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Review: Powerman 5000
 
DESTROY WHAT YOU ENJOY

Album:
 DESTROY WHAT YOU ENJOY, 2006, DRT

Stil:
 Nu Rock / Rock 'n' Roll

Wertung:
 5,5 von 7
5,5 von 7 Punkten
 M.K., 30.01.2007

Review:
 Powerman 5000 aus dem amerikanischen Boston schicken mit DESTROY WHAT YOU ENJOY ihr sechstes Album über den großen Teich, und schlußendlich landet es bei mir auf dem Schreibtisch, um vor sich hin zu rocken. Wie sich das anhört? Steht genau hier:

Los geht es mit dem kurzen Intro "Construction of the Masses Pt. 1", indem die Bandmitglieder erwähnt werden und im Hintergrund eine Orgel oder sowas vor sich hindudelt. Dann gehts weiter mit dem Titelsong, welcher sich als modern rockender Metal-Song mit einem Refrain zum Mitnicken entpuppt. Gerade im Refrain hört man deutlich, dass Sänger Spider One der kleine Bruder von Rob Zombie ist. Stimmlich auf jeden Fall Ähnlichkeit vorhanden, musikalisch eher weniger. Bis auf die Ohrwurmgarantie, und die gibt's bei "Destroy what you enjoy" in jedem Fall.
Der dritte Song nennt sich "Return to the City of the Damned" und ist musikalisch irgendwie zwischen rotzigem Punkrock und krachenden Nu Rock mit einer Prise Southern Rock anzuordnen. Vor allem der recht kurze Refrain erinnert an so manche Mitgröhl-Punk-Songs, auch ein Flair von Murderdolls kommt auf. Sehr schön zu hören ist hier der scheppernde Bass im Hintergrund. Alles in allem jedoch nicht das Nonplusultra. Mit "Wild World" wird die erste Single hinterhergeschoben, welche sich ebenfalls im Punk-Sektor aufhält. Auch hier ist Ohrwurmgefahr im Verzug, ab und an wird man an Bands wie Green Day oder Clash erinnert.
Mit "Enemies" steht der nächste Hybrid aus modernen Rotzrock und Punk-Attitüde an, eingeleitet von einem Riff, der etwas an "Anarchy In The UK" von den Sex Pistols erinnert, wie der ganze Song übrigens. Jop, man hätte Sid Vicious mit diesem Song sicherlich glücklich gemacht. Simpel und kompromisslos wird hier gepunkt, garniert mit einem kurzen Gitarrensolo. Mit knapp zweieinhalb Minuten passt auch die Zeit zum Song, und weiter geht es mit "Murder", welches an den Nu Rock der Band in ihrer Anfangszeit erinnert. Fast schon geniales Songwriting mit verdammt hohem Groovefaktor wird hier geboten, vor allem die Gitarrenarbeit von Johnny Rock und Terry Corso (ehemals bei Alien Ant Farm aktiv) ist hier hervorzuheben. Ganz großer Song.
"Now that's Rock 'N Roll" wird von einigen gesprochenen Wörtern eingeleitet, bis auch hier die (Nu) Rock-Keule ausgepackt wird, während Spider One gesanglich wieder ganz nah am großen Bruder, Mr. Zombie himself, liegt. Allerdings ist dies kein Nachteil, Spider zeigt sich in diesem Song mehr von seiner variablen Seite. Der Song wird seinem Namen gerecht, Powerman 5000 präsentieren hier modernen Rock 'N Roll, wie er im Jahre 2007 zu klingen hat, mit Kopfnick-, Mitsing-, und Groove-Garantie. Wer sich hierzu nicht irgendwie bewegt, bei dem läuft irgendwas verdammt falsch.
Weiter geht's mit "All my Friends are Ghosts", welches mit einem eher langweiligen, schwerfälligen Standard-Riff aufwartet, Spider One kann auch nur im Refrain gefallen. Meiner Meinung nach ein eher unnötiger Lückenfüller ohne nennenswertes Highlight, welcher in den Strophen etwas an Marilyn Manson erinnert.
"Walking Disaster" kommt da schon motivierter und treibender aus den Boxen geschossen und beinhaltet einige nette Mitsingparts im Refrain, welcher an Die Toten Hosen erinnern. Der Song an sich befindet sich in einer Melange aus Rock 'N Roll und Punk, wobei der Punk leicht vorne liegt. Kommt auch mit einem netten Gitarrensolo daher, gefolgt von einem dieser typischen Mitklatsch-Parts, dominiert von Bass und Drums.
Mittelprächtiger Song. "Who do you think you are" weiß da schon mehr zu gefallen, gerade durch den anderen Songaufbau. Spider One hört sich hier an wie eine Mischung aus Marilyn Manson und Jonathan Davis (Korn), während im Refrain wieder die Verwandschaft mit Rob Zombie durchkommt. Komische Mischung, aber es passt. Musikalisch im Mid-Tempo gehalten, außerdem wird viel mit Effekten gearbeitet, eine willkommene Abwechslung. Nettes Lied. Gefolgt wird mit dem zweiten Teil von "Construction of the Masses", diesmal mit einer Kirchen-Atmosphäre im Hintergrund, während Ali G.-mäßig rumgerappt wird. Nun drehen Powerman 5000 mal voll am Rad, denn "Miss America" entpuppt sich als lupenreiner Countrysong. Erinnert mich persönlich an Lucky Luke. Musikalisch dennoch hörenswert, zumindest für das ein oder andere augenzwinkernde Lächeln zu gebrauchen.
Melancholische Grundstimmung, trotzdem funny. "My Miss America, it's gone…"
Entlassen wird man mit einer Live-Version von "Heroes and Villains", wo ordentlich gerifft wird, tempomäßig schneller als die meisten Songs auf DESTROY WHAT YOU ENJOY. Und ein Wunsch meinerseits, der während des Reviews aufkam, wird noch einmal gefestigt…ich will diese Band unbedingt live sehen!

Fazit: Powerman 5000 sind irgendwo mit Papa Roach vergleichbar. Beide Bands schafften auf ihren Weg den Absprung vom sinkenden Nu Metal-Schiff (und dessen Auswüchsen) und konnten sich mit ihrem jeweiligen Stil durchsetzen. Zwar sind Papa Roach momentan kommerziell erfolgreicher, dafür rocken Powerman 5000 wie Sau und präsentieren mit DESTROY WHAT YOU ENJOY eine gute Mischung aus Nu Rock, Punk und modernem Rock 'N Roll, garniert mit einer Menge Groove. Groove, der Rob Zombie schon länger abhanden gekommen ist...

Tipp:
 "Murder" ist definitiv das Highlight des Albums, auch "Heroes and Villains" in der Live-Version macht ordentlich Druck. "Enemies" bietet dafür Punkrock der alten Schule, verpackt mit gescheiter Produktion.

Titel-Liste:
 
  1. Construction of the Masses Pt. 1
  2. Destroy what you enjoy
  3. Return to the City of the Dead
  4. Wild World
  5. Enemies
  6. Murder
  7. Now that's Rock 'N Roll
  8. All my Friends are Ghosts
  9. Walking Disaster
  10. Who do you think you are?
  11. Construction of the Masses Pt. 2
  12. Miss America
  13. Heroes and Villains (Live)

Laufzeit:
 38:33 Min.

Band-Infos:
 
  • www.powerman5000.com 


  •  
     
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