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Review: A Perfect Circle
 
THIRTEENTH STEP

Album:
 THIRTEENTH STEP, 2003, Virgin

Stil:
 Progressive Rock

Wertung:
 5,5 von 7
5,5 von 7 Punkten
 N.Z., 30.03.2010

Review:
 Wird man bei Tool noch von Maynard James Keenans Stimme durch das Geröll seiner Seelenlandschaft gestoßen und barfuss über rasiermesserscharfe Felsen geschleift, so ist der Schmerz bei A Perfect Circle eher indirekt. Es scheint als würde uns Keenan auf den Schultern durch seine Gedankenwelt tragen, die uns auf diese Weise nicht körperlich verletzen kann, jedoch überträgt sich sein Schmerz in empathischer Heftigkeit auf uns, als Zuhörer, als Voyeure, seines Leids. Was Tool einem mit abstrakten Rhythmen, experimentellen Lauten und knüppelharten Klängen ins Gehör schleudert, erfahren wir im Zweitprojekt des Tool Sängers auf subtilere Art und Weise, beinahe sanft, wenn auch nicht weniger qualvoll.

THIRTEENTH STEP - so heißt das zweite Studioalbum des 1999 gegründeten Nebenprojektes von Tool Sänger Maynard James Keenan und Billy Howerdel, seinerzeit Gitarren-Techniker bei Tool. Nach Keenans eigenen Aussagen beschäftigt sich das 2003 erschienene Konzeptalbum mit Abhängigkeiten und Süchten, wobei die Problematik in jedem Song auf ein anderes Spielfeld gezogen, und der Hörer so mit der Vielschichtigkeit und Umfangreiche der Thematik konfrontiert wird. Hypothesen zu Urteil, leitet sich der Titel vom Zwölf-Schritte-Programm der Anonymen Alkoholiker ab. Ist also der dreizehnte, der THIRTEENTH STEP, der letzte, entscheidende Schritt in die Suchtfreiheit, ein kathartisches Album zur Selbstbefreiung aus der Abhängigkeit?

Drei Jahre nach Erscheinen ihres ersten Albums warteten Keenan und Co. mit THIRTEENTH STEP erneut mit einem überraschend intensiven Werk auf, welches seine Stärke sowohl aus bereits von Tool bekannten Elementen, wie Keenans eindringlicher Stimme oder uninstrumental wirkenden Klängen, als auch aus eigenständigen und weniger komplexen Ideen bezieht. Mit dem 7:41 minütigen "The Package wird gleich zu Beginn das einzige Mal auf THIRTEENTH STEP die 5 Minuten Hürde überschritten, wobei die entspannt wirkende Leichtigkeit spätestens durch Keenans gepressten und leidvollen Ausdruck ab Mitte des Stückes Lügen gestraft wird. Auch im Folgenden ist man ständig hin und her gerissen zwischen den ruhigen und gelöst scheinenden Passagen der Songs, und der aufwiegelnden Dynamik, aus Sehnsucht und Verzweiflung.
"Weak And Powerless oder "The Outsider sind gute Beispiele für die perfekt gelungene Symbiose aus Hingabe und Kapitulation, Kraft und Schwäche.
Mit "The Nurse Who Loved Me covern A Perfect Circle die in den 90er Jahren aktive Band Failure.
"Crimes und "Lullaby verzichten fast ausschließlich auf Melodie und scheinen weniger Musik im klassischen Sinne zu sein, als rhythmische Monotonie, deren Intention sich nicht jedem offenbaren dürfte.

Fazit: Alles in Allem ist THIRTEENTH STEP ein solides Werk, welches mit Höhen und Tiefen aufwartet und sowohl die Erwartungen der A Perfect Circle- und Tool-Liebhaber erfüllen, als auch unter unvoreingenommenen Hörern Anklang finden dürfte. Ich jedenfalls, möchte dieses Album in meiner Sammlung nicht mehr missen.

Tipp:
 Für alle Tool Fans aber auch für diejenigen, denen Tool ein wenig zu komplex ist.

Titel-Liste:
 
  1. The Package
  2. Weak and Powerless
  3. The Noose
  4. Blue
  5. Vanishing
  6. A Stranger
  7. The Outsider
  8. Crimes
  9. The Nurse Who Loved Me
  10. Pet
  11. Lullaby
  12. Gravity

Laufzeit:
 50:36 Min.

Probehören und Kaufen:
A Perfect Circle: THIRTEENTH STEP

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