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Review: Arachnes |
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Album:
| | PRIMARY FEAR, 2003, Scarlet |
Stil:
| | Progressive Symphonic Power Metal |
Wertung:
| |  5 von 7 Punkten | | U.B., 27.07.2012 |
Review:
| | Arachne ist eine weibliche Gestalt der griechischen Mythologie die wegen ihres Hochmutes von der Göttin Athene in eine Spinne verwandelt wurde. Arachnophobie, die Angst vor Spinnen, ist besonders bei Frauen verbreitet die dann bei Sichtung der Krabbeltiere hysterische Schreie ausstoßen. Ähnlich spitze Lautäußerungen sind von der Damenwelt sonst höchstens beim Blick auf ihre von Zellulitis verdellten Oberschenkel zu hören oder wenn der Briefträgers vor der Tür steht um die neusten Fußpilzcontainer von Zalando zu liefert. Nun habe ich selbst zwar keine Furcht vor Spinnen gebe aber gerne zu, die Achtbeiner gehören nicht zu meinen Lieblingstieren. Daran konnte auch Spiderman in drei Kinofilmen nicht ändern. Eine Ausnahme machen allerdings die musikalischen Netzweber von Arachnes aus Italien. Von dem symphonischen, leicht progressiven Power Metal der Italiener lasse ich mich gerne im Netz einfangen. Auf dem Cover des 2003 erschienenen Albums PRIMARY FEAR sieht man eine nur sehr leicht bekleidete Frau vor einem riesigen Spinnenmonster fliehen. Wahrscheinlich wollte sich die junge Schönheit nur gerade im Sommerschlussverkauf neu einkleiden als sie von dem Spinnentier überrascht wurde. Vielleicht sollte ich ihr mit einer Dose Insektenspray zur Hilfe eilen?! Die Band Arachnes ist aufgebaut um die beiden Brüder Caruso. Enzo Caruso ist zuständig für die Vocals, Keyboards und allerlei anderer Tasteninstrumente. Franco Caruso übernimmt die Gitarren. Paolo Giani Bass und Jaco an den Drums komplettieren die Truppe. Italiener mit Nachnamen Caruso mussten ja einfach bei der Musik landen wenn auch stilistisch anders als Enrico Caruso dem wohl größten Tenor aller Zeiten. Doch nun wollen wir mal sehen, besser hören, was uns die italienischen Spidermänner musikalisch mitgebracht haben.
Die Einleitung "Osonzes" ist bereits ein Hinweis auf den deutlichen Klassik Anteil bei Arachnes.
Mit "Battle to the Victory" präsentieren uns die Italiener ein Stück das typisch für sie ist. Die Mischung aus dem Bombast ihrer Landsleute von Rhapsody Of Fire mit dem melodiösen Power Metal von Angra weiß zu gefallen. Die Drums hämmern flott zu den sprintenden Gitarren, die Vocals besitzen ein gutes Vibrato in den Höhen, manchmal schon eine Spur zu viel des Guten. Die teils frickelnden neoclassic Gitarren dürften Hingegen bei allen Malmsteen Anhängern für leuchtende Augen sorgen.
Das Titelstück "Primary Fear" ist erheblich progressiver und damit unruhiger ausgefallen. Schnelle Keyboards mit geschickt im Hintergrund platzierten symphonischen Klängen werden durch einen Chor unterstützt. Der Song hat einen stellenweise düsteren Charakter, dem Titel angemessen.
Auch "The Warning" ist eine gelungene Mischung aus hartem Power Metal mit symphonischer Untermalung. Hier gibt es viele kurze Gitarrensoli vor betontem Bass und Drums. Mehrfach erinnert der Track an eine Filmmusik wen da nicht die harten Gitarrenakkorde wären.
Ungewöhnlich ist "Still Waters" eine Akustik- Ballade mit spacigen Science Fiction Klängen und geheimnisvoller Atmosphäre.
Die vehement aufspielenden Instrumente auf "Thriller" passen da schon eher ins Bild was ich von Arachnes habe. Hier hat Enzo Caruso am Mikro Pause widmet sich jedoch um so intensiver den Keyboards die die wild frickelnden Gitarren öfters in ihre Schranken weisen.
Mit "Not Fair" einschließlich einem extra Intro sind Arachnes dann wieder auf der leicht progressiven Power Metal Schiene. Neben dem leidenschaftlichen Gesang haben es mir hier die tollen Gitarren angetan. Die Rhythmusfraktion sorgt für ordentlich Druck.
Ups, was haben wir denn da? "Tota Pulchra" ist eigentlich ein Mariengebet das hier mit reichlich Hammond- und Kirchen Orgeln sehr klassisch umgesetzt wurde. Das Stück hat Ähnlichkeit mit der Toccata von Johann Sebastian Bach. Eine tolle, feierliche Melodie die ausdrucksstark und kraftvoll ist gefällt sicher nicht nur den Klassik Fans.
"My old Refuge" besitzt melodische Gesangslinien ist ansonsten aber eher hart und heftig ausgefallen. Hier sorgen symphonische Einlagen samt Hintergrundchor für eine gewisse Epic.
"My Son and I" beginnt als sanfte Ballade nur mit Gesang und Piano. Mit Einsatz der übrigen Instrumente wird die Sache nicht zu fragil. Der Song könnte eine überzeugendere Melodie vertragen.
Neoclassic mit virtuoser Leadgitarre das ist "Running in the Labyrinth". Herr Malmsteen lässt grüßen. Schönes Stück mit viel Spielfreude vorgetragen.
"Eruption" ist eine Art Cover des Songs von Emmerson Lake and Palmer von dem TARKUS Album. Hier kann sich Enzo Caruso so richtig an den Synthesizern und Moog Synthis auslassen und Keith Emmerson nacheifern.
Den Abschluss bildet "Scherzo in E-Minor", ein kurzer Ausklang mit Spinett Cembalo. Wobei die metallischen Töne des Spinett wohl eher von einem Keyboard kommen.
Fazit: PRIMARY FEAR ist auch Leuten die unter Arachnophobie leiden zu empfehlen, nur keine Berührungsängste die Musik ist wirklich gut. Arachnes wandelt gekonnt auf leicht progressiven Power Metal Pfaden, die Stücke sind teils mit symphonischem Beiwerk angereichert und fallen dementsprechend bombastisch aus. Dabei wird nicht übertrieben, der Metal steht im Vordergrund wenn man von zwei doch sehr klassisch gehaltenen Stücken mal absieht. Die Neoclassic ala Malmsteen hat mir sehr gut gefallen. Die Vocals sind für meinen Geschmack etwas zu weit im Hintergrund da Bass und Drums doch ständig in die Vollen gehen hat es der Sänger da schwer. An einen Fabio Lione oder Michele Luppi reicht Enzo Charuso stimmlich nicht ganz heran macht seine Sache aber mehr als ordentlich. Sein Vibrato in den hohen Tonlagen erinnerte mich an den Sänger von Concerto Moon. Die beiden Caruso Brüder nehmen sich was ihre Virtuosität betrifft nichts, der eine an der Gitarre der andere an den Keyboards. Das die Rhythmustruppe ordentlich Power hat wurde bereits erwähnt. Alles in allem ein gutes Album im Symphonic Power Metal Bereich abseits der übermächtigen Landsleute von Rhapsody Of Fire. Arachnes haben gut daran getan ihren eigenen Stil zu betonen und nicht nur Rhapsody oder Vision Divine zu kopieren. Und vielleicht ist ja sogar der ein oder andere Metalhead dabei der den Briefträger bei der Lieferung eines Arachnes Albums mit einem Verzückungsschrei der Marke Zalando überrascht. |
Anspieltipps:
| | "Battle to the Victory", "Primary Fear", "The Warning", "Thriller", "Not fair" |
Tipp:
| | Stilistisch spricht Arachnes eine breite Fanschicht an, die reicht von Rhapsody Of Fire über Vision Divine, Malmsteen bis hin zu Blind Guardian. Die progressiven Elemente sind das, was Arachnes von den genannten Bands unterscheidet. |
Titel-Liste:
| | - Osonzes
- Battle to the Victory
- Primary Fear
- The Warning
- Still Waters
- Thriller
- To escape Death
- Not fair (Prelude)
- Not Fair
- Tota Pulchra
- My old Refuge
- My Son and I
- Running in the Labyrinth
- Eruption
- Scherzo in E Minor
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.arachnes.it  |
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