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Review: Primal Fear
 
SEVEN SEALS

Album:
 SEVEN SEALS, 2005, Nuclear Blast

Stil:
 Heavy Metal, Power Metal

Wertung:
 7 von 7
7 von 7 Punkten
 J.G., 13.11.2005

Review:
 Langsam wird es langweilig. Nur weil zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Debüts von Primal Fear deutliche Parallelen zu Judas Priest erkennbar waren, sollte endlich Schluss sein mit den ewigen Vergleichen. Die guten Zeiten der britischen Kult-Metaller mit Alben wie PAINKILLER sind wohl vorbei. ANGEL OF RETRIBUTION wird da nichts dran ändern oder gar wiederbeleben.

Jetzt geht es um das mittlerweile sechste Album der Jungs aus Esslingen. Hat man sich bei BLACK SUN besonders auf griffige Riffs verlassen und bei DEVIL'S PLAYGROUND durchaus ein Fable für Melodik an den Tag gelegt, so spielt das aktuelle SEVEN SEALS eindeutig in einer anderen Liga.

Man hat musikalisch evolutionäre Wege bestritten und trotzdem klingt es noch eindeutig nach den "guten alten Primal Fear". Hauptsächlich verantwortlich dafür ist Kreativling, Co-Produzent und Bassist der Truppe, Mat Sinner, aber auch das feine Gespür von Charlie Bauerfeind hat sicherlich nichts geschadet.

Schon der Opener "Demons and Angels" zeigt die Marschrichtung an. Orchestrale Unterstützung per Keyboard liefert den modernen und raumfüllenden Anstrich. Trotzdem geht es voll zur Sache und wieder zeigt sich, warum bei echtem Metal eigentlich immer zwei Gitarristen nötig sind.

"Rollercoaster" bietet Headbanger-Atmosphäre nach typischer Power Metal Manier alá Primal Fear. Ein treibender Rhythmus, fetzige Gitarren, eingängige Refrains zeichnen den Song aus.

Das Titelstück "Seven Seals" ist ein hymnisches Meisterwerk. Was zuerst etwas düster erscheint, entpuppt sich spätestens beim Refrain als wahrer Gigant. Eines der bis dato besten Songs der Schwaben überhaupt.

Etwas Glockenspiel, Gitarren, Chöre und ein extrem tiefer Drum-Beat leiten den richtigen Power-Kracher "Evil Spell" ein. Diesmal ist nicht nur die Rhythmusabteilung voll gefordert, auch die Gitarren dürfen bis hin zu einigen thrashigen Passagen zeigen, was sie drauf haben. Ich sage nur die Soli nach ca. dreieinhalb Minuten!

"The immortal ones" quillt vom ersten Ton an richtig voll fett aus den Lautsprecher-Boxen. Die Riffs und der Refrain bleiben sofort im Ohr kleben. So etwas bin ich eigentlich eher von Grave Digger gewohnt.

Der fast acht Minuten lange Song "Diabolus" ist ein weiteres Highlight und dazu ein kleines episches Sahnestückchen. Da heißt es nur Augen zu, Ohren auf und träumen...

Noch ganz eingelullt vom Vorgänger, beginnt "All for one" ziemlich sanft - zumindest eine Minute lang. Dann holen einen Ralfs Stimme und die Gitarren zurück auf den Power Metal Boden.

"Carniwar" schlägt etwas aus der Art. Es ist nicht typisch für Primal Fear. Force of Evil-Fans sind bestimmt begeistert. Ich muss mir das Stück vielleicht noch öfter anhören.

Bevor sich die reguläre Scheibe langsam dem Ende nähert, haben die Jungs offenbar bei "Question of Honour" noch mal beschlossen, alles was tierisch gut klingt, hinein zu packen. Mir ist der Song fast schon zu ausufernd.

Zur Freude aller "Kuscheltiere" handelt es sich bei "In Memory" um eine waschechte Ballade. Keine Angst, auch nach mehreren Durchläufen muss man noch keinen Becher fürs Schmalz unter die Ohren stellen.

Stolze Besitzer der Limited Version dürfen sich noch an zwei weiteren granatenstarken Tracks "The Union" und "Higher Power" erfreuen.

Fazit: Nach dem ersten Durchlauf war ich sprachlos, nach dem dritten Durchlauf war ich begeistert, nach dem fünften Durchlauf wurde ich süchtig. Lechtz, hechel...

Tipp:
 Hier ist der Beweis, dass man sich musikalisch weiter entwickeln kann und trotzdem seinen Prinzipien und Tugenden treu bleibt. Nicht nur Fans sollten hier zugreifen.

Titel-Liste:
 
  1. Demons and Angels
  2. Rollercoaster
  3. Seven Seals
  4. Evil Spell
  5. The immortal ones
  6. Diabolus
  7. All for one
  8. Carniwar
  9. Question of Honour
  10. In Memory
    - Bonus Tracks -
  11. The Union
  12. Higher Power

Laufzeit:
 64:10 Min.


 
 
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