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Review: Angels of Babylon |
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Album:
| | KINGDOM OF EVIL, 2010, Metal Heaven |
Stil:
Wertung:
| |  4,5 von 7 Punkten | | J.G., 28.01.2010 |
Review:
| | Erfreulicherweise ist der Heavy Metal der ersten Stunden auch nach Jahrzehnten nicht aus der Mode gekommen. Das mag nicht nur daran liegen, dass Fans weltweit nach wie vor den Combos ihre Treue bekunden, sondern auch mit dem eisernen Durchhaltewillen der alten Haudegen erklärbar sein. Auch hier haben sich zwei bereits bestens bekannte Größen entschlossen, ihre musikalische Laufbahn mit einer neuen Band (oder ist es doch nur ein Projekt?) fortzuführen. Ex-Manowar Drummer Rhino und ex-Megadeth Bassist Dave Ellefson haben sich dazu den begnadeten, hoch motivierten Gitarristen Ethan Brosh und als Sänger David Fefolt in die Mannschaft geholt. Besonders Letzterer veredelt mit seiner kräftigen und angerauten Stimme so manchen Song und verpasst ihm den nötigen metallischen Anstrich.
Ansonsten hört man auf dem Debüt KINGDOM OF EVIL kaum nennenswerte Neuigkeiten. Die Songs bewegen sich meist in ruhigen oder Mid-Tempo-Regionen, bedienen sich dabei stilistisch bei Altmeistern von Deep Purple bis Black Sabbath zu Dios Zeiten. Etwas störend mögen einem auf der einen Seite die exzessiv genutzten Keyboards erscheinen, die es jedoch nie schaffen, wirklich tiefe Spuren zu hinterlassen, sondern oberflächlich dahintreiben. Und andererseits schafft es Flitzefinger Ethan Brosh immer wieder, hat an der Toleranzgrenze entlang zu schrammen, was absolut nicht an Unvermögen liegen mag, sondern viel mehr unter der Rubrik Übereifer abzuordnen ist. Kann sein, dass ich vielleicht auch etwas empfindlich auf die Tonlage der Gitarre reagiere, aber in Kombination mit den Gefrickel-Einlagen, bin ich öfter geneigt, die Lautstärke zu reduzieren.
Dagegen stehen sowohl der Sänger David Fefolt ebenso wie die dominante Rhythmusfraktion wie ein Fels in der Brandung und treiben - wo es etwas zu treiben gibt - gesanglich und taktmäßig jeden Song gnadenlos nach vorne.
Was bis auf wenige Ausnahmen fehlt ist jedoch der wirklich zündende Funke, der letztendlich nicht nur den Hörer mitzureißen vermag, sondern auch für eine gewisse langlebigere Erinnerung sorgt. Hier sind die Arrangements, wenn auch abwechslungsreich von Piano über Sirene bis zu Streichern einfach zu flach geraten.
Ausnahme mag der Song "Oh how the mighty have fallen" sein, der in allen Punkten überzeugen kann und auch mit einem für Heavy Metal angemessenen Tempo überzeugen kann.
Viele der anderen Songs schaffen es durchaus über gewisse Strecken zu überzeugen, fallen dann jedoch teilweise stark ab oder gar aus dem Rahen, dass nicht so rechte Lust aufkommen mag.
Beispiele sind der Opener "Conspiracy Theory", der von Rhinos Drumming und den dramatisch wirkenden orchestralen Effekten wirklich vielversprechend startet. Auch das Tempo ist voll im grünen Bereich. Aber gerade die danach folgenden wachsweichen AOR-typischen Keyboards sind es auch, die immer wieder die gesunde Härte des Songs voll nach unten ziehen. Da hilft auch kein ausufernder Gitarrenausritt mehr.
Ähnlich verhält es sich bei "Tear out my Heart", der düster und druckvoll startet, wie es Powerwolf und Co. liebt. Doch schon nach nicht einmal 20 Sekunden, wird eine Überdosis Weichspüler dazu gekippt und weg ist die gute Laune. Was bleib ist eine banale Ballade, wie man es von jeder Wald-und-Wiesen-Melodic-Band gewohnt ist. Schade, denn besonders in den härteren Passagen harmoniert die raue Stimme des Fronters prima mit dem stark nach vorne gerichteten Drumming und den hart klingenden Gitarren.
Auf instrumentelle Belanglosigkeiten, wie das Pianodominierte "The Remnant" möchte ich gar nicht näher eingehen, sondern abschließende nich ein paar Worte über den Titeltrack "Angels of Babylon" verlieren. Auch wieder so ein Kandidat, bei dem vieles passt aber gerade hier mir die viel zu übermächtig und auch stimmlich viel zu hoch agierenden weiblichen Choräle die Heavy Metal-Laune vermiesen. Da vermögen nicht einmal Ethan Broshs Gitarren-Licks den Softy-Muff zu überdecken.
Fazit: Das Debüt klingt insgesamt und auch im ersten Moment durchaus vielversprechend, offenbart jedoch an vielen Stellen Schwächen, die einfach keine richtige Metal-Laune aufkommen lassen. Hier wäre weniger doch mehr gewesen. Weniger allgegenwärtige flache Keyboardteppiche, dafür aber wuchtig und überzeugend, weniger Gitarren-Gefrickel, dafür aber knackiger, härter und weniger selbstverliebt.
Mehr griffige Passagen mit Ohrwurm-Charakter oder ansatzweise Mitsing-Refrains hätten sicherlich nicht geschadet. Um es auf den Punkt zu bringen: Raus mit dem AOR-Muff, rein mit metallischer Härte und dann kann das nächste Album bei dieser Besetzung eine richtige Hammerscheibe werden. |
Titel-Liste:
| |
- Conspiracy Theory
- Apocalypse 2012
- Night Magic
- Tear out my Heart
- Oh how the mighty have fallen
- Tarot
- Kingdom of Evil
- The Remnant
- Angels of Babylon
- Second Coming
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.myspace.com/officialangelsofbabylon  |
Kaufen:
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