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Review: Amplifire
 
ACHTUNG PANZER

Album:
 ACHTUNG PANZER, 2011, Eigenvertrieb

Stil:
 Heavy Metal, Thrash Metal

Wertung:
 4,5 von 7
4,5 von 7 Punkten
 S.M., 24.01.2012

Review:
 Der Bandname gefällt mir: Amplifire, eine Wortzusammensetzung aus Amplifier (falls es jemand nicht wissen sollte: Amplifier, oder kurz: Amp = Verstärker) und Fire. Dafür kann der Albumtitel schon abschrecken, denn ACHTUNG PANZER lässt entweder deutsche Texte oder einen Stil wie NDH befürchten. Beides trifft nicht zu. Amplifire spielen traditionellen Metal, und tragen diesen – wie es sich gehört – in englisch vor.
ACHTUNG PANZER ist das dritte Album der Karlsruher Band, die sich seit dem Jahrtausend-Wechsel in der Szene tummelt. Lag es an mangelnder Qualität, dass man von Amplifire bisher noch nichts gehört hat, oder an fehlender Promotion für die bisherigen Alben? Bei ACHTUNG PANZER nehmen sie die Promotion jedenfalls ziemlich ernst und gestalten sie umfangreich. Einer Meinung zu diesem Kriegs-Artwork (welches zugegebenermaßen natürlich zum Albumtitel passt) enthalte ich mich mal und wende mich stattdessen direkt dem Neun-Tracker zu.

Die Musik stellt sich als gekonnte Vermischung aus oldschooligen Wurzeln und kraftvollen, moderneren Elementen heraus. Es findet sich auf ACHTUNG PANZER zwar kein enormes Hit-Potential, aber die Stücke sind gleichermaßen druckvoll wie melodisch und Höhepunkte werden zumeist gut erarbeitet. Der Opener "Almighty Assault Gun of Death" kann dann auch gleich mit diesen Aspekten auf sich aufmerksam machen.
"Marching on" fährt eine ähnliche Schiene, mit gefällt hier aber das Bridge-Refrain Konstrukt mit den coolen Gangshouts. "The lambent Flame" ist allgemein melodischer und epischer gehalten und greift dabei auf leicht Maiden-eske Leads zurück. Den choralen Höhepunkt gestalten die Badener schön hymnisch.
Bei "Bring me the Head of Alfredo Garcia" (dabei geht es lyrisch wohl um den gleichnamigen Film) macht ein grooviger Thrash Metal seine Aufwartung. Da der Song dennoch vielschichtig gehalten wird, weiß auch er zu gefallen. Noch etwas thrashiger wird es bei "The iron Cross", was den Track – abgesehen vom Solo – etwas eintönig macht.
Mit der Integration der erweiterten Thrash-Elemente verlieren die Stücke von Amplifire leider so ein bisschen die Eingängigkeit. Auch "The Day of the Jackal" ist zwar technisch ausgefeilt, bleibt aber nicht so gut im Ohr haften wie die Songs zu Beginn des Albums.
Mit der guten, alten Alarmsirene, die in den 80ern unzählige Thrash-Werke eröffnete, startet "Bird of Prey" und so wird die Marschrichtung hier schnell klar: ein weiterer Track mit deutlicher Thrash-Schlagseite, aber zumindest wird der Höhepunkt gut gesetzt.
"Walther P5" hätte ich fast geskipped, da es mit den gleichen Thrash-Stakkato-Riffs beginnt, doch da wäre mir ein recht cooler Refrain mit passenden Gangshouts entgangen. Ähnlich geartet ist das abschließende "Evil Tank Machine": man wünscht sich mehr Heavy-Metal-Elemente, doch der Höhepunkt ist wieder gut erarbeitet.

Fazit: Eigentlich haben es Amplifire schon drauf, gute Old-School-Metal-Songs zu schreiben, wie gerade die erste Albumhälfte beweist. Ebenso haben sie ein Händchen für hymnische Höhepunkte. Allerdings geht mit Zunahme der Thrash-Anteile leider der Ideenreichtum etwas zur Neige. Im zweiten Abschnitt von ACHTUNG PANZER schleicht sich eine gewisse Ähnlichkeit ein, die Amplifire einiges an Wertung kostet.
Die handwerkliche Leistung ist soweit in Ordnung. Die Vocals wirken manchmal etwas kauzig, passen insgesamt aber zu der oldschooligen Ausrichtung. Obwohl mir das Gitarrenspiel gut gefällt, kränkt auch dieses in der zweiten Albumhälfte etwas an der einförmigen Art des thrashigen Riffings. Ich habe da immer den Eindruck, die Gitarristen können mehr, als der Song letztendlich hermacht.
Im Fazit kann sich ACHTUNG PANZER im vorderen Mittelfeld platzieren. Der Anschein, dass da aber eigentlich mehr drin sein müsste, bleibt. Wer sowohl Old-School-Heavy- wie auch -Thrash-Metal mag, kann ruhig mal rein hören.

Titel-Liste:
 
  1. Almighty Assault Gun of Death
  2. Marching on
  3. The lambent Flame
  4. Bring me the Head of Alfredo Garcia
  5. Cross of Iron
  6. The Day of the Jackal
  7. Bird of Prey
  8. Walther P5
  9. Evil Tank Machine

Laufzeit:
 40:40 Min.

Band-Infos:
 
  • www.amplifire.de 


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