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Review: Die Ärzte
 
JAZZ IST ANDERS

Album:
 JAZZ IST ANDERS, 2007, Hot Action Records

Stil:
 Punk Rock

Wertung:
 6,5 von 7
6,5 von 7 Punkten
 M.K., 05.11.2007

Review:
 Die beste Band der Welt ist nach vier Jahren Funkstille (wenn man mal vom DEVIL-Rerelease sowie der BÄST OF absieht) wieder da und hat mit JAZZ IST ANDERS ein neues Studioalbum vorgelegt. Produziert hat es die Band selber, selbst die Fotos im Booklet wurden eigenhändig geschossen. Auch die Verpackung kann direkt überzeugen: Ein kleiner Pizzakarton liegt hier vor mir, indem sich sowohl Album (als Pizza) als auch Bonus-EP (als Tomate) befinden. Dann schieben wir uns erstmal die Pizza ins Laufwerk.

Das Album beginnt mit einem Farin Urlaub-Werk, genannt "Himmelblau". Eine Gitarrenmelodie, die auch von seinen Solowerken stammen könnte, eröffnet JAZZ IST ANDERS. Nach 25 Sekunden setzt Gesang, Bass und Drums ein, ein Mid-Tempo-Song startet an dieser Stelle. Die Lyrics können überzeugen, auch der Gesang gefällt. Das Stück rockt im Mittelpart gut nach vorne und erzeugt eine gute Laune beim Zuhörer. Für einen Opener eventuell nicht mitreißend genug, dennoch ein gelungenes Stück.
Ein "Lied vom Scheitern" folgt als nächstes. Geschrieben von Bela B. Und in dessen typischer Art gehalten. Gesangstechnisch etwas schneller als "Himmelblau", musikalisch in etwa auf dem selben Level. Allerdings verfügt dieser Song über einen Refrain, der sich als Ohrwurm herausstellt. Der Song macht, wie auch der Opener, viel Spaß beim Hören. Mit 03:29 Minuten gehört das Stück zu den längeren Songs auf JAZZ IST ANDERS, ist jedoch kurzweilig. Vor allem die erst ruhige, dann groovende Bridge kann ordentlich überzeugen. Gutes Lied.
Mit einem Rod González-Song geht es weiter: "Breit" beschäftigt sich, wie zu erahnen ist, mit dem Thema Drogen, allerdings auf ironischem Niveau und dennoch gut gemeistert. Rod überzeugt hier lyrisch mit guten Reimen, während der Song im Refrain gut nach vorne rockt. Wird live sicherlich seine Freunde finden. Kann also durch das Zusammenspiel von Text und Musik (ebenfalls mit einer recht ruhigen Bridge) überzeugen.
Farin ist nun wieder dran und liefert mit "Lasse redn" einen meiner absoluten Favoriten auf JAZZ IST ANDERS ab. Beginnend mit Elektroeinflüssen, die sich durch den ganzen Song ziehen, dann durch Gitarre, Bass und Drums angereichert. Farin singt hier über das typische Phänomen der neugierigen und lästernden Nachbarn und das mit viel Humor und Wahrheit. Der Refrain groovt ohne Ende, mit 02:49 Minuten ist das Lied jedoch leider meiner Meinung nach viel zu kurz geraten. Aber man kann nicht alles haben. Dennoch überzeugt der Song mich ohne Wenn und Aber. Ganz großes Tennis.
"Die ewige Maitresse" folgt und ist sogar noch ein bisschen kürzer als der Song zuvor. Hier geht es mit einem etwas schneidenden, Billy Idol-mäßigen Riff und einer Bassline los, bis Bela mit Drums und Gesang einsetzt. Im Refrain bricht der Song dann richtig los, Farins Gesang unterstützt den Drummer von Die Ärzte hier. Nach dem zweiten Chorus folgt die Bridge, die von Farin's langsamen Gesang dominiert wird. Dann gibt es noch einmal den halben Refrain, das Tempo wird etwas angezogen, dann ist schon wieder Schluß. Anhörbar.
Das folgende Stück namens "Junge" dürfte jedem bekannt sein. Die Vorabsingle läuft im Radio und TV seit Wochen hoch und runter und konnte sich den ersten Platz der Singlecharts sichern. Im Gegensatz zur Singleversion gibt es hier jedoch zu Beginn noch einige gesprochene Sätze von Bela. Mit der bekannten Gitarrenmelodie geht es dann los, Farins Gesang ist an dieser Stelle noch ruhig, im Refrain wirds dann jedoch lauter und wütender. Passend zum Text halt. Dieses Spielchen zieht sich nun durch den weiteren Verlauf des Songs. Die Bridge bringt dann etwas Abwechslung ins Spiel, hier wird der Spannungsbogen deutlich aufgebaut. Mit einem weiteren, kürzeren Chorus und einem recht lustigem letzten Satz endet der Song dann.
"Nur einen Kuss" folgt. Eine akustikgitarrenlastige, Country-angehauchte Ballade mit etwas Echo auf dem Gesang und äußerst genialen, teilweise blutigen Lyrics. Farin Urlaub at his very best an dieser Stelle. Mit 04:25 Minuten außerdem das längste Stück auf JAZZ IST ANDERS und songwritingtechnisch wohl eine der besten Die Ärzte-Balladen, die es gibt. Grandios.
Mit "Perfekt" von Bela B. Geht es nun weiter. Wie auch "Lied vom Scheitern" merkt man direkt, dass es ein Bela-Song ist. Allein vom Songwriting her ein großer Unterschied zu Farin und auch Rod. "Perfekt" kommt ohne Refrain, dafür mit drei Strophen und einer Bridge aus. Auch ein Keyboard sowie ein Chor darf hier nicht fehlen. "Perfekt" ist einer dieser Songs, der im wahrsten Sinne des Titels perfekt auf jedes Die Ärzte-Album gepasst hätte. Große Überraschungen bleiben hier aus, ein Füller auf gutem Niveau.
Mit einem klassischen Die Ärzte-Riff beginnt "Heulerei". Hier wird der Punk zelebriert, stammt quasi direkt aus den Neunzigern und hätte so auch auf PLANET PUNK Platz gefunden. Mit 02:13 Minuten außerdem der zweitkürzeste Song auf dem ca. 23. Album der Band. Von der Aussage her passt das Lied zu "Yoko Ono". Ein flotter Punksong mit schnellem Gesang, Live sicherlich eine Macht.
Bela ist nun wieder an der Reihe und liefert "Licht am Ende des Sarges" ab. Schön selbstironisch geht er hier ans Werk in einem poppigen Gute Laune-Song. "Licht am Ende des Sarges" macht in seinen gut drei Minuten Spaß und tobt sich im Mid-Tempo aus. Hat zwar nicht allzu viel mit Punk zu tun, aber das sollte man von der besten Band der Welt gewöhnt sein. Zum Ende hin gibt es noch einen Mitsingpart, das Tempo wird kurzzeitig angezogen und mit klatschen und 10-Mann-Stadiongesang endet das Stück.
Nun folgt ein "Niedliches Liebeslied". Die Produktion ist hier gewollt dumpf und hört sich sehr nach einer alten Schallplattenaufnahme oder ähnlichem an. Lyrisch wird man hier mit kitschigen Liebesgesülze zugesungen. Ist selbst in der ironisch-lustigen Art hier nicht unbedingt mein Fall. Musikalisch lässt sich hier nicht viel zu sagen, es geht recht ruhig inkl. Hammond-Orgel zu. Meiner Meinung nach ein Füller, wie man ihn pro Album von Rod kennt.
Funkig, an die Chili Peppers erinnernd, geht es mit "Deine Freundin (wäre mir zu anstrengend)" weiter. Das Thema der Lyrics sollte fast jedem bekannt sein und wird hier von Die Ärzte lustig verarbeitet. Die Berliner Band zieht das Ganze über zwei Minuten und ganze zwölf Sekunden hin und liefert hiermit den kürzesten Song des Albums ab, dafür mit Gitarrensolo und abwechslungsreicher Bridge. Ungewohnter Ausflug in ein fremdes Genre, aber absolut gelungen.
Mit "Allein" folgt jetzt das dreizehnte Stück auf JAZZ IST ANDERS. Es beginnt mit AC/DC-Gedächtnissenglockenschlägen sowie einem Riff, bis dann auch Rod und Bela einsetzen und Farin mit dem Text beginnt. Textlich ist das Ganze quasi das Gegenteil von "Nicht Allein" auf GERÄUSCH. Und wie auch der Zwilling, kann auch "Allein" mich überzeugen. Typisch kritisch geht Farin an die Thematik heran. Der Refrain knallt aus den Boxen, die Gesangslinie bleibt gut im Ohr. Die Bridge beginnt ruhig und steigert sich dann, wird lauter und wütender. Sehr gutes Songwriting an dieser Stelle. Eins der Topstücke auf diesem Album.
"Tu das nicht" ist von Bela B. Die erste Minute ist sehr ruhig und besteht aus den Wiederholungen einer Textzeile, danach geht es mit einem härteren Part, in dem im Hintergrund geschrien wird, weiter. Lauter und aggressiver also. Textlich eght es um die harte Bestrafung von Downloadern, natürlich ironisch verpackt. Dennoch ein derzeit wichtiges Thema, welches Die Ärzte hier ansprechen und verarbeiten. Danach geht es wieder ruhig weiter mit wohl improvisierten Sprechgesang von Bela B., der weiterhin ironisch vorgetragen wird. Gutes Stück.
Mit "Living Hell" geht es nun an vorletzter Stelle weiter. Farin beschwert sich hier, ebenfalls mit ironischem Unterton, über Geld, das Playboyleben usw. Das Ganze wird in einen ordentlich rockenden Song verpackt, der mit ruhigen Strophen und einem Ohrwurmrefrain aufwarten kann. Die Bridge rockt ebenfalls ohne Ende und macht den Song zu einem absoluten Hit. Übrigens der dritte in Folge an dieser Stelle.
Die CD wird mit "Vorbei ist vorbei" beendet. Lyrisch lehnt sich der Song an Farin's Solowerk "Kein zurück" vom AM ENDE DER SONNE-Album an, kommt aber mit einer positiveren Stimmung daher. Musikalisch ein lockerer Mid-Tempo-Rocksong mit fröhlichen Riffs. Die instrumentale Bridge zieht das Tempo kurzzeitig an, dann gehts mit dem Refrain weiter. Daraufhin ist die CD auch schon vorbei. Gutes, letztes Stück.
Damit sind wir aber noch nicht am Ende. JAZZ IST ANDERS liegt noch eine Tomate bei. Also eine kleine Bonus-EP, die weitere drei Stücke beinhaltet. Also Pizza raus, Tomate rein.
Diese beginnt sehr elektronisch mit "Wir sind die Besten", einem Farin Urlaub-Song, der auch nach Einsatz der Band einfach nur richtig geil rockt. Farin's Lyrics können überzeugen, erinnert an "Super drei" vom PLANET PUNK-Album und macht einfach nur Spaß. Elektro gemischt mit Punk und gutem Songwriting, was will man mehr? Das ganze Stück dauert 02:28 Minuten und ist äußerst kurzweilig.
Mit "Wir waren die Besten" geht es nun weiter. Hier regiert der ganz locker gespielte Reggae, ein Bela-Stück. Bela blickt hier aus der Sicht eines Rentners auf seine Karriere zurück, während im Refrain wieder ordentlich gerockt wird. Die ironischen Lyrics machen Spaß beim zuhören, wie insgesamt der ganze Song. Nach dem zweiten Chorus gibt es ein kurzes Gitarrensolo, bevor die dritte Strophe beginnt. Mit dem rockenden Refrain endet dann nach etwas über vier Minuten dieses Lied. Ist in Ordnung.
"Wir sind die Lustigsten" ist Rods Beitrag zur Bonus-EP und wird am Klavier von ihm dargeboten. Dieser kann mit gescheiten Lyrics und viel Stimmung punkten, fast von orchestral wird es mit Farins Stimme im Hintergrund. Der Refrain kann überzeugen, insgesamt geht es hier jedoch sehr, sehr ruhig und selbstironisch zu.

Fazit: Die Ärzte sind zurück. Und das so, wie mans erwünscht hat. Die Poduktion, für die das Trio selbst verantwortlich ist, verpasst JAZZ IST ANDERS einen knackigen Sound, der gut aus den Boxen gescheppert kommt. Auch die Verpackung es Albums ist einzigartig. Einem Pizzakarton habe ich bisher noch keine CDs entnommen. Aber es gibt auch Musik. Diese kann mich insgesamt überzeugen, bis auf einige wenige Füller. Der Rest ist gut bis sehr gut und bietet eine große Bandbreite verschiedener Stile und Einflüsse. Das geht von Funk bis Elektro, von Pop bis Metal (ja, Metal! Ich sag nur: Hidden Track!).
Die beste Band der Welt macht auf JAZZ IST ANDERS in meinen Augen so gut wie alles richtig, den fehlenden Punkt gibt es wegen der genannten Füller nicht. Dafür gibt es jedoch einen halben für die außergewöhnliche Verpackung und das passende Gesamtpaket.
Ansonsten: Kaufempfehlung!

Tipp:
 "Junge", "Lasse Redn" sowie die Songs 13-15 stechen hervor. Außerdem noch "Wir sind die Besten" auf der Bonus-EP.

Titel-Liste:
 
    - - - - CD - - - -
  1. Himmelblau
  2. Lied vom Scheitern
  3. Breit
  4. Lasse redn
  5. Die ewige Maitresse
  6. Junge
  7. Nur einen Kuss
  8. Perfekt
  9. Heulerei
  10. Licht am Ende des Sarges
  11. Niedliches Liebeslied
  12. Deine Freundin (wäre mir zu anstrengend)
  13. Allein
  14. Tu das nicht
  15. Living Hell
  16. Vorbei ist vorbei
    - - - - Bonus-EP - - - -
  1. Wir sind die Besten
  2. Wir waren die Besten
  3. Wir sind die Lustigsten

Laufzeit:
 CD: 50:45 Min. / EP: 11:17 Min.


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