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Review: Acid Empire
 
ACID EMPIRE

Album:
 ACID EMPIRE, 2012, Darkplace

Stil:
 Progressive Metal, Symphonic Metal

Wertung:
 4 von 7
4 von 7 Punkten
 W.W., 24.05.2012

Review:
 Huch! Was ist das denn nun für ein Album? Das gleichnamige Debüt von Acid Empire (Solo-Projekt von Season’s End-Gitarristen Mike Bridge) ist ein Mittelding zwischen Musical, Hollywood-Soundtrack und Progressive Metal-Album.

Heißt im Klartext: jede Menge symphonischer Schnick-Schnack trifft auf mehrere Stimmen (Hannah Bridge, Jack Lipinski und als Gast Damian Wilson von Threshold beim Song "Into the Void") und knackig harten Metal-Gitarren. Unterfüttert wird das Ganze leider, leider, leider, von einem arg steril klingenden Drum-Computer, was der Chose zum einen Lebendigkeit und Seele, zum anderen jedoch auch Durchschlagskraft nimmt. Sucht euch einen Drummer, Leute!
Was genau uns Acid Empire eigentlich sagen wollen, ist mir auch nach mehrfacher Einfuhr von ACID EMPIRE noch nicht so wirklich klar geworden. Es startet sehr zurückhaltend mit dem Song "Prelude", der mit sechs Minuten gleich recht opulent ausfällt, obwohl nicht so wahnsinnig viel passiert.
"Only the Weak" ist dann allerdings richtig feines Futter für symphonisch-verliebte Ohren.
Spätestens bei "Denial" wird allerdings eines klar: dieser Drum-Computer-Sound nervt einfach! Klick-klick-bumm... – wer braucht im Metal denn bitte so etwas?!
Der Song an sich ist jedoch prima! "Theme" ist dann ein kleines, akustisches Zwischenspiel.
Bei "Would you do it again" taucht dann zum ersten Mal Hannah Bridge so richtig wahrnehmbar auf. Die Chöre haben Manowar-Format und der Song ist an sich recht simpel gestrickt. Er stellt die altbekannte Frage, ob man es noch einmal so machen würde, hätte man eine zweite Chance. Das sollte man bei Acid Empire im Bezug auf das Drumming ganz klar mit „Nein!“ beantworten! Die Reprise zum eben gehörten Song greift dann das musikalische Thema erneut auf und fügt mit den sehr präsenten Vocals von Hannah Bridge noch eine weitere Ebene hinzu. Ob man den Song (sieht man ihn denn als ein zusammenhängendes Stück Musik) wirklich auf über 10 Minuten strecken muss – das darf gerne hinterfragt werden.
"1000 Days" zeigt die Dame dann auf den Spuren von Candice Night. Wem? Na, der Frau und Muse von Ritchie Blackmore. Heißt: folkig bis klassisch angehauchter Song, der bis zum letzten Drittel ganz ohne Stromgitarren auskommt und schönen Frauengesang im Wechsel mit Jack Lipinskis übrigens durchgehend hochwertiger Gesangsleistung bietet. Schöne Power-Ballade. Bloß die Dur-Auflösung zum Schluss – die geht mal gar nicht! Hilfe, wie kitschig...
"Into the Void" ist dann richtig klasse! Und das liegt nicht nur an Damian Wilson, der ein wirklich Guter ist, keine Frage. Hier gibt es nämlich endlich mal ein bisschen mehr auf die Mütze, der Kitschanteil hält sich in Grenzen, es wird gedrumcomputerprügelt und die Riffs peitschen nach Vorne! Gut, der Song!

Fazit: ACID EMPIRE hat auf jeden Fall superbe Ansätze, keine Frage! Aber insgesamt wirkt das Ganze noch ein wenig unausgegoren und verbesserungsfähig. Die Dame und ihre Herren arbeiten zurzeit an ihrem zweiten Album, das im Winter 2012 erscheinen soll. Mal sehen, wie das Ganze dann klingen wird. Und bis dahin sollte man sich wirklich um einen Schlagzeuger aus Fleisch und Blut gekümmert haben...

Anspieltipps:
 "Only the Weak", "Would you do it again (Reprise)"– diese ist nämlich einen Tacken besser, als das, nun, "Original"... "1000 Days", weil es einen so schönen Blackmore’s Night-Flair hat. Und "Into the Void", das wohl den Höhepunkt auf dem Album darstellt.

Tipp:
 Tja, wie sieht denn nun die Zielgruppe von Acid Empire aus? Das ist insofern recht schwierig, weil die Herrschaften auf so vielen Hochzeiten die Köpfe reinstrecken... Also: ein Faible für symphonische Songstrukturen sollte man haben. Teils recht progressive Parts dürfen nicht abschrecken. Pathos und Kitsch sollten einem auch nix anhaben können. Vielleicht sollte man es so sagen: wer bei Rhapsody Of Fire absolut steilgeht, es aber auch mal ein paar Gänge langsamer haben kann, der sollte man ein Ohr riskieren. Oh – und für wen die Schublade Hollywood-Metal mit Ohrenkrebs gleichzusetzen ist: Finger weg!

Titel-Liste:
 
  1. Prelude
  2. Only the Weak
  3. Denial
  4. Theme
  5. Would you do it again
  6. Would you do it again (Reprise)
  7. 1000 Days
  8. Into the Void (feat. Damain Wilson)
  9. The Return (Prelude)
  10. The Return
  11. Finale

Laufzeit:
 57:08 Min.

Band-Infos:
 
  • www.acid-empire.com 


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