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Review: Asia
 
PHOENIX

Album:
 PHOENIX, 2008, Frontiers

Stil:
 AOR

Wertung:
 5,5 von 7
5,5 von 7 Punkten
 J.G., 19.04.2008

Review:
 Die Geschichte des Phönix dem fabelgestaltigen Vogelwesen zieht sich durch die gesamte Antike. Bei den alten Ägyptern nannte man ihn noch Benu. Phönix ist griechischen Ursprungs (phoinix) und heißt eigentlich "Palme". Diese wiederum spielt bei den Römern eine Rolle, denn der Vogel soll sich bei seinem nahenden Ende im Nest einer Palme verbrennen lassen. Etwas in Vergessenheit geraten ist der Phönix bei den Christen, denn in den Anfängen stand er dort als Symbol für Selbstaufopferung und Neuentstehung.

Was ist also passender für den Titel eines Reunion-Albums, als PHOENIX. Wenn die Reunion dann auch noch aus dem kompletten Original-Line-Up besteht, sind die Erwartungen entsprechend hoch.

John Wetton (Bass, Vocals), Steve Howe (Gitarre), Geoffrey Downes (Keyboards) und Carl Palmer (Drums) wollen also einen Neustart nach sage und schreibe 23 Jahren wagen. Klar waren die Musiker nicht untätig. Wetton und Downes machten z.B. in den letzten Jahren mit ihren Projekt Icon auf sich aufmerksam. Aber würden sie es diesmal wirklich wagen Neuland zu betreten und sich nicht wieder an Erfolge klammern, wie dem Song "Heat of the Moment" und ihre Arrangements nur um diese Basis herumbauen? Die Herren müssen also zeigen, was von dem bombastischen Melodic Rock noch übrig geblieben ist und auch was vom Spirit alter Tage in die Neuzeit gerettet wurde.

Der Opener "Never again" klingt schon einmal ziemlich vertraut, wenn auch recht dünn, was hier aus den Boxen tröpfelt. Dadurch verliert der gelungene Rocksong unnötig an Kraft und man muss schon lauter drehen und genauer hinhören, will man die teilweise filigranen Musikstrukturen erkennen und genießen.
"Nothing's Forever" startet mit Bläser-Arrangements bevor mit deutlicher Keyboard-Unterstützung auf die Spur eines sanften Mid-Tempo-AOR-Songs abbiegt. Man hat sich bemüht mit jeder Menge Filler für Abwechslung zu sorgen, jedoch hätte ich schon etwas mehr Gitarren-Dominanz erwartet. Nach einem Break und wird das Bläser-Thema erneut aufgenommen und ein dezentes Gitarren-Solo rundet die Sache ab.
Etwas flotter zur Sache geht es bei Songs wie "Alibis", der jedoch erst eine Warmlaufphase benötigt oder bei "Wish I'd known all along" mit jeder Menge Keyboard-Effekte und Instrumental-Samples oder auch bei "Shadow of a Doubt". Gerade bei letzterem sind es die recht gut harmonierenden Keyboard-Filler, die den Song veredeln.
Für alle, die auch gerne Instrumenal-Parts genießen, bieten gerade die langen Tracks "Sleeping Giant / No Way back / Reprise" und auch "Parallel Worlds / Vortex / Deya" genügend Futter.
Klassisch mit jeder Menge Akustik-Gitarren-Einlagen läutet "Over and over" dann schon die Schlussphase ein, bevor das Album mit "An extraordinary Life" ausklingt. Gerade für das Outro hat man einen Mid-Tempo Wohlfühl-Song gewählt, der alles beinhaltet, was man von gefälligen Ohrwürmern erwarten darf. Übrigens das Cello spielt hier, wie schon vorher bei dem Song "I will remember you", Hugh McDowell.
Nur das Ende des Songs ist dann doch etwas plötzlich. Warum man hier kein passenderes sanftes Fade out gewählt hat, weiß ich wirklich nicht.

Fazit: Dieses Album ist in jeder Hinsicht technisch anspruchsvoll und mehr für besinnliche Stunden ausgelegt. Fans der ersten Stunden werden Asia sicherlich wiederentdecken, wenn auch deutlich reifer und variantenreicher. Ob dies jedoch für Erfolge ausreicht, bleibt abzuwarten, denn dafür ist der AOR-Markt in den letzten Jahren zu voll - wen nicht gar übervoll - geworden. Es bleibt also abzuwarten, ob nach dieser langen Pause der Phönix wirklich kraftvoll mit den Flügeln schlagen wird und abhebt.
Um wirklich voll zu punkten ist mir die Produktion viel zu saft- und kraftlos ausgefallen. Sich treiben lassen und Musik genießen, kann man auch mit mehr Druck von der Basis. Die Übergänge zwischen entspannen und einschlafen sind manchmal eben fließend.

Tipp:
 Wer hier flotte Melodic Rocker oder aggressive Gitarren erwartet, der ist hier an der falschen Stelle. Zurücklehnen träumen und entspannen ist angesagt.
Leider blieb mir der wahre Genuss bis zum VÖ vorenthalten; ich sage nur: Voice-Over-Promo.

Titel-Liste:
 
  1. Never again
  2. Nothing's Forever
  3. Heroine
  4. Sleeping Giant / No Way back / Reprise
  5. Alibis
  6. I will remember you
  7. Shadow of a Doubt
  8. Parallel Worlds / Vortex / Deya
  9. Wish I'd known all along
  10. Orchard of Mines
  11. Over and over
  12. An extraordinary Life

Laufzeit:
 64:57 Min.


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