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Review: Airbag |
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Album:
| | ALL RIGHTS REMOVED, 2011, Karisma |
Stil:
| | Art Rock, Progressive Rock |
Wertung:
| |  6 von 7 Punkten | | U.B., 22.11.2011 |
Review:
| | Die norwegische Band Airbag aus dem Raum Oslo besteht seit 2005 und legt mit ALL RIGHTS REMOVED nun das zweite Album vor. Das Debüt IDENTITY stammt von 2009. Die zwei Jahre dazwischen hat die Band mit Hochdruck am neuen Werk gearbeitet und, ich nehme es vorweg, eine überzeugende Leistung abgeliefert. Asle Tostrup Vocals, Bjorn Riis Gitarre und Vocals, Jorgen Hagen Keyboards, Anders Hovdan Bass und Henrik Fossum an den Drums ist die Besetzung des Quintetts. Bei einer Spielzeit von 50 Minuten verteilt auf nur sechs Songs ist klar, hier fallen die Stücke Prog typisch in epischer Länge aus. Keine Ahnung ob der Erscheinungstermin Ende Oktober Zufall oder gewollt ist, auf jeden Fall passt die leicht depressive, gemächliche Musik sehr gut zur herbstlichen Jahreszeit.
Das Titelstück "All Rights removed" gibt in der melancholischen Art sofort wieder was sich an Atmosphäre durch das ganze Album zieht. Ganz verhalten nur mit Gitarre und den Vocals gesellen sich die anderen Instrumente erst mit Verzögerung dazu. Den Gitarren im David Gilmour Stil werden wir im Verlauf auch noch häufig begegnen. Da fühlt man sich sofort an die guten alten MEDDLE Zeiten erinnert. Die beschauliche Nummer mit nur gelegentlichen, energischen Gitarrenläufen vermittelt das Gefühl zu schweben, besonders in den ganz ruhigen Abschnitten.
Metallisch leise Gitarrenklänge eröffnen "White Walls". Langsam, fast unmerklich steigert sich der Track, die Gitarren starten zu spacigen Klangkollagen. Die Vocals klingen eine Spur weinerlich. Gibt man sich dieser Lethargie hin reißen einen die unvermittelt heftig aufspielenden Gitarren aus der Ruhe. Diese Zäsur tut dem Stück gut andernfalls wäre es zu gradlinig ausgefallen.
Das balladeske "The Bridge" schwelgt genüsslich in Moll Tönen, da passen sich die traurigen Vocals an. Die sehr melodischen Gitarren werden von den Keyboards sanft umweht. Ein schönes Gitarrensolo schickt einen auf eine Zeitreise zu frühen Pink Floyd. Gegen Ende dürfen dann die Drums stärker in den Vordergrund treten.
"Never coming Home" hat schon etwas Trauriges im Titel und da steht die Musik nicht zurück. Die Vocals sind betrübt gestimmt die Keyboards leise, fast lethargisch. Glanzpunkte setzen erneut die Gitarren und die untermalenden Keyboard-Passagen. Bass und Drums halten sich songdienlich zurück.
Das kurze "Light them all up"ist rein instrumental und beginnt mit zarten, zerbrechlichen Keyboardtönen und nur hingehauchtem Piano. Die Keyboardstreicher verleihen dem Stück eine klassische Ausrichtung. Die schöne Melodie kommt traurig daher. Im Hintergrund sind Schussgeräusche eines Maschinengewehrs zu hören.
Den Abschluss bildet das 17 minütige "Homesick". Den verhaltenen Start mit leiser Akustikgitarre und gefühlvollen Vocals kennen wir schon von anderen Stücken. Die Spannung wird allmählich aufgebaut. Das Ganze hat eine gute, eingängige Melodie. Da wechseln sich verträumte Keyboardpassagen ab mit fulminanten Gitarren und diese werden wieder abgelöst von Astralklängen der Keys. Auch die phantastischen Gilmour Gitarren haben einen Einsatz. Das Stück ist eine epische Reise durch entrückte Klangwelten, besinnlich so richtig zum Träumen
Fazit: Mit ALL RIGHTS REMOVED entführt uns Airbag in eine Traumreise durch Raum und Zeit. Die sphärisch getragenen Space Rock Klänge laden ein die Seele baumeln zu lassen, sich einfach zurückzulehnen und die Augen zu schließen, sich der Musik hingeben. Die Pink Floyd Einflüsse sind stark ausgeprägt, ich dachte ständig an David Gilmours unverwechselbaren Gitarrensound. Bjorn Riis scheint der jüngere Bruder von Gilmour zu sein. Airbag wird auf dem Infoblatt als Atmosheric Progressive Rock Band angekündigt. Diese Beschreibung trifft es schon recht genau. Der progressive Anteil ist dabei nicht sehr groß dafür ist die Atmosphäre ungeheuer dicht und nimmt den Hörer gefangen. Da schwelgt man genüsslich in melancholischer Schwermut ohne, dass die Sache zu depressiv wird. Das Album scheint wie geschaffen für die dunkle Jahreszeit. Definitiv keine Musik um den Putz von der Wand rieseln zu lassen und headbangend durch die Wohnung zu tanzen. Hier sind die leisen Töne angesagt wobei dynamische Gitarrensoli für Abwechslung sorgen. Neben den Gitarren sind es vor allem die Keyboards die reichlich eingesetzt für die Astralklänge sorgen. Die Stimme von Asle Torstrup ist angenehm und fängt die Atmosphäre der Stücke gut ein. Nur würde ich mir bei den Vocals eben mehr Dynamik wünschen die Gesangslinien sind sich viel zu ähnlich. Das trifft auch, in abgeschwächter Form, auf die Songs zu, alle sehr sorgfältig und mehr als gefällig arrangiert aber ich hatte doch das ein oder andere Deja Vu Erlebnis. Da sollte das Tempo ruhig mal öfter angezogen werden, hier ist noch Platz für Verbesserungen. Ansonsten aber ist das Album ein Highlight der Art Rock/Progressive Rock Veröffentlichungen in 2011. |
Anspieltipps:
| | Das gesamte Album. Müsste ich mich auf nur einen Song festlegen wäre das "Homesick" da dieser Song die meisten Gänsehaut Momente besitzt. |
Tipp:
| | Für Pink Floyd Anhänger ein Pflichtkauf. Wer auf Art Rock steht wird ebenfalls begeistert sein. Musik zum Träumen mit toller Atmosphäre. |
Titel-Liste:
| | - All Rights removed
- White Walls
- The Bridge
- Never coming Home
- Light them all up
- Homesick
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.airbagsound.com  |
Probehören und Kaufen:
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