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Review: Angantyr
 
SVIG

Album:
 SVIG, 2010, Soulfood

Stil:
 Black Metal

Wertung:
 5,5 von 7
5,5 von 7 Punkten
 M.U., 13.08.2010

Review:
 Angantyr ist ein Begriff aus der alten nordischen Mythologie. Auf der einen Seite beschreibt dieser Begriff den Namen verschiedener Charaktere; sie entstammen der "Hervarar saga ok Heiðreks konungs", bzw. dem darin überlieferten "Hunnenschlachtlied". Aber Angantyr ist auch ein dänischer König, der um 710 lebte. Also beste Voraussetzungen für eine dänische Band. Band? Sie besteht lediglich aus einem Mitglied namens Ynlegorgaz. Er gründet die "Band" im Jahre 1997 in Kopenhagen. Auf Grund seiner hohe Interesse an nordischer Mythologie und skandinavischer Geschichte benennt er die Band nach dem dänischen König, wie bereits erwähnt. 1998 entsteht das erste Demo. Damit beginnt eine produktive Schaffensperiode; die Bandbio liest sich wie ein Roman. Ständig ist er mit Produktionen und Konzerten beschäftigt. Bis heute (2010) erscheinen acht Veröffentlichungen, von Demo über Split-CD bis zum fertigen Album.

Mit einer Kirchenorgel beginnt der Song "En Fjendes Død". Das Geklimper muss man sich ganze 1¾ Minuten anhören. Doch danach kommt die Entschädigung. Brachial, brutal, hart an der Grenze des hörbaren geht es weiter. Gesanglich typischer Black Metal. Tief, brüllend und sehr depressiv. Würde er deutsch singen, könnte man es für Eisregen halten. Blutkehle lässt grüßen.
In keinster Weise ein bisschen leiser ist der nächste Song "Raukes Ran". Aber er klingt nicht ganz so hart, eher etwas melodiöser, was ihn damit von seinem Vorgänger abhebt. Das tut auch dem Gehör gut und die Trommelfelle schon. Mit knapp zehn Minuten wirkt er im weiteren Verlauf etwas monoton und eintönig.
"Skyggespil" klingt schon fast rockig und sehr melodiös. Da hat man wohl den einen oder anderen Gang runter geschalten. Dennoch will man seiner Linie treu bleiben, was sich dann doch wieder zeigt. So nach der Hälfte hat man endlich das bekannte Fahrwasser erreicht. Ein bisschen Schade, denn der Anfang war so viel versprechend.
Weiter geht es mit "Svig", dem Titelsong. Nichts Neues, die dominiert die bekannte Spielweise mit dem bekannten Gesang. Musikalische Höhepunkt oder Extravaganzen sucht man vergebens. Wie gleiten nun in die angesprochene Monotonie ab.
"Ni Lange Nætter" ist mit knapp über vier Minuten der kürzeste Song. Der Anfang klingt mal wieder sehr rockig und sehr rhythmisch. Das Ganze wird dann gepaart mit dem nun hinlänglich bekannten Gesang, allerdings bleibt die treibende Gitarre extrem dominant im Vordergrund. Und klingt wirklich richtig klasse. Der Song hat einfach nur einen guten Drive.
So, wir näheren uns dem Ende. Der letzte Song "Arngrims Armod" ist auch der Längste mit genau zehn Minuten. Akustische Gitarren, die eher an Spanien oder Gibraltar (ich spiele da auf die Band Breed 77 an) oder Deutschland (ich meine Eisregen) erinnern, denn an Skandinavien leiten ihn ein. Nach gut zwei Minuten beginnt das ganze irgendwie infernalische Züge anzunehmen. Tendenziell bleibt man hier ruhiger. Es klingt getragener mit einer leicht depressiven Note gewürzt.

Fazit: Sechs Songs und über 48 Minuten. Respekt. Besonders wenn man den Umstand betrachtet, dass die "Band" aus lediglich einer Person besteht. Und der muss alle Instrumente irgendwie auf die Reihe bekommen. Musikalisch nichts Neues, typischer Black Metal aus dem nicht ganz so hohen Norden. Allerdings sehr gefällig gespielt und sehr eingängig. Man kann sich ohne weiteres damit identifizieren und es macht anfänglich Spaß, zuzuhören. Ein Wermutstropfen hat die Sache dennoch: Die Songs sind einfach zu lange geraten (im Schnitte zwischen sieben und zehn Minuten). Das klingt dann irgendwann nur noch monoton sich immer wieder wiederholend. Ob das einem gefällt oder nicht, dass muss jeder für sich selbst entscheiden.

Titel-Liste:
 
  1. En Fjendes Død
  2. Raukes Ran
  3. Skyggespil
  4. Svig
  5. Ni Lange Nætter
  6. Arngrims Armod

Laufzeit:
 48:22 Min.

Band-Infos:
 
  • www.angantyr.dk 


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