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Review: Redkey
 
RAGE OF FIRE

Album:
 

RAGE OF FIRE, 2006, Dockyard 1


Stil:
 Heavy Metal, NWoBHM

Wertung:
 6,5 von 7
6,5 von 7 Punkten
 J.G., 29.07.2006

Review:
 Für manche bedeutet Musik eben Leben und dass bestimmte Umstände immer wieder dazu führen, dass sich die gleichen Gestalten über den Weg laufen, scheint schon fast vorprogrammiert.
So geschehen im Fall von Thomas Rettke und Sascha Paeth. Beide kennen sich schon seit Urzeiten, als man noch gemeinsam unter der Heaven's Gate-Flagge durch die deutsche Melodic Metal-Szene segelte. In Japan erreichte man sogar Super-Star-Status. Nach der Auflösung von Heaven's Gate verschlägt es beide zunächst in die unterschiedlichsten Richtungen. Während Sascha eine Traumkarriere als Top-Producer hinlegt, beteiligt sich Thomas an vielen Projekten von Bands wie Kamelot, Rhapsody, Aina und zuletzt auch Edguy.

Sieben Jahre nach dem Ende von Heaven's Gate treffen sich die beiden Wolfsburger in Saschas Studio, um ein paar Demos einzuspielen. Dabei gelingt es Thomas seinen ex-Bandkollegen zu überreden, doch die Gitarrenarbeit zu übernehmen. Schnell ist das Songmaterial für zehn exzellente Eigenkompositionen auf Papier gebracht, sodass nur noch drei Mitstreiter fehlen. Bald ist der Gitarrist, André Boranski, Bassist Klemens Klarhorst und Drummer Daniel Eichholz gefunden, die das Line-Up komplettieren. Ob dabei die Wahl des Bandnamens Redkey stark vom Namen des Frontmanns Rettke beeinflusst wurde, ist anzunehmen.

Das Ergebnis ist ein im höchsten Maße eigenständiges Album bestehen aus einer Mischung altbekannter NWoBHM-Rhythmen kombiniert mit modernem US-angehauchten Power Metal. Dass die Produktion absolut wasserdicht ist, versteht sich wohl von selbst.

Der Opener "Man 'n' Machine" macht schon einmal einem Namen alle Ehre und beginnt maschinell metallisch, bevor die ersten Up-Tempo-Power-Riffs des Titelsongs "Rage of Fire" zeigen, wo der Metal-Hammer hängt. Ehe man sich versieht, werden hier wahre Mega-Nieten mit Hochdruck in die Gehörgänge gepresst.
Düster, sphärisch entführt "Be my Guide" den Zuhörer in etwas ruhigeres Fahrwasser. Hier überzeugen neben dem eingängigen Riffing besonders die Gesangsausflüge des Frontmanns Thomas Rettke, der hier alle Facetten seines Könnens unter Beweis stellen kann. Bevor die sieben Minuten um sind, entwickelt sich der Song jedoch noch mehrmals zu einer äußerst abwechslungsreichen Powergranate, die alles bietet, was der Metaller braucht - außer vielleicht dem kühlen Bier...
Bei "Gone too far" wird nicht lange gefackelt, drauf auf's Gas mit dem Bleifuß und Feuer frei für die Riff-Attacken der Gitarren.
Mit "Easy Way out" legt man eine richtigen Nackenbrecher auf's Parkett. Hier fällt es trotz des Mid-Tempos schwer, dem druckvollen Sound auszuweichen. Der Kopf muss einfach mitnicken.
"Respectable" sollte wohl in allen Punkten an die guten alten Zeiten der britischen Metal-Götter von Judas Priest erinnern. Tut er auch und ich vermisse nicht einmal Rob.
Den Abschluss bildet der im Original von der Band Angel komponierte Titel "The Fortune". Er startet mit einem fetten Keyboard-Intro und verwandelt sich im Laufe der mehr als acht Minuten Spielzeit in ein richtiges Riff-Feuerwerk, das sogar stimmlich von Tobias Sammet (eine Hand wäscht die andere) aufpoliert wird. Dies ist übrigens das einzige Stück, welches größtenteils auf Balladen-Wegen wandelt.

Fazit: Glücklicherweise erscheinen immer wieder hell leuchtende Kometen am nächtlichen Himmel des überaus gesättigten schwarzen Metal-Einheitsbreis. Hier wird alles geboten, was man sich als richtiger Heavy Metal Fan wünschen kann. Was Profis in die Hand nehmen, sollte normalerweise auch professionell klingen - leider nicht bei allen Versuchen der letzten Zeit - hier jedoch zu 100%. Bleibt zu hoffen, dass Redkey keine Eintagsfliege bleibt.

Tipp:
 Aufgepasst, denn hier findet man eine gelungene Mischung von geradlinigen Elementen des NWoBHM, gepaart mit fettem Sound der US-amerikanischen Power Metal Szene. Frisches, exzellentes Futter für wahre Metal-Headz.

Titel-Liste:
 
  1. Man 'n' Machine
  2. Rage of Fire
  3. Be my Guide
  4. Gone too far
  5. Rebellion
  6. Peace & War
  7. Easy Way out
  8. Obsession
  9. Metal Head
  10. Respectable
  11. The Fortune

Laufzeit:
 51:31 Min.

Band-Infos:
 
  • www.myspace.com/redkeymetal 


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