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Review: Alienated
 
LONELY HEARTS KILLERS

Album:
 LONELY HEARTS KILLERS, 2009, Eigenvertrieb

Stil:
 Hard Rock

Wertung:
 2 von 7
2 von 7 Punkten
 J.P., 07.06.2009

Review:
 Alienated aus dem Oldenburgerland kommen mit einer neuen und selbstproduzierten "Pladde" in die Läden. Aus der sympathischen Packungsbeilage liest man eine Beschreibung, die passender kaum sein könnte: "...die Pladde ist einfach 100%ig Alienated! Wir können es selber nicht beschreiben, was wir da auf LONELY HEARTS KILLERS machen...". Die Band besteht bereits seit 1997 und hat bereits zwei Langspieler veröffentlicht. Nach einer fünf-jährigen Auszeit lassen es die Jungs wieder krachen, auch wenn sie inzwischen als Trio die Bühnen unsicher machen. Mal sehen wie sich "...die vielleicht aggressivsten Liebeslieder der Welt..." so anhören.

Die Oldenburger beginnen mit dem Song "Story of a faithless Life" und einem Riff, bei dem ich schon zu Beginn dieser CD überlege, ob man die Scheibe wirklich bis zum Ende hören soll. Das Riff wandert unbeirrt die Tonleiter hinab und erinnert mich dabei an ein Äffchen aus einem Videospiel, dass sich gemächlich von Ast zu Ast schwingt und an jeder Ecke seine Bananenschalen aufsammeln muss. Unterstützt wird das Ganze von einem Drumming, dass statischer kaum sein könnte. Die Stimme ("Kilmeister" lässt grüßen) ist zu Beginn der einzige Grund nicht sofort weiterzuskippen. Bleibt jetzt nur noch der Refrain abzuwarten, der über alles entscheiden wird. Dieser überrascht dann mit einer Hook, die das Ganze in eine neue Perspektive rückt. Ein wenig anklagend und schwermütig aber definitiv ein Mitsingrefrain der live gut funktionieren sollte. Nach einem grundsoliden Solo, ein paar Atemübungen und ein, zwei Wiederholungen ist der Song schließlich vorbei.
Hängen-geblieben ist das Äffchenriff und die Hoffnung auf Besserung mit Track zwei mit dem Titel "Alone". Mit Keyboarduntermalung leitet der stimmungvolle Vers in den Refrain, der sich erneut durch eine nette Gesangslinie auszeichnet.
Eine deutlich dichtere Amosphäre und eine Steigerung von 90 %. "Energy from the Outside" ist ein durchschnittlicher Rocker, der aber in keiner Weise einen bleibenden Eindruck hinterlässt.
Die Backinghook im Refrain von Track vier "Can't hate my Love" scheint von Danzig inspiriert. Inzwischen fällt jedoch das geringe Repertoire des Trommlers so unangenehm auf, mal ganz abgesehen von Tightness und Akzentuierung, dass eine Menge an Stimmung auf der Strecke bleibt. Nichts geht über einen straighten Beat im Rock'n'Roll, doch sollte es zumindest zu den Riffs passen und ein wenig Abwechslung bieten.
Auch in "Let the Darkness rise again" stolpert man sofort über das eintönige Gestampfe. Da jetzt auch noch die Gitarre auf überwiegend zwei Akkorden beharrt, ist an diesem Song nichts von Belang.
Mit einer Symphonie hat "Symphony of Emptiness" soviel gemein, wie der Begriff Zusammenspiel mit Track sechs. Geht man davon aus, dass es sich um eine Eigenproduktion handelt, so hätte man zumindest besonderen Wert auf Punktspiel legen sollen.
Wenn man das Drumming mal versucht auszublenden bringt "Satisfaction" ein wenig Befriedigung durch das Riffing und den Gesang im Refrain. Trotzdem fehlen dem Song so einige bpm.
"When my Thoughts become my biggest Fear" kann mit den restlichen Liedern problemlos mithalten. Hier passiert nichts, bis auf ein paar Schreie in oberer Tonlage.
Für einen kurzen Moment kamen mir im Vers von "No Light forever" Depeche Mode in den Kopf. Obwohl ich für diese Gruppe nichts übrig habe, funktioniert der Vers ganz gut (auch mit den Drums). Klafünf eröffnet Nummer zehn von LONELY HEARTS KILLERS. Das wäre die Chance für den Sänger mal ungebremst aller Arrangements zu glänzen. Lange bleibt er jedoch nicht allein und wird zum Refrain von seinen Mitstreitern lautstark unterstützt.
"Road to nowhere" ist im Kern genommen keine schlechte Ballade, die förmlich nach möglichen Vorbildern alla Guns'N'Roses schreit und ihre Glaubwürdigkeit jedoch durch langgezogene "ih"-Laute einbüßen muss.
Ausbruch, oder "Break out" macht dort weiter wo Track neun endete. Das Versriff hätte tight gespielt vielleicht einen gewissen Reiß ausüben können, doch so versinkt auch dieser Song schnell in Vergessenheit. Von Ausbruch keine Spur.
Unter dem Titel "Heart Soul Fire" wurde im Vorfelde bereits ein ganzes Album von Alienated an die Öffentlichkeit losgelassen. Sofern das Album die gleichen Merkmale wie dieser Song aufweist, ist dieser Track auf dem aktuellen Langspieler trotzdem durchaus gerechtfertigt. Ich habe nicht mitgezählt wie oft die Soli mit Blastbeat unterfüttert wurden, doch war es mit Sicherheit nicht das erste Mal.
Track Nummer dreizehn mit dem klangvollen Namen "Closely connected" ist zur Abwechslung rein instrumental gehalten. Eine Scheibe, die so rauh klingt wie LONELY HEARTS KILLERS wäre sicherlich auch prima ohne Alien-Keyboard-Effekte ausgekommen, die nicht nur den letzten Song dieses Albums veredeln. Abschließend ist dieser Gegensatz aber auch stellvertretend für das gesamte Album, in dem so vieles nicht richtig zueinander passen will.

Fazit: Kurz und knapp gesagt, kann mit dieser Scheibe kein Blumentopf gewonnen werden. Auch wenn die Stimme nicht immer die Töne trifft, gehört sie jedoch zu den wenigen positiven Aspekten von Alienated. Es sind einige nette Ansätze bei den Gesangsmelodien zu finden, die mit der richtigen Instrumentierung vielleicht zu mehr Geltung kommen könnten. Außer dem bereits erwähnten Blastbeat kommt das gesamte Album vielleicht noch auf vier Drumrhythmen, die sich teilweise mehr nach Live- als Studiorecording anhören. Das Zusammenspiel und die Tightness lassen sehr zu wünschen übrig, sowie auch der Ideenreichtum des Riffings. Der Sound ist passend rauh gehalten. Bis auf ein paar Lautstärkeschwankungen, dem Anschlagspiel des Bass und der hallenden Snare fällt er nicht weiter negativ auf.

Anspieltipps:
 "Alone" und "Satisfaction".

Titel-Liste:
 
  1. Story of a faithless Life
  2. Alone
  3. Energy from the Outside
  4. Can't hate my Love
  5. Let the Darkness rise again
  6. Symphony of Emptiness
  7. Satisfaction
  8. When my Thoughts become my biggest Fear
  9. No Light forever
  10. Road to nowhere
  11. Break out
  12. Heart Soul Fire
  13. Closely connected

Laufzeit:
 54:05 Min.

Band-Infos:
 
  • www.alienatedrocks.com 


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