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Review: Assailant
 
WICKED DREAM

Album:
 WICKED DREAM, 2008, Dockyard 1

Stil:
 Melodic Death Metal, Progressive Power Metal

Wertung:
 6 von 7
6 von 7 Punkten
 J.G., 28.03.2008

Review:
 Es gibt Neuigkeiten aus der europäischen oder genauer gesagt schwedischen Metal-Band-Schmiede Umeå. Vor genau zwei Jahren durfte ich das Debüt der Schweden testen und nun hat Oskar Norberg, Gitarrist und Hauptsongwriter zum zweiten Schlag ausgeholt um nicht nur seinen Brüdern Emil (Savage Circus, Persuader) und Nils (Nocturnal Rites) zu zeigen, was in ihm steckt, sondern auch die Metal-Gemeinde gehörig wachzurütteln.

Mit seinem Neuling WICKED DREAM bewegt er sich irgendwo zwischen melodischem Death Metal und progressiv angehauchtem Power Metal. Wer jetzt gleich die Hände über dem Kopf zusammen schlägt und unkt, wie denn das gut gehen kann, der wird schon während des ersten Durchlaufs eines Besseren belehrt. Hier folgen melodischen Intros aggressive Death Metal Shouts und progressive Gitarren-Solo-Ausflüge so spielend leicht und ansatzlos, dass man sich am Ende des Albums kaum noch die Mühe macht, hierfür ein Genre zu benennen. Es passt einfach, ohne abgehoben oder überfrachtet zu klingen.

Aber nicht nur das Songwriting ist deutlich komplexer und griffiger geworden, auch die Leistung des Frontmanns Peder Sundquist sei hier einmal hervorgehoben. Kaum einer seiner Kollegen wagt den Spagat zwischen cleanen Vocals, leicht angerauhten Passagen, explosiven Shouts und bleischweren Death Metal Growls so furchtlos und besteht dabei den anspruchsvollen Parcours mit Bravour.

Schon der Opener "A Day tomorrow" zeigt die Marschrichtung, melodischer Start im Balladentempo mit leicht rauher Stimme wechselt fließend mit druckvollem Brüllgesang und Power-Drumming, bevor es beim Refrain wieder deutlich melodischer wird. Oftmals hat man den Eindruck, es wären zwei Sänger, die sich cleane und Brüll-Parts teilen, aber nein, Peder singt's allein.
Der Titelsong "Wicked Dream" bringt hier schon deutlich mehr Power. Hohes Tempo und aggressiver Gesang dominieren eindeutig, bevor der Refrain für etwas mehr Melodik und Entspannung sorgt. Gerade die Spannungsgefälle sind es, die kaum Langeweile aufkommen lassen. Und wer sich hier ebenfalls seinen Frust von der Seele schreien möchte, sei herzlich eingeladen.
"The Sin" setzt auf Synthie-Klänge und Midtempo, bevor es nach einer kleinen melancholischen Passage ernst wird. Eine perfekte Kombination aus gefälligen Melodielinien und aggressivem Gesang, die dadurch weder ins Schnulzige abdriftet noch sich durch ein Zuviel an Shoutings frühzeitig abnutzt.
Bei "Fade away" lässt man die Zügel ziemlich locker und prompt galoppiert der Gaul mit Volldampf quer durchs Gelände. Melodische Passagen halten die Zügel dann wieder etwas straffer und für den mit cleaner Stimme gesungenen Refrain geht's im Schritttempo weiter.
Nicht nur die Gesangslinien sind es, die mit ihrer Vielfalt und Gegensätzlichkeit für Abwechslung sorgen. Auch das häufige Wechselspiel zwischen hart metallisch klingenen Gitarren und sanft melodischem Syntie-Sound sorgt für Kontraste. Und so erinnert einen erst die balladeske Akustik-Version "Eternal" vom Debüt-Album, dass danach nur noch ein Song folgen wird.
Und wie es sich standesgemäß gehört, haben die Schweden auch brav mit "Instinct" einen richtigen Arschtreter als Rausschmeißer ans Ende gesetzt und noch einmal volle Kanne den Brüllwürfel aktiviert und die Gitarren mit Riffmunition durchgeladen.

Fazit: Da kann man wirklich nicht meckern, sondern sucht schon mal den Play-Knopf für einen zweiten Durchlauf. Tja liebe Brüder Emil und Nils bei Persuader und Nocturnal Rites, zieht euch schon mal warm an, denn Brüderchen Oskar kommt mit Volldampf von hinten angerauscht und wird euch garantiert das Dach wegblasen.

Tipp:
 Für Liebhaber des Debüts NEMESIS WITHIN ein 'must have', für Freunde von Evergrey, Nevermore & Co. in jedem Fall eine Empfehlung.

Titel-Liste:
 
  1. A Day tomorrow
  2. Wicked Dream
  3. The Sin
  4. Fade away
  5. ...from the Hour of Birth
  6. Catch 22
  7. Soul degenerate
  8. Evolution of the Wind
  9. The Cell
  10. Eternal (Acoustic)
  11. Instincts

Laufzeit:
 50:14 Min.

Band-Infos:
 
  • www.assailant.se 

  • Probehören und Kaufen:
    Assailant: Wicked Dream

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