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Review: 5bugs
 
BEST OFF

Album:
 BEST OFF, 2009, Rockhit Records

Stil:
 Alternative Rock, Punk Rock

Wertung:
 6 von 7
6 von 7 Punkten
 M.K., 21.01.2009

Review:
 Die 5BUGS sind zurück! Nach TO NO ONE ELSE EXCEPT YOU (2004) und der sehr starken TOMORROW I'LL PLAY GOD (2006) sind die fünf Berliner mit BEST OFF, dem dritten Album der Band, am Start. Veröffentlicht wird das Album Mitte/Ende Januar 2009 über Rockhit Records, den Vertrieb übernimmt Universal. Dreizehn neue Stücke warten auf den geneigten Hörer.

Der Opener nennt sich "Too proud to see" und direkt legen die Jungs mit einem melodischen Mid-Tempo-Rocker los. Nach einer halben Minute ertönt der klare Gesang von Chris Dumhard und läutet die erste Strophe ein. Die Gitarre ist hier das prägende Instrument, der Melodie kann man sich nicht entziehen. In der zweiten Hälfte des Songs schließt sich nach einem kurzen Gitarrensolo die Bridge an ud das Ende des Songs wird eingeläutet. Gelungener Beginn, wenn auch noch mit angezogener Handbremse.
Etwas härter geht es da schon in "The Fiction" zur Sache. Zumindest der Beginn wird mit einem krachenden Riff eröffnet, die Strophe jedoch bestreiten Chris und Drummer Samy El-Munayer fast komplett allein, nur ein Synthesizer unterstützt das Duo. Im Refrain geht es dann melodisch weiter und die Gesangslinie setzt sich im Gehörgang fest. Die Bridge bietet einen schönen Kontrast aus Härte und ruhigerem Part. Gutes, eingängiges Stück.
Mit einer Gitarrenmelodie, Gesang und etwas Synth beginnt "Wake me after Midnight", welches sich langsam aufbaut und in einem hymnenartigen Refrain aufgeht. Vom Songwriting erinnert das Ganze mich an das Konzeptalbum THE BLACK PARADE von My Chemical Romance und das ist definitiv kein Nachteil: Die Spannungsbögen funktionieren, der Refrain bleibt hängen und die Instrumente sowie Stimme sind sehr sinnvoll eingesetzt. Gutes Lied, bislang mein Highlight.
Mit ""Maybe tomorrow" wird dann wieder gerockt und es geht etwas schneller zur Sache. Die Drums und Riffs treiben den Song voran, er hätte auch auf dem Vorgängeralbum gut seinen Platz gefunden. Die saubere Produktion sorgt für weiteren Hörgenuss, 5BUGS machen hier in knapp drei Minuten richtig Spaß. Man ist selbst auf seinem Stuhl in Bewegung und freut sich jetzt schon auf die Liveversion.
""Light up your Fire" beginnt mit einer ähnlich sich wiederholenden Sechssaitermelodie wie der Opener des Albums. Die Drums und langgezogene Vocals kommen hinzu, nach rund 35 Sekunden ist die Band dann wieder komplett und rockt im mittleren Tempo nach vorne. Nach dem ersten Refrain kommt auch hier wieder ein Synthesizer zum Einsatz, die Band scheint Spaß an diesem Instrument gefunden zu haben. Die Bridge ist mit allen möglichen Instrumenten ziemlich gut gefüllt, macht aber nach einiger Zeit wieder Platz für den Refrain. Hiermit endet das Stück auch schon...
...und macht Platz für "Phantoms". Die fünf Berliner drücken wieder etwas mehr aufs Gaspedal. Auch hier rockt der Chorus ohne Ende, 5BUGS haben definitiv ein sehr feines Näschen für packende Refrains entwickelt. "Phantoms" hat Hit-Potential und wird hier des Öfteren seine Runden drehen. Eingängiger, moderner Rocksong.
Als siebtes steht "In between" an, welches ebenfalls in den Strophen neben einer durchgängigen Gitarrenmelodie auch harte Riffs bietet. Drummer El-Munayer arbeitet in diesem Song viel mit seinen Becken, klingt gut. Das der Refrain ausgereiftes Songwriting beinhaltet muss wohl nicht noch mal erwähnt werden. Mit eben so einem Chorus endet das gelungene Stück dann auch.
Mit "A Secret left to find" steht eine Ballade an achter Stelle auf der Tracklist. Neben gezupften Gitarren und klarem, gefühlvollen Gesang sorgt ein Synthesizer mit diversen Loops für die Hintergrunduntermalung. Eben dieser Synth bekommt dann sogar noch ein kurzes Solo spendiert. Die drei Minuten lange Ballade kann durchaus als gelungen bezeichnet werden, erst ganz am Ende setzt das Schlagzeug und der Bass ein.
Nach den ruhigen Tönen gibt es nun knappe zwei Minuten lang Punkrock auf die Ohren: "We stop at Nothing" ist dementsprechend flott und erinnert mit den Gangshouts an die großartigen Rise Against. Ja doch, der Song hätte auch von einer amerikanischen Band stammen können. Geht gut ab was die Jungs hier fabrizieren und mausert sich zu meinem Favoriten auf BEST OFF.
Nein, "The One" ist kein R.E.M.-Cover. Will auch keiner hören sowas, 5BUGS sorgen lieber selbst für gescheite Töne. Bassist Daniel Kokavecz spielt zwischen ruhigeren Strophen und catchy Refrain eine wichtige Rolle. Die Lyrics handeln augenscheinlich von einem Mädel, eben DER einen. "The One" stellt sich als melodischer Mid Tempo-Rocker heraus.
Mit treibenden Drums und ebenso klingenden Riffs startet der mit knapp vier Minuten längste Song des Albums, "Welcome to Reality". Ich stehe auf treibendes Songwriting und so ist es kein Wunder, dass die Strophen mir zusagen. Nach einem vertrackten Pre-Chorus überrascht die Band mit einem ruhigeren Part. Voraus sehen kann man hier also nicht viel, was für die Band spricht. "Welcome to Reality" ist herrlich abwechslungsreich und ist in meinen Augen der Song auf BEST OFF, der die aktuellen 5BUGS am besten repräsentieren kann. Die ganze Bandbreite der Gruppe wird hier in vier Minuten präsentiert.
Weniger als drei Minuten bekommt dann "War without Resistance" spendiert und auch hier geht es eher in die punkige Richtung. Der Refrain ist ein weiterer Ohrwurm, was nun ja wohl keinen Leser mehr überraschen dürfte. Die Bridge wird von den Drums dominiert, die schon fast tribal-artig daher kommen und den Song so auf dem flotten Niveau halten und kurz darauf ist auch schon Feierabend.
Als dreizehntes und letztes Stück steht "Automatic" an, welches direkt mit einer effektiven Synthmelodie eröffnet wird. Die Band packt hier noch einmal einen Up Tempo-Rocker aus, welcher problemlos ins Ohr geht und das Album passend abrundet.

Fazit: Eins vorne weg: BEST OFF kann meiner Meinung nach locker mit TOMORROW I'LL PLAY GOD mithalten. Die dreizehn Songs verfügen ausnahmslos alle über Refrains, die sich dermaßen in den Gehörgängen fest krallen, dass es schwer wird sie wieder los zu werden. Die Band operiert größtenteils im locker los rockenden Mid-Tempo, hat aber auch einige schnellere Stücke dabei und vergisst ihre Wurzeln, die eindeutig im Punk Rock liegen, nicht. Im Vergleich zu TOMORROW I'LL PLAY GOD ist die band also etwas langsamer geworden, aber auch facettenreicher. Vor allem der mehrfache Einsatz eines Synthesizers zahlt sich für den Hörer aus und sollte auch in Zukunft nicht im Proberaum verstauben. Fans der ersten Werke der Band brauchen eventuell ein paar mehr Hörgänge, Freunde des gepflegten modernen Rock brauchen nur noch auf Play zu drücken und zu genießen.
Zu kritisieren gibt es im Prinzip nicht viel. Wie gesagt wird das Album bei einigen Fans seine Zeit brauchen. Aber die Produktion hätte durchaus, vor allem bei den beiden Gitarren, eine Spur mehr Druck spendieren können.
Ansonsten ist das dritte Werk der Band eine gelungene Weiterentwicklung und man darf sich jetzt schon auf die Tour im Frühjahr freuen.

Anspieltipps:
 "Wake me after Midnight", "We stop at Nothing", "Automatic" und das ruhige "A Secret left to find".

Titel-Liste:
 
  1. Too proud to see
  2. The Fiction
  3. Wake me after Midnight
  4. Maybe tomorrow
  5. Light up your Fire
  6. Phantoms
  7. In between
  8. A Secret left to find
  9. We stop at Nothing
  10. The One
  11. Welcome to Reality
  12. War without Resistance
  13. Automatic

Laufzeit:
 42:53 Min.

Band-Infos:
 
  • www.5bugs.com 


  • Probehören und Kaufen:
    5bugs: Best Off

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