff eine leichte Black Metal-Melodie verfolgt. Ansonsten erinnern die Vocals wieder an Mustaine in den Strophen, im Refrain wiederum nicht. Grauenhaft hier: Das "Ooohooohoooo" im Hintergrund. Hilfe. Wenn man schon arabische Elemente auf dem Album einbaut, hätte man dann nicht den Bonner Muezzin als Gastsänger verpflichten können? Da hätte sich das wohl etwas besser angehört, hehe. Das Gitarrensolo macht diesen Fauxpas jedoch wieder vergessen, im Endeffekt bleibt "Frozen Image" jedoch die bisher zweite graue Maus des Albums.
Ein schwerer Riff leitet "5 more Days" ein, und es wird zum Kopfnicken eingeladen. Das Songwriting der Strophen stellt sich als modern heraus, der Gesang wird z.B. mit Effekten unterlegt. Der Refrain hört sich an wie der von "All we are" von Warlock. Sicherlich kein Vorteil. Dafür kann die Bridge überzeugen, die Gesangslinie ist nicht übel. Überzeugend ist das richtige Stichwort für das Gitarrensolo, denn dieses gefällt auch, hätte jedoch ruhig etwas länger ausfallen können.
Mit "Hope dies last" folgt der längste Song auf WHEN TIMES TURN RED. Die sechseinhalb Minuten werden von Regen, Gewitter und diesem wohlbekannten Radio-Effekt eingeläutet. Das abgehackte Riffing nervt jedoch extrem. Der balladeske Beginn kann jedoch ansonsten überzeugen, vor allem der kraftvolle Refrain und der Einsatz des Klaviers. Nach gut 3 Minuten kommt die Band mit einem schon fast Manowar-artigen Einsatz hinter dem Effektgerät hervor und post erst mal ordentlich mit einem kurzen Solo. Weiter geht es mit dieser Power-Ballade, in der selbst die Double Bass ihren Platz findet. Der Choreinsatz im Refrain erinnert schon fast an Queen und ist doch etwas sehr übertrieben kitschig. So ein gescheiter Beginn und dann so was. Daumen runter.
Das nachfolgende "Inferno" ist mit 2:45 Minuten der kürzeste, schnellste und letzte Song auf dem Album. Hier wird noch mal ordentlich geballert und aufs Gaspedal getreten. In der Mitte des Songs wird das Tempo kurzzeitig gedrosselt und für einen modern klingenden Riff zurecht gestutzt. Dann geht es unverhohlen schnell weiter, und im Chaos versinkend endet WHEN TIMES TURN RED.

Fazit: Nun ja, WHEN TIMES TURN RED ist sicherlich ein ordentliches Album, hat jedoch Höhen und Tiefen zu verzeichnen. Die Höhen stehen unter "Tipp", die Tiefen sind das unfassbar kitschige "Hope dies last" sowie die ausgelutschten 08/15-Songs "The Unbeliever" und "Frozen Image". Der Rest liegt irgendwo dazwischen. Die Produktion hätte ebenfalls etwas mehr Druck verkraftet. Trockene Produktion ist ja schön und gut, aber bitte nicht furztrocken.
Vom Songwriting-Aspekt gefällt mir WHEN TIMES TURN RED gut. Perzonal War versuchen hier auf hohem Niveau, den Thrash Metal der alten Schule mit der modernen Spielweise zu verbinden. Auch vor Stilmitteln des Metalcore wird nicht zurück geschreckt. Da gibt es nix zu meckern, selbiges ist über die musikalischen Fähigkeiten der Band zu sagen.
Wie gesagt, ein ordentliches Album mit etwas fadem Beigeschmack.

Tipp:
 "New Ages", "My Conspiracy", "For the last Time" und "In Flames" wissen zu überzeugen.

Titel-Liste:
 
  1. When Times turn Red
  2. In Flames
  3. For the last Time
  4. The Unbeliever
  5. My Conspiracy
  6. New Age
  7. Frozen Image
  8. 5 more Days
  9. Hope dies last
  10. Inferno

Laufzeit:
 46:43 Min.

Band-Infos:
 
  • www.perzonalwar.de 


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