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Review: The Answer |
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Album:
| | EVERYDAY DEMONS, 2009, Steamhammer |
Stil:
Wertung:
| |  6 von 7 Punkten | | J.G., 26.02.2009 |
Review:
| | Das waren noch Zeiten, als Anfang der 90er Bands wie The Black Crowes auf der Bühne erschienen sind und mit ihrem klassischen Hard Rock die Massen begeistern konnten, wie in den Anfängen die Rolling Stones. Damals wurden sie auch als legitime Erben der "großen Briten" gefeiert und die ersten beiden Alben verkauften sich beachtliche 10 Mio. Mal.
Nun schreiben wir jedoch nicht 1992 sondern 2009 und um The Black Crowes ist es wieder still geworden. Wer jedoch denkt, klassischer Hard Rock würde heute für Newcomer keine Chancen mehr bieten, der hat die Rechnung ohne Bands wie The Answer gemacht. Nicht auf 10 Mio. Alben, aber immerhin auf 100.000 verkaufte Exemplare des Debüts haben es die Nordiren gebracht und damit für gehörig Aufmerksamkeit gesorgt.
Der Erfolg kommt natürlich nicht von ungefähr, denn nur das richtige Team schafft man Qualität. Da wäre zunächst der Sänger Cormac Neeson, der mit seiner ausdrucksstarken Stimme mal sanft, aber auch mal rauchig rau agieren kann. Gitarrist Paul Mahon, der offensichtlich Rhythm'n'Blues bereits mit der Muttermilch konsumiert hat, könnte glatt als Joe Walsh's Bruder durchgehen und beherrscht seine Slide-Gitarre in Perfektion. Was noch fehlt, ist eine dynamische und druckvolle Rhythmusfraktion, die mit Bassist Mickey Waters und Drummer James Heatley ideal besetzt ist und den Gesamteindruck einmal mehr unterstreicht.
Nun steht mit EVERYDAY DEMONS bereits das nächste Album in den Startlöchern und man könnte sich fragen, was wohl das Geheimnis der Band ist, zeitlose und niemals altbacken klingende Songs zu produzieren. Vielleicht ist es wirklich der Teamgeist, aus dem die Band ihre Kraft schöpft, so zumindest erklärt es Gitarrist Paul Mahon...
...und genau diese unbändig Kraft schlägt dem Zuhörer bereits nach wenigen Stophen des Openers "Demon Eyes" entgegen. Retro Hard Rock wurde mit einem Schuss Blues veredelt und recht zügig durch die Verstärker gepresst. Genau so stellt man sich den Einstand eines Albums vor.
Etwas langsamer aber dafür tierisch groovend kann man auch bei "Too far gone" sofort ins Schwärmen geraten. So authentisch "retro" hört man die Gitarren nur noch selten, seit dem es um Led Zeppelin still geworden ist. Wer jedoch denkt, nur mit Standard-Kost abgespeist zu werden, der hat die Rechnung ohne "Breaks" und Gitarren-Soli gemacht.
Es muss nicht immer Hard Rock sein, das demonstriert der samt weich groovende Blues Rocker "Cry out", bei dem man am liebsten gleich selbst mitgröhlen möchte.
Psychedelic oder Heavy Rock? Da konnten sich oftmals auch Led Zeppelin ebenso wenig festlegen, wie The Answer bei ihrem "Why'd you change your Mind". Außergewöhnlich, retro, überraschend oder einfach genial.
Mit Up-Tempo-Einstieg entpuppt sich "Walkin' Mat" schnell als weiteres Groove-Monster dem man sich höchstens mit kräftigem Mitnicken entziehen kann. Varianten- und breakreich holen die Iren das Maximum aus den einfach gestrickten, super eingängigen Riffs heraus und nicht zum ersten Mal kämpfen Paul Mahon und Cormac Neeson um die Vorherrschaft.
Ob sich die große australische legende AC/DC wohl bei "Tonight" wieder erkannt hat und deshalb die Iren mit auf Tour genommen haben? Egal, trotz verwandter Songstrukturen ist es kein schnöder Aufguss von bereits bekanntem, sondern ein stellenweise mit viel Gefühl in Szene gesetzter Hard Rocker.
Nach jeder Menge Mid- und angedeutetem Up-Tempo finden Fans mit "Dead of the Night" den ersten wirklich temporeichen Rock-Song, der von Anfang an sofort zum wilden Abtanzen einlädt.
Und dann ist der Spaß mit "Evil Man" auch schon wieder in der letzten Runde angelangt. Der basslastige Song mit verzerrten Vocals, Drum-Intermezzos, wilden Slide-Gitarren-Attacken und einem genialen Mundharmonika-Solo sorgt für einen würdigen Ausklang, der sofort zur Repeat-Taste schielen lässt.
Fazit: The Answer haben einmal mehr bewiesen, dass es absolut wichtig ist, tatsächlich den Kern oder besser die Seele der Songs einer Epoche zu treffen. Nur dann kann man überzeugend klassische Strukturen aus der Vergangenheit erfolgreich in die Gegenwart transferieren. Sicherlich war es eine gute Wahl von AC/DC genau diese Iren als Support mit auf ihre Tour zu nehmen. Ich bin auf alle Fälle gespannt, wie sie im "Kampf der Generationen" abschneiden werden und wer wohl wen von der Bühne blasen wird...
Es ist für die älteren Semester unter uns Rock-Fans jedenfalls beruhigend zu wissen, dass es immer wieder Bands geben wird, die das Vermächtnis der Led Zeppelin-, Free-, Reef- oder The Who-Ära in Ehren halten und bewahren. |
Tipp:
| | Für Hard Rock Fans, die vor blueslastigen Songs nicht zurück schrecken, ist die irische Kost ein "Must have". |
Titel-Liste:
| | - Demon Eyes
- Too far gone
- On and on
- Cry out
- Why'd you change your Mind
- Pride
- Walkin' Mat
- Tonight
- Dead of the Night
- Comfort Zone
- Evil Man
|
Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.theanswer.ie  |
Probehören und Kaufen:
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