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Review: Accept |
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Album:
Stil:
Wertung:
| |  5,5 von 7 Punkten | | S.M., 14.09.2009 |
Review:
| | Hier kommt ein weiteres Klassiker-Review, das große und bekannte Alben der 80er behandelt. Diesmal habe ich mir METAL HEART aus dem Jahre 1985 ausgesucht. Es war das sechste Full-Length-Album von Accept.
Der Sound der Solinger war gegenüber den direkten Vorgängeralben etwas melodischer geworden. Man war nicht mehr rein dem Heavy Metal zuzurechnen, sondern tangierte in Teilen auch den Hard Rock. Nichtsdestotrotz schrieben die Mannen um Frontröhre Udo Dirkschneider beeindruckende Songs. Auch diesem Album entspringt der ein oder andere Accept-Alltime-Hit.
Der Einstieg in die Scheibe ist nicht so direkt. Erst hört man ein kaum wahrnehmbares Rauschen, dann ganz entfernt das Schwingen einer Saite, etwas untermalt von Begleitgeräuschen, schließlich das erste akustische Riff des Titelsongs "Metal Heart", der auf diesem Album auch gleich das Nonplusultra bleiben wird. Ein sich energetisch langsam steigender Aufbau und Udos absolut unvergleichlicher Gesang münden in einen hymnischen Refrain, wie sie Accepts Alben damals nur so auszeichneten. Das variable Solo mit erst leicht exotischen Klängen, später dann mit einem neoklassischen Ansatz und zuletzt mit dem etwas dissonant-schrillen Part setzt ebenfalls Akzente.
Obwohl ich direkt den Opener als das Highlight des Albums sehe, heißt das nicht, dass METAL HEART nicht noch eine Reihe weiterer toller Kompositionen enthielte. Beim straighten Rocker "Midnight Mover", der beim Refrain sogar leicht die AOR-Bereiche tangiert, gefällt mir der Groove sehr gut. Von diesen recht kurzen, geradlinigen Heavy-Rockern gibt es auf METAL HEART aber noch mehr: "Wrong is Right" versprüht viel Energie, lädt zum ekstatischen Bangen und der schön herausgearbeitete Höhepunkt auch zum Mitgrölen ein. Und der fette Groover "Too high to get it right" begeistert vor allen Dingen durch sein recht simples Konstrukt, die geniale, hymnische Bridge und einen weiteren typischen Mitsing-Höhepunkt. Das ist die Live-Nummer schlechthin.
"Screaming for a Love-Bite" war für Accept-Verhältnisse recht emotional und zwinkert mit einem Melodic-Rock-Touch beim Refrain auch wieder kräftig in Richtung Airplay. Recht cool ist das Solo.
Etwas schwerer verdaulich, aber nicht ohne Reiz ist "Dogs on Leads". Es wird mit sich variierenden Geschwindigkeiten, unterschiedlichen Härten und Intensitäten gespielt. Keine straighte Nummer, sondern eher ein komplexerer Brocken, der aber das gekonnte, fortgeschrittene Songwriting ins Rampenlicht rückt.
"Living for Tonite" erinnert mich in seiner Machart etwas an härtere Scorpions-Song, was wohl am Klang der Lead-Gitarre liegt, ist aber auch noch ein wirklich guter Metal-Track mit schön herausgearbeitetem Höhepunkt.
Andere Stücke wie der Stampfer "Up to the Limit", das etwas tiefgründigere "Teach us to survive" und der knackige Rausschmeißer "Bound to fail" sind zwar solide Stücke, bieten aber wenig Überraschungen und können auch nicht ganz das hohe Niveau der Vorgenannten halten. "Teach us to survive" wird zum Ende sogar fast nervig. Ganz nett ist bei "Bound to fail" noch der neoklassische Ausklang mit Chor.
Fazit: METAL HEART ist zweifelsohne ein gutklassiges Album, das auch zu Recht einen Klassiker-Status besitzt. Wenn es auch nicht ganz bei den direkten Vorgängern RESTLESS AND WILD und BALLS TO THE WALL mithalten konnte, enthielt es wieder viele gute Kompositionen. Dass Accept etwas "softer" geworden waren, hängte ihnen allerdings so langsam nach. Dieser Kurs wurde später fortgesetzt, was Udo Dirkschneider ja zum ersten Ausstieg bewegte.
In meinen Augen sind und bleiben Accept dennoch für alle Zeiten eine der besten deutschen Heavy-Metal-Bands. Sie haben vor allen Dingen in den 80ern Metal-Geschichte geschrieben und viele Bands direkt oder indirekt beeinflusst. Und METAL HEART ist ein Album, das vom Songwriting noch heute zeitgemäß ist und immer wieder den Weg in meinen CD-Player finden wird. |
Anspieltipps:
| | Natürlich ganz besonders der Titeltrack "Metal Heart". Aber auch "Wrong is right", "Too high to get it right" und "Living for Tonite" sind ganz große Hits. |
Tipp:
| | Wie bei allen Alben, die ich für meine Klassiker-Reviews aussuche, gilt auch hier: es sollte in keiner Heavy-Metal-Sammlung fehlen. |
Titel-Liste:
| | - Metal Heart
- Midnight Mover
- Up to the Limit
- Wrong is Right
- Screaming for a Love-Bite
- Too high to get it right
- Dogs on Leads
- Teach us to Survive
- Living for Tonite
- Bound to fail
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