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Review: Agrypnie |
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Album:
| | 16[485], 2010, Supreme Chaos |
Stil:
Wertung:
| |  6 von 7 Punkten | | R.J., 05.02.2010 |
Review:
| | Ins Leben gerufen als Solo-Projekt des Ex-Nocte Obducta-Sängers Torsten Der Unhold Hirsch präsentiert Agrypnie das vierte Album (die Split-CD mit Fated eingerechnet). Die Ideen scheinen den Schlafgestörten nicht auszugehen, wenn man bedenkt, dass erst 2004 die Band das Licht der Welt entdeckte. Schon ihre Werke F51.4 und EXIT haben erstklassige Bewertungen erhalten. Ein solches Niveau zu halten, ist grundsätzlich schwierig. Nachdem sich die Veröffentlichung ein wenig verzögert hat, liegt nun 16 [485] vor uns.
Die Besetzungsliste der Band gestaltete sich schon ein wenig kurios. Zu Beginn gestaltete Der Unhold so ziemlich alles allein, egal ob Gitarre, Keyboards, Songwriting, Texte oder Gesang. Nur die Drums wurden überließ er dem Computer. Geändert hat sich seit EXIT eigentlich nur, dass es jetzt einen richtigen Drummer gibt, nämlich René Schott. Ergänzt wird das Duo live mit weiteren Musikern. Jedoch auch da gibt es noch einige offene Posten. So sind aktuell Bass und Keyboards vakant.
Mit "Der tote Trakt " beginnen ziemlich interessante knapp 75 Minuten. Mit erheblich thrashigen Riffs formt sich ein formidables Soundkonstrukt. Ein großartiges episch-ruhiges Break unterbricht das mächtige schwarze Brett, eh dann die Härte wieder voll durchschlägt. Man fühlt regelrecht die kalten grauen Wände und das diffuse Licht, wie es im Refrain beschrieben ist.. Der Gesang von Mastermind Torsten mutet eher todesmetallisch an, fügt sich aber absolut passend in das gesamte Klanggebilde ein.
"Kadavergehorsam" steigt im mittleren Tempo ein, bevor dann der temporalen Wollust geföhnt wird. Dabei wird aber mitnichten einfach drauflos gehämmert. Ein spannungsreicher Songaufbau steht bei Agrypnie im Vordergrund, was dieses Album ebenso auszeichnet, wie seine Vorgänger. Erhabenen Passagen wechseln sich mit temporeichen Parts gekonnt ab, ohne überladen oder gar absurd zu klingen. Ganz im Gegenteil, denn so meisterhafte Kombinationen sind selten im Genre.
"Verfall" plättet seinen Weg ins Gehör im mittleren Tempo. Auch hier wird wieder im Tempo variiert und mit einigen teils sphärischen Klängen komplettiert. Ebenso verhält es sich beim nächten Track "Schlaf". Zudem wird hier noch das eine oder andere Gitarrensolo eingestreut.
Anders verhält es sich bei "Zorn". Dem Songtitel angemessen gibt es hier im D-Zug-Tempo richtig aufs Ohr. Die Doublebass wuchtet sich komplett durch das Stück. Dazu kommt noch ein nachvollziehbarer und fesselnder Refrain. "F15.2" nimmt einem anfangs, wegen des zähen Tempos regelrecht die Luft. Schwermut hinterlässt eine tiefe Spur im Gehirn, auch die fortwährend ansteigende Geschwindigkeit gönnt einem keine Atempause, denn im nächsten Moment wird weitergefräst. Auch die spanischen Gitarrenlaute zur Mitte des Tracks vermindert die depressive Atmosphäre nicht, spätestens jedoch der herzzerreißenden Schrei führt einen dahin zurück.
Wer sich vom zart anmutenden Titel und dem ruhigen Beginn verleiten lässt, bewegt sich auf dem falschen Pfad. "Morgen" entpuppt sich als schwerer Brocken schwarzen Metalls. "16[485]/Brücke aus Glas" stammt aus der Feder von Alboin, seines Zeichens Bassist der deutschen Black Metal-Band Geist. Den Leadgesang von diesem Stück übernimmt er ebenso. Der Song ist mit knapp 12 Minuten der längste dieses Albums. In diesem Song vereinen sich die harte und aggressive Gangart wiederum phänomenal mit den ruhig-atmosphärischen Melodien ohne langweilig zu werden. "Figur 109-1" beschließt das Werk. Ebenso wie das Intro "Figur 109-3" stammt die Nummer von Mathias Grassow und rundet das Ganze perfekt ab.
Fazit: Tja, eine typische Black Metal-Scheibe ist das nicht, was hier im Player rotierte, vielmehr eine wahre Kunst der Variation rund um das schwarze Metall, das natürlich als Grundlage dient. Neben den perfekten Variationen mit der Geschwindigkeit werden Passagen voller episch erhabener Melodie und sphärischen Klängen meisterhaft eingeflochten, ohne die Härte und Aggressivität zu vernachlässigen. Der Gesang von Torsten ist ebenso untypisch und eher dem Death Metal-Lager zuzuordnen, was der Klasse und einer gewissen Einzigartigkeit keinen Abbruch tut uns sich in das Gebilde perfekt einfügt.
Erstklassig ist es Agrypnie gelungen nie langweilig oder überladen zu wirken, obwohl alle Nummern die sechs Minuten-Grenze überschreiten. Gewieft strukturieren sie die Songs so, dass es immer spannend bleibt und der Hörer jederzeit auf eine Überraschung lauern kann. Darüber hinaus besteht eine perfekte Symbiose aus Text und Musik. Die Inhalte der Songs bezieht sich auf Ängste, die Apokalypse und die Bewältigung des Vergangenen. Das ganze Werk ist eingängig und in allen Belangen nachvollziehbar. 16[485] ist bzw. wird sicher ein Meilenstein im modernen Black Metal. |
Anspieltipps:
| | "Der tote Trakt" mit thrashigen Gitarren, "Zorn" macht seinem Namen alle Ehre, "F15.2" schwermütiger düsterer schwarzer Brocken, "16[485]/Brücke aus Glas" vereint die Vorzüge der Band in puncto Variation |
Tipp:
| | Metal Fans, die neben grobem Gemetzel auch ein Ohr für Melodie und Atmosphäre haben müssen dringend zugreifen. |
Titel-Liste:
| | - Figur 109-3
- Der tote Trakt
- Kadavergehorsam
- Verfall
- Schlaf
- Zorn
- F15.2
- Morgen
- 16[485] / Brücke aus Glas
- Figur 109-1
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.myspace.com/agrypnieband  |
Probehören und Kaufen:
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