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Review: Artillery |
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Album:
| | MY BLOOD, 2011, Metal Mind |
Stil:
Wertung:
| |  6 von 7 Punkten | | V.R., 13.05.2011 |
Review:
| | Operation Comeback geglückt. Mit ihrem 2009er Album WHEN DEATH COMES kehrten die dänischen Thrash-Metaller von Artillery – vom Gesang mal abgesehen sogar in Originalbesetzung - endlich wieder in die metallische Öffentlichkeit zurück. Dass es mit der Rückkehr geklappt hatte, lag natürlich nicht zuletzt auch an der hohen Qualität des letzten Werkes. Jetzt, zwei Jahre später, ist es an der Zeit für Artillery, nachzulegen. Das neue Album der Band trägt den Namen MY BLOOD und bietet genau den Stoff, den man Artillery erwarten darf. Will heißen – melodischen, energiegeladen Thrash Metal mit dezenter Power Metal-Schlagseite. Für diesen Sound stand der Name Artillery schon in den 80er Jahren und daran hat sich auch auf MY BLOOD nichts geändert. Ob das neue Werk aber auch qualitativen Ansprüchen gerecht wird, klären die folgenden Zeilen.
Das Album wird auf sehr ungewöhnliche Weise eröffnet, denn die ersten Klänge des Openers "Mi Sangre (the Blood Song)" erinnern mehr an südländische oder orientalische Folklore als an Thrash Metal. Doch schon nach einer Minute ändert sich der musikalische Stil ganz rasant und alle Zeichen stehen schließlich auf Thrash. Mit über sieben Minuten ist der Titel zwar ordentlich lang ausgefallen, doch innerhalb dieser Zeit passiert sehr viel, so dass für genügend Abwechslung gesorgt ist und das Lied auch nach mehrfachem Hören nicht langweilig. Somit haben wir es hier mit einem gelungenen Einstieg zu tun.
"Monster" bietet als klassischer Thrasher dann durch und durch metallische Power und animiert mit seinem extrem schnellen Drumming sofort zu wilden Headbangeinlagen. Im Refrain darf sich die Band dann aber auch von der melodischen Seite zeigen und beweist so musikalische Klasse.
Deutlich langamer, aber dennoch mit einer ordentlichen Portion Härte ausgestattet, dröhnt "Dark Days" aus den Boxen. Im weiteren Verlauf zieht das Tempo dann stark an, der Song an sich kommt aber insgesamt etwas sperrig und unmelodisch daher und ist mit über fünf Minuten auch ein bisschen zu lang ausgefallen.
Das knüppelharte "Death is an Illusion" kann dann glücklicherweise wieder deutlich mehr überzeugen als der letzte Song. Hier bieten Artillery dem Hörer klassischen Thrash Metal, welcher diesen Namen auch wirklich verdient, denn geknüppelt wird hier bis zum Anschlag. Also umso überraschender stellen sich dann die schleppenden Zeitlupenpassagen gegen Mitte des Songs heraus, die eine gehörige Portion Abwechslung ins Spiel bringen und dafür sorgen, dass der Song definitiv zu den besseren des Albums gehört.
Regelrecht besinnlich beginnt dann "Ain’t giving in" - hat es etwa auch eine Ballade auf das Album geschafft? Das vielleicht nicht gerade, denn im Refrain legt der Titel ordentlich an Geschwindigkeit und Härte zu, aber dennoch weicht der Song deutlich vom üblichen Artillery-Stil ab und ist irgendwo zwischen Halbballade und melodischem Speed Metal zu verorten. Auf jeden Fall hat der Titel Klasse und einen sehr hohen Ohrwurmfaktor, dementsprechend ist er geradezu prädestiniert für die Repeat-Taste.
Nach einem kurzen melancholischen akustischen Zwischenspiel namens "Prelude to Madness" geht es gewohnt hart weiter mit einem schlicht "Thrasher" betitelten weiteren Metalkracher. Die gesunde Mischung aus Härte und Melodie haben Artillery hier bis zur Perfektion ausgelotet, dementsprechend handelt es sich bei dem Song auch um ein weiteres Highlight des Albums.
Auch bei "Warrior Blood" zeigen sich Artillery von ihrer harten Seite, setzen aber gleichzeitig auch ein paar experimentellere Elemente, beispielsweise coole Südstaaten-Gitarrenakkorde, gekonnt ein. Damit ist auch dieses Lied als äußerst gelungen zu bezeichnen.
"Concealed in the Dark" kann da qualitativ nicht ganz mithalten, hält aber dennoch die eine oder interessante Melodie bereit und bietet ínsgesamt recht ordentlichen Thrash Metal mit einer leicht düsteren Note.
Mit "End of Eternity" enthält das Album einen weiteren sehr melodischen Song, bei dem Artillery in Sachen Härte zumindest phasenweise einen Gang zurückschalten. Auch wenn der Song ein paar typische Thrash Metal-Elemente enthält, vermittelt er insgesamt eher den Eindruck melodischen Power Metals.
Aber Artillery wären nicht Artillery, würden sie das Album nicht mit einem richtig brutalen Thrasher ausklingen lassen. Somit bietet "The Great" dann noch mal all das, was man von der Band schon seit den 80ern gewohnt ist. Thrash as Thrash can sozusagen.
Fazit: Dieses Mal scheinen Artillery wirklich zurück zu sein. Nach ihrem ersten Comeback-Versuch Ende der 90er, bei dem gerade mal ein wirklich neues Album entstanden war, sieht es anno 2011 doch schon deutlich besser aus, denn MY BLOOD ist nach dem vor zwei Jahren veröffentlichten WHEN DEATH COMES jetzt das zweite gute Album in Folge. Perfekt ist die neue Scheibe zwar nicht geworden, doch enthält sie auf jeden Fall überwiegend gute bis sehr gute Songs und nahezu kein Ausschussmaterial. Zudem ist die Platte angenehm abwechslungsreich ausgefallen und hält einige Überraschungen bereit. Sogar balladeske Passagen haben es aufs Album geschafft. Insgesamt ist die Scheibe sogar noch etwas besser ausgefallen als WHEN DEATH COMES und somit sollten Artillery so langsam endlich mal wieder da angelangt sein, wo sie hingehören – im schwermetallischen Rampenlicht. Bleibt nur zu hoffen, dass Artillery ihre Fans auch in den nächsten Jahren mit weiteren hochwertigen Alben versorgen werden. |
Anspieltipps:
| | "Mi Sangre (the Blood Song)", "Monster, Death is an Illusion", "Ain’t giving in", "Thrasher", "Warrior Blood". |
Tipp:
| | Auch auf ihrem neuen Album bieten Artillery typischen, aber durchaus melodischen Thrash Metal, der Fans von Bands wie Testament, Exodus oder Overkill nur wärmstens ans Herz gelegt werden kann. |
Titel-Liste:
| | - Mi Sangre (the Blood Song)
- Monster
- Dark Days
- Death is an Illusion
- Ain't giving in
- Prelude to Madness
- Thrasher
- Warrior Blood
- Concealed in the Dark
- End of Eternity
- The Great
|
Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.artillery.dk  |
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