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Review: Suzi Quatro |
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Album:
| | BACK TO THE DRIVE, 2005, EMI |
Stil:
Wertung:
| |  2 von 7 Punkten | | J.G. 17.03.2006 |
Review:
| | Es mag für einen Künstler wohl viele Gründe geben, 27 Jahre nach dem letzten Album an "alte Zeiten" anknüpfen zu wollen, sei es Geldmangel, Selbstbeweis oder einfach der Einfall eines Marketing-Fuzzies. Es gibt auch sicherlich 55 Jährige die in engen Jeans oder knackigen Lederklamotten weniger hermachen als Suzi. Aber ich frage mich schon, ob man hier nicht versucht, Königs-Pinguine aus der Antarktis in der Sahara anzusiedeln.
Nun gut, vergessen wir mal kurz unsere Vorurteile und versuchen die Erwartungen nicht ins Unendliche hochzuschrauben.
Es erwarten uns elf Songs aus der Feder von Suzi Quatro, Mike Chapman, Andy Scott, Steve Grant, Shirlie Roden u.a. und eine Cover von Neil Young.
Der Start ist fulminant und man beginnt schon zu hoffen, dass sich Suzi Q nicht nur verbal mit einem "I'm back" zu Beginn des Openers "Back to the Drive" zurück meldet, sondern auch musikalisch. Fetzige Gitarrenriffs ganz auf die 70er getrimmt, unterstützt durch rockigen Rhythmus und eine Suzi-Röhre, der man kaum die 26 Jahre Abstinenz anmerkt, machen mächtig Laune. Die Bläser halten sich wohltuend zurück und wenn es auch kaum möglich ist bei der heutigen Qualitätsware, eine Gitarre so klingen zu lassen, wie vor 30 Jahren, ist die Annäherung ziemlich gelungen.
Nach viereinhalb Minuten ist der Retro-Spuk dann aber auch schon vorbei und mit "15 Minutes of Fame" holt einen der Pop-Gaul allzu schnell ein. Das, was am Anfang noch an The Hooters erinnert verdirbt letztlich eine übertrieben verzerrte Computer-like-Stimme von Suzi. Nein, der eingängige Refrain reist auch nichts mehr raus.
Indische Klänge leiten den Song "Duality" ein, der dann letztendlich in die irische Folkrichtung abbiegt - wie passend?!? Deutlich weichgespülter als die beiden Vorgänger verliert er sich in Belanglosigkeiten.
"I don't go gentle" wäre sicherlich ein schönes Rock'n'Roll-Liedchen geworden. Die Big-Band-Einflüsse verderben jedoch gehörig die Laune und so ist dies kein Nachfolger vom legendären "Devil Gate Drive" - schade.
"I'll walk through the Fire with you" ist wohl mehr als unpassend. Zahnlos, altersschwach, blass und als ver-Pop-ter Einheitsbrei bleibt außer Schmalz im Ohr nur ein fahler Beigeschmack auf der Zunge. Suzi Q where are you?
Wenigstens schafft es "Wasted Moments" mich kurzfristig aus der Mecker- und Frustecke zu vertreiben. Zumindest sind ein paar mickrige Rock-Elemente zu erkennen - aber so richtig zündet hier nur mein Feuerzeug. "Wasted Moments" - nein ich sage "Wasted Time"!
Zu groß war die vorangegangene Qual, als dass ich bei der rockigen Cover-Version "Rockin' in the free World" noch richtig freudig mitwippen könnte. Wo sind die Zeiten von Sweet-like "48 Crash" oder "The wild one"? Blöde Frage, die Zeiten sind seit 32 Jahren Geschichte!
Was wie eine Ballade beginnt: "No Choice" - (Hilfe, ich bin doch schon fast eingeschlafen) erreicht nicht mal mehr das Niveau eines "The Race is on".
Und nicht genug, wird gleich noch mal mit "Sometimes love is letting go" eine Schlaftablette nachgeschoben. Zum ersten Mal überlege ich mir, ob ich hier nicht abbreche und die Sache lieber vergesse. Nein, das wäre nicht fair - also weiter, auch wenn es langsam schmerzt.
"Dancing in the Wind" kann zumindest mit flotterem Takt ambitionierte Pop-Rock-Fans zum forcierten Blinzeln animieren, bei mir hilft nur noch ein Elektroschock.
Endlich eine gefühlvolle Ballade. "Free the Butterfly" hilft meine hochkochenden destruktiven Gedanken zu besänftigen. Und ich dachte schon tatsächlich den ärztlichen Notruf wegen anstehender Herzrhythmusstörungen verständigen zu müssen, wenn mich Suzi so richtig in Wallungen versetzt hätte.
"Born making Noise" lässt doch dann tatsächlich dort ausklingen, wo der Opener begonnen hat. Warum dann die acht Lückenfüller dazwischen?
Fazit: Hier handelt es sich eindeutig um eine Mogelpackung mit der Aufschrift Suzi Quatro und dem Aufschrei "I'm back". Ich kann nur bemerken, frei nach unserem Motto: Soft-softer-jelly und bin geneigt meinem Idol aus Kindertagen zuzurufen "Go home"!
Jetzt hilft nur eine Slayer mit voller Lautstärke (und anschließend Mudvayne), bevor mein Herzschrittmacher aussetzt oder das Ohrenschmalz zu verharzen beginnt und nur noch operativ entfernt werden kann. |
Tipp:
| | Alle, die glauben die Suzi Q aus den 70ern zu finden, werden eine herbe Enttäuschung erleben und warum das Ding einen Kopierschutz hat, ist mir schleierhaft. Wäre ich böse, könnte ich die Scheibe beim nächsten Gewinnspiel verlosen. Aber ich will ja nicht unsere Besucher vergraulen. |
Titel-Liste:
| | - Back to the Drive
- 15 Minutes of Fame
- Duality
- I don't go gentle
- I'll walk through the Fire with you
- Wasted Moments
- Rockin' in the free World
- No Choice
- Sometimes love is letting go
- Dancing in the Wind
- Free the Butterfly
- Born making Noise
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.suziquatro.com
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