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Review: Android Empire
 
ANDROID EMPIRE

Album:
 ANDROID EMPIRE, 2008, Eigenvertrieb

Stil:
 Thrash Metal, Sludge Death Metal

Wertung:
 6 von 7
6 von 7 Punkten
 M.U., 10.09.2008

Review:
 2004 löst sich die Berliner Doom-Metal Band Shepherd auf. Zwei der Bandmitglieder, nämlich der Gitarrist Oliver Bojoski und Schlagzeuger Tobias Engl, wollen jedoch weiter Musik machen und gründen darauf hin die Band Adriod Empire. Stammsitz ist und bleibt Berlin. In den folgenden Monaten und Jahren kommen und gehen diverse Musiker bis Ende 2006 der langjährige Freund und Gitarristen Martin Fischer für die Band gewonnen werden konnte. Die Band komplettiert sich Ende 2007 mit dem niederländischen Bassisten Detmar Hess und dem aus Chile stammenden Sänger Jaime Correa. Damit ist Band komplett. Die Aufnahmen zum ersten Album ANDRIOD EMPIRE beginnen. Nach der Fertigstellung verlässt der Sänger Jaime Correa die Band. Und damit sind sie wieder einmal auf der Suche nach einem Sänger. Aber dessen ungeachtet, wollen wir uns das Demo-/Debütalbum nun einmal näher unter die Lupe nehmen.

Das Album beginnt mit "Broken Glass Vision". Dieser treibende Sound heizt einem gleich zu Beginn so richtig ein. Auch wenn die Band von sich selbst sagt, man fröne dem Thrash, so sind doch starke Doom-Einflüsse bemerkbar. Und dies beruht mit Sicherheit auf den "Erfahrungen" der beiden Gründungsmitgliedern Oliver Bojoski und Tobias Engl. Die Stimme des Sänger Jaime Correa gibt dem Ganzen mit einer tiefen, schon fast brüllenden Stimme, den letzten Schliff.
Der zweite Song "Citizen 665" ist wohl hoffentlich keine satanische Anspielung. Denn 666 steht bekanntlich für den Satan höchstpersönlich. Der Beginn klingt wie aus einer Mischung von Jazz, Blues und Doom. Dabei überwiegen eher die groovenden Rhythmen und der Song ist eigentlich mehr schwerfällig. Aber auch hier bestimmt im Laufe der Spielzeit der treibende Sound, besonders unterstützt durch die markante Stimme des Sängers.
Android Empire lassen einfach nicht locker und hauen mit dem Song "Nemesis Nation" mit voller Gewalt in die gleiche Kerbe wie zuvor. Genauso schwerfällig, düster und sehr doomlastig. Auch wenn sich der Sänger phasenweise extrem zurückhält, kommt er dann an anderen Stellen wieder wie ein Gewitter hervor.
Auch "Breathing by Compromise" ist nicht viel besser. Jedoch erkennt man stellenweise Einflüsse aus dem Bereich Speed-Metal. Aber alles in allem tendiert der Song extrem in Richtung Doom-Metal. Mit "Nemesis Nation" und "Citizen 665" nimmt er den roten Faden perfekt auf. Das Album klingt bisher wie aus einem Guss.
Richtig nach Speed-Metal klingt "Zenturio". Eine willkommene Abwechslung zu den doch eher schwerfälligen und düsteren Songs, die davor zu hören waren. Wenn man jetzt denkt, das ist so ein richtig fröhlich beschwingter Song, der irrt gewaltig. Zugegebenermaßen ist er schneller und nicht ganz so düster, aber die Grundrichtung wird zu keiner Zeit verlassen.
"Her Wrath" beginnt mit extrem tiefen Bassklängen. Da bekommt man schon fast Angst um seine Boxen. Glücklicherweise schwenkt man einer knappen Minute wieder in Richtung Doom-Metal ab. Dieser Song ist wohl der Extremste. Nämlich extrem langsam, extrem schwerfällig, extrem depressiv. Und dazu passt perfekt die tiefe Stimme von Jaime Correa. Wenn der so weiter macht, wird er den letzten Song nicht mehr schaffen. Den Eindruck hat man wenigstens an dieser Stelle. Phasenweise erinnert man sich sogar an die guten alten Black Sabbath vom gleichnamigen Album.
Mit "Electric Allelluya" endet das 35 Minuten dauernde Inferno aus Berlin. Dieser Song besticht durch eine Mischung aus Hardcore-, Thrash- und Doom-Elementen. besonders die etwas schrill und dann wieder extrem aggressive Gitarre untermauert den Eindruck. Phasenweise klingen sie sogar richtig rockig. Ein gelungener Abschluss eines überaus beeindruckenden Albums dieser deutschen Band.

Fazit: Das erste Album von Android Empire beeindruckt ungemein und man glaubt gar nicht, dass es sich dabei nicht um eine der renommierten Bands handeln könnte. Ein wirklich sehr viel versprechendes Album der Berliner Band. Schade nur, dass man das Album unter Eigenproduktion erscheint, aber bei dieser Professionalität wird es wohl nicht mehr lange dauern, bis sich ein bekanntes Label die Band "unter den Nagel reißt". Musikalisch gesehen gibt es nichts zu meckern. Die Band besticht durch abwechslungsreiche Songs, bei denen sich Thrash-, Doom- und sogar melodische Elemente die Waage halten. Das ganze Album wirkt alles in sich völlig schlüssig und flüssig. Es ist nur zu hoffen, dass man bald einen geeigneten Sänger als Nachfolger für Jaime Correa finden wird. Dann steht der Band zum Ruhm hoffentlich nichts mehr im Wege. Selbst das Cover hebt sich von der üblichen Machart ab. Schwarz-weiße Tuschezeichnung sieht man heute nicht mehr allzu oft. Einfach, simpel aber genial gestaltet.

Anspieltipps:
 Besonders hervorheben tun sich die Songs "Broken Glass Vision", "Citizen 665", "Her Wrath" und "Electric Allelluya". Bei sieben Songs bleiben einem wenig Möglichkeiten, besondere Vorschläge zu machen.

Titel-Liste:
 
  1. Broken Glass Vision
  2. Citizen 665
  3. Nemesis Nation
  4. Breathing by Compromise
  5. Zenturio
  6. Her Wrath
  7. Electric Allelluya

Laufzeit:
 34:46 Min.

Band-Infos:
 
  • www.androidempire.de 


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