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Review: Amberian Dawn |
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Album:
| | RIVER OF TUONI, 2008, Ascendence |
Stil:
Wertung:
| |  4,5 von 7 Punkten | | S.M., 17.08.2008 |
Review:
| | Endlich mal wieder ein CD-Cover, dass mit einer gutaussehenden nordischen Kriegerin, die hinter einem Schwert posiert, sofort ins Auge sticht. Möglicherweise soll die Darstellung auch einer Walküre entsprechen, einem dieser weiblichen Geisterwesen, die die Seelen der ehrenvoll gefallenen Krieger nach Valhalla begleiten.
Wie auch immer, es handelt sich bei der schönen Rotgelockten tatsächlich um Heidi Parviainen, der Sängerin von Amberian Dawn herself. Zusammen mit ihren Mitstreitern, die sich teilweise aus der ehemaligen Melodic Metal-Band Virtuocity zusammensetzen, will die klassisch ausgebildete Vokalistin in die Bereiche von Genre-Vorreitern wie Nightwish oder Within Temptation vorstoßen.
Ob Amberian Dawn das mit ihrem Debüt RIVER OF TUONI schon gelingen wird?
Der Reigen beginnt mit dem Titeltrack "River of Tuoni", der sehr stimmungsvoll ist und mit einer schönen Melodie aufwarten kann. Da er nach gerade mal drei Minuten schon wieder vorbei ist, wirkt er nicht ausgereizt. Mit der leicht epischen Aufmachung hätte man da einiges mehr rausholen können.
Die kurze Spielzeit ist bei den Kompositionen von RIVER OF TUONI aber wohl standard, denn "Wings are my Eyes" ist nur unwesentlich länger. Der Rhythmus und der Aufbau sind hier verhaltener und sehr auf den sopranen Gesang zugeschnitten. Eine leicht romantische Stimmung begleitet den Track, was sich auch im kurzen Lead-Solo widerspiegelt.
Ein Glockenspiel und eine mystisch anmutende Melodie leuten "Lullaby" ein. Diese Mystik wird im weiteren Verlauf, der ein wenig progressiv ist, mit kurzen männlichen Growls noch dynamisiert. Der extrem hohe und wenig variable Gesang von Heidi Parviainen beginnt bereits jetzt ein wenig an den Nerven zu zerren. Zum outro gibt es erneut Glockenspiel, was bei diesem Track eigentlich auch die einzigen Akzente setzt.
Wesentlich schwungvoller kommt "Valkyries", erinnert mich aber stark an ähnlich geartete Songs von Nightwish. Aufbau, Melodie und Refrain sind aber sehr gelungen. Auch singt Heidi teilweise in gemäßigterer Stimmlage, was dem Stück zu Gute kommt.
Mit richtig dynamischen Gitarrenleads beginnt "Fate of Maiden". Dieses Stück hat bislang am ehesten einen Power Metal-Hintergrund, ist aber mit 2:52 viel zu kurz, um sich richtig darauf einlassen und es auch nur halbwegs genießen zu können.
Bei "My only Star" wird es dann wieder recht romantisch. Es ist eine emotionale Ballade, die durch die Leadgitarre auch einige Male etwas dynamisiert wird. Mit 4:25 ist es die längste Nummer der Scheibe. Das hätte ich mir aber lieber bei mehreren Songs so gewünscht. Durch die Melodie und den gefühlvollen Gesang kann der Track aber durchaus punkten.
Das druckvolle "Curse" startet mit satanisch anmutendem, rückwärts gesprochenem Text und geht dann in ein eingängiges Power-Metal-Grundgerüst über. Durch das Fehlen eines wirklichen Höhepunktes verschenken Amberian Dawn hier aber ganz klar Potential. Die Instrumentalabschnitte können sich hören lassen.
Das durch fette Trommeln eingeleitete "Passing Bells" ist eine schön epische Nummer mit intensivem Aufbau und bezaubernden choralen Untermalungen. Auch der Refrain und das Interlude passen sich sehr gut dieser epischen Atmosphäre an. Ein rundum gelungenes Stück.
Bei "Sunrise" wechseln sich druckvollere mit besinnlichen Abschnitten ab. Trotz der progressiven Ausrichtung geht aber die Hookline nicht verloren, sondern wird konsequent zu Ende geführt.
Das durch mitreißendes Orgelspiel eingeleitete Abschlussstück "Evil inside me" erinnert wieder stärker an die bekannten Landsmänner von Nightwish, ist aber trotzdem eines der Highlights der Scheibe, da die einzelnen Elemente des Songs gut aufeinander abgestimmt sind, so dass er als Gesamtkonstrukt eine gewisse Magie ausstrahlt.
Fazit: Fangen wir mal mit den negativen Aspekten an: Eine Spielzeit von 36 Minuten ist eine Unverschämtheit gegenüber potentiellen Käufern. Es handelt sich hier ja schließlich nicht um 80er-Jahre-Thrash-Gebolze. Die kurze Spielzeit der Titel schlägt sich außerdem auch in der Qualität der Stücke nieder, denn diese wirken teilweise kompositiorisch nicht richtig ausgefeilt, sondern eher auf die Schnelle zusammengeschustert und zwanghaft über die 3-Minuten-Grenze gehievt.
Leichte Mäkel sehe ich auch noch beim wenig variablen Gesang von Heidi. Tarja Turunen agiert hier beispielsweise wesentlich vielschichtiger. Aber ich bin sicher, dass Heidi Parviainen hieran noch arbeiten kann.
Die instrumentelle Seite ist dagegen einwandfrei. Die Akteure beherrschen ihre Instrumente und die Abstimmung und Abmischung ist ebenfalls in Ordnung. Auch haben einige Songs durchaus Hitpotential (besonders die u.a. Anspieltipps) und beweisen, dass Amberian Dawn schon ein Händchen fürs Songwriting haben. Nur müssen sie sich da noch viel mehr dahinterklemmen und ihre Stücke besser ausarbeiten.
Für den Aufstieg in die Liga, in der Nightwish, Edenbridge, Within Temptation & Co. spielen, reicht es zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Doch ich bin sicher, dass Amberian Dawn das nächste mal noch zulegen können. |
Anspieltipps:
| | "River of Tuoni", "Valkyries", "Passing Bells" und "Evil inside me". |
Titel-Liste:
| | - River of Tuoni
- Wings are my Eyes
- Lullaby
- Valkyries
- Fate of Maiden
- My only Star
- Curse
- Passing Bells
- Sunrise
- Evil inside me
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.amberiandawn.com  |
Probehören und Kaufen:
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