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Review: AC/DC |
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Album:
| | BLACK ICE, 2008, Leidseplein |
Stil:
Wertung:
| |  6 von 7 Punkten | | J.G., 17.10.2008 |
Review:
| | Unzählige Male wurden Sie schon kopiert und doch gibt es nur ein Original, das sich inzwischen weltweit 200 Millionen Mal verkauft hat. Das Australische Urgestein hat nach acht Jahren Pause wieder zugeschlagen und mit BLACK ICE ein weiteres Studioalbum ihrer Kollektion angefügt. Und schon nach wenigen Strophen ist klar, AC/DC sind und bleiben sich selbst treu. Ungeachtet aller Trends und Strömungen biegen sie sich dabei deutlich weniger, als so mancher starke Baum in Küstennähe der vorherrschenden Windrichtung. Warum sollten sie auch Neuland betreten, wenn die Konzepte aus 35 Jahren Bandaktivitäten heutzutage immer noch funktionieren? Dass sie funktionieren zeigen die vergangenen Shows in eindrucksvoller Art und Weise. AC/DC machen sich vielleicht wenig daraus irgendwelche Rekorde zu brechen. Es genügt, wenn die Deutschlandshows nach wenigen Minuten ausverkauft sind. Warum nach den Sternen von Led Zeppelin greifen, die vielleicht eine der denkwürdigsten Shows der vergangenen Jahrzehnte in London absolvierten, aber dafür mit Altmaterial aus den 70er Jahren. AC/DC haben das nicht nötig, denn die Fans wissen, was Angus, Malcom, Brian & Co. auf den Bühnen der Welt stemmen können. Es bedarf auch keiner großen Werbung mit endlos öden Dokumentationen über peinliche Backstage-Streitereien und das sogar mithilfe von MTV, um das neue Album zu hypen. AC/DC sind nicht Metallica, die es einfach nötig haben, ihr neues Album über den enttäuschenden Vorgänger ST. ANGER zu hypen. Tja, mit Werbung kann man viel erreichen, auch die Verkaufszahlen nach oben treiben, selbst wenn der Neuling sich einmal mehr als größtenteils aufgeblasener Papiertiger entpuppt. Was steckt also in der neuen Scheibe der Australier? Was ist das Rezept des Erfolgs? In jedem Fall die geniale Einfachheit und Leichtigkeit, soviel kann man schon vorab verraten.
Der Opener "Rock'n'Roll Train" schafft es eigentlich schon nach wenigen Sekunden, die wichtigsten Trademarks der Band zu präsentieren. Wir sind AC/DC und das ist unsere Musik, die wir seit 35 Jahren lieben, leben und zelebrieren. Ein nahezu gleich bleibender Mid-Tempo-Rhythmus bildet dabei das Rückgrat für den wechselweisen Einsatz von Gesang und Lead-Gitarre, die ein AC/DC-typisches Zwiegespräch führen. Im richtigen Moment sorgen dann Malcom und Cliff für den nötigen Nachdruck.
Auch "Skies on Fire" überschlägt sich nicht gerade bei der Taktrate, setzt aber deutlich mehr auf dezente Gitarren-Riffs, die den Song musikalisch dichter erscheinen lassen, als seinen Vorgänger. Dass Soli dabei nicht immer in Highspeed heruntergeschruppt werden müssen, um ihre Wirkung zu erzielen, beweist Angus nicht zum ersten Mal.
Langsam nimmt die Scheibe Fahrt auf, denn "Big Jack" bewegt sich mit angenehm flotten Tempo durch die Boxen. Man hört dabei keine Neuheiten, jedoch eine gute und neue Kombination bzw. leichte Variation bekannter Riffs. Allemal geeignet um abfeiern zu können.
Die erste kleine Überraschung erlebe ich bei "Anything goes". Klar, es handelt sich hierbei um Rock'n'Roll made by AC/DC, jedoch lehnt sich Brains Gesangslinie fast bekannten Pop-Schemen an. Für mich wirkt es wie ein Versuch dem bekanntermaßen weichgespülten amerikanischen Publikum auch ein paar Krümel hinzuwerfen.
Nein, es folgt nicht "Given the Dog a Bone - Part II", sondern "War Machine"welches voll auf eine brachiale Basslinie und einfache Riffs setzt, die sofort zünden und zum Mitnicken einladen, wie beim genannten Vorbild. Der Refrain tut dabei sein übriges. Ein interessantes Break mit ein paar Gitarrenlicks lockert das etwas starre und bereits mehr als bekannte Songschema deutlich auf.
Ab jetzt halte ich mich mit eigenen Vergleichen etwas zurück. Hier darf jeder eingefleischte AC/DC-Fan selbst entscheiden, an welchen bekannten Song ihn "Spoilin' for a Fight", "Wheels", "Decibel" oder "She likes Rock N Roll" erinnern mag. Hier ein paar Stichwörter als Einstiegshilfe: Hundeknochen, The Jack is back...
Voll auf Westernstyle-Gitarren setzt man bei "Stormy May Day", der besonders durch seinen satten Groove und Cliffs prägnanten Bass gehörig anschiebt. Eine zweite kleine Überraschung.
Doch die dritte wirkliche Überraschung folgt erst mit "Rock N Roll Dream". Hier zeigen sich AC/DC und vorallem Brain Johnson von einer deutlich anderen Seite und lassen die guten alten 70er der Led Zeppelin Ära aufleben. In jedem Fall ein hörenswerter Tribut an die erfolgreichen Briten verpackt in zeitgemäßem (oder besser zeitlosen) AC/DC-Gewand mit einer gesunden Portion Blues an Bord.
Für "Rocking all the Way" glänzt Brian Johnson erneut, diesmal mit ungewohnt variablem Gesang. Den Text muss man für den Refrain jedoch nicht gleich lernen, wenn man mitgröhlen möchte. "Highway to Hell" klappt hier prima und erspart das lästige Neulernen. Nahe war AC/DC offenbar nicht nahe genug oder doch nur Zufall? Amüsant ist es in jedem Fall.
Den Titelsong ans Ende eines Albums zu setzen zeugt von Selbstvertrauen, wobei sich "Black Ice" qualitativ nicht wesentlich von einen Vorgängern unterscheidet. Boogie Rock-geprägte Riffs wetteifern auch hier mit Brians Gesangslinie. Auffällig sicherlich Malcoms ausgeprägte Rhythmus-Gitarrenarbeit. Schade nur, dass der Song trotz dreieinhalb Minuten "gefühlt" zu kurz erscheint. Aber was spricht gegen eine neue Runde? Nichts!
Fazit: BLACK ICE ist sicherlich nicht "der kreative Überflieger" wie zu Zeiten von HIGH VOLTAGE, HIGHWAY TO HELL oder BACK IN BLACK, kann jedoch qualitativ mühelos mithalten. Die Neuerungen stecken in den Details und offenbaren sich manchmal erst nach genauerem Hinhören. An manchen Stellen hat man fast den Eindruck, die Songs wurden mehr für die Bühne als für die heimische Stereoanlage geschrieben. Mit dem letzten DVD-Megapaket PLUG ME IN vor Augen, kann ich mir gut vorstellen, welches Feuerwerk AC/DC zu einigen der hier gehörten Songs abbrennen könnte. Ungeachtet dessen, schaffen es die alten "Jungs" von Down Under auch nach 35 Jahren noch mühelos die massen zu begeistern und welche Rockband kann das schon von sich behaupten, außer vielleicht The Rolling Stones? Angesichts der Tour-Einnahmen der Briten sicherlich nicht das schlechteste "Vorbild" für AC/DC nach fünf Jahren Bühnenabstinenz.
Eigentlich hätten die Australier noch einen Extrapunkt dafür verdient, dass sie sich nicht dem seelenlosen Download-Geschäft anschließen und Alben nur komplett (sogar noch auf Vinyl) verkaufen - Respekt! |
Tipp:
| | Kaufen! Anhören! Abfeiern! Show besuchen! Alltag vergessen! |
Titel-Liste:
| | - Rock'n'Roll Train
- Skies on Fire
- Big Jack
- Anything goes
- War Machine
- Smash N Gras
- Spoilin' for a Fight
- Wheels
- Decibel
- Stormy May Day
- She likes Rock N Roll
- Money Made
- Rock N Roll Dream
- Rocking all the Way
- Black Ice
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Laufzeit:
Probehören und Kaufen:
Empfehlen:
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