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Review: Atlantic |
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Album:
Stil:
Wertung:
| |  5,5 von 7 Punkten | | U.B., 14.03.2009 |
Review:
| | So mancher eingefleischte AOR Fan hat noch heute eine Zornesfalte auf der Stirn wenn man ihn (oder sie) auf die frühen neunziger Jahre anspricht. Verantwortlich dafür ist der Grunge, der damals vielen AOR und Melodic Rock Bands das Leben schwer machte. Viele Gruppen die diesen Stil pflegten warfen entnervt das Handtuch da ihre Alben in der Grunge Welle total untergingen und somit auch der finanzielle Erfolg ausblieb der zum Überleben im Musik Business nun mal nötig ist. Leider blieben damals auch sehr gute Veröffentlichungen auf der Strecke und fanden nicht die Anerkennung die sie verdient gehabt hätten. Da AOR und Melodic Rock seit einiger Zeit wieder total angesagt sind, tauchen jetzt Alben als Re-Release auf die in den Neunzigern schwer wie Blei in den Verkaufsregalen stehen blieben. Um so ein Re-Release handelt es sich auch bei POWER von der Band Atlantic. Ursprünglich bereits 1994 erschienen, wurde es dezent nachbearbeitet und mit einem Bonus Track versehen. Es sollte die einzige Veröffentlichung der Engländer von Atlantic sein. Musiker von Trickster, Dare, Heartland und Stranger taten sich zusammen, Phil Bates Vocals, Gitarre, Keyboards, Andy Van Evans Gitarre, Paul Hoare Bass, Chris Taylor Keyboards, Glen Williams Keyboards und Andy Duncan Drums war die Besetzung, verstärkt durch eine stattliche Anzahl Gastmusiker für die Backing Vocals, der bekannteste Tony Mills.
"It`s only Love", eine Halb-Ballade startet mit Keyboards und den weichen, schmeichelnden Vocals von Phil Bates. Die Drums setzen spät ein, auch die Gitarren legen erst nach einer ganzen Weile zu. Besonders auffällig ist die ausgeprägte Unterstützung durch den mehrstimmigen Hintergrundchor.
"Power over me" ist rockiger geraten, speziell in der Einleitung. Dann sind in einer ruhigen Phase nur Vocals und Bass zu vernehmen bevor das Tempo anzieht. Der Chorus besitzt einen umwerfenden Groove und klingt schön satt mit mehrstimmigem Gesang. Die AOR Hymne wechselt ständig zwischen beschaulichen und betont rhythmischen Abschnitten. Kurz vor Schluss haben die Gitarren Gelegenheit heftiger aufzuspielen.
Das melancholische "When the War is over" besitzt ein Keyboard Intro, einen ausgeprägten Bass und ruhige Vocals. Die Ballade ist ganz auf den mehrstimmigen Gesang im Refrain zugeschnitten. Natürlich gibt es auch ein schönes Gitarrensolo was mit viel Gefühl in den Song eingebettet ist.
Nach drei so starken Nummern ist mit "Bad Blood" das einzige Stück des Albums an der Reihe, was vom Songwriting spürbar abfällt. Es handelt sich um einen deftigen Rocker bei dem man mehr auf die Gitarren setzt und die Keyboards etwas zurück nimmt aber die Melodie zündet einfach nicht so wie beim Rest der Scheibe.
Prima dass mit "Canīt hold on" sofort ein gutes Stück folgt. Mit einem wahren Keyboardteppich zur Einleitung legen die Drums mit mehreren rollenden Einlagen vor, bis der Track stampfenden in Fahrt kommt. Die Ohrwurm Melodie erinnerte mich in Teilen an "All I wanna do is make love to you" von Heart, nur eben mit männlichen Vocals.
"Hands of Fate" legt mit geheimnisvoll wabernde Keyboards und Donnergrollen los. Die Drums sind härter akzentuiert. Den Höhepunkt bildet der Chorus mit intensiven Vocals und reichlich Unterstützung eines Chors. Der Bass ist stark ausgeprägt, die Gitarren spielen erst zum Ende hin aggressiv auf.
Ein entferntes Keyboard und ein Piano ziehen langsam auf und läuten mit "Every Beat of my Heart" eine weitere Ballade ein. Die Drums halten sich dementsprechend zurück im Gegensatz zum Bass. Die Melodie geht sofort ins Ohr oder besser, ins Herz. Dafür sorgen schon die fast flehenden Untertöne in den Vocals und die verträumte Atmosphäre. Hier beweißt Atlantic viel Gespür bei den leisen Tönen, ein richtiger Schmuse Song. Nur die Gitarreneinlage am Schluss ist mir zu schrill und wirkt reichlich deplaziert.
"Dangerous Games" erweckte bei mir vom Titel Erwartungen an einen härteren Song. Doch die mehrstimmigen Vocals unterlegt nur mit beschaulichen Keyboards klingen erst mal gar nicht danach. Doch dann setzen Gitarren, Drums und Bass überraschend noch heftig ein und es geht recht rockig zur Sache. Das ganze gipfelt im Chorus. Am Ende wird das fast schon obligatorische Gitarrensolo präsentiert.
Mit "Nothing to loose" folgt eine Herz- Schmerz Ballade. Keine Bange, es handelt sich nicht um seichten Kuschelrock. Viel Keyboard und ein zartes Piano sorgen für nachdenkliche und ein wenig traurige Stimmung. Der sich entladende Chorus steht ganz im Zeichen der leidenschaftlichen Vocals.
Mit "Hard to believe" bleibt man auf der ruhigen Schiene. Der Song punktet ähnlich wie die Nummer zuvor mit der tollen Gesangsleistung von Bates.
Den Abschluss bildet mit "Hearts on Fire" der Bonus Track der sich nicht auf dem Release von 1994 befand. Die Band hat gut daran getan nach so vielen, wenn auch hochklassigen Balladen, einen flotten, betont rockigen Track anzuhängen. Die frechen Gitarren teilen sich das Feld mit den Keyboards. Dazwischen schimmern einige dezente Piano Akkorde durch. Das Stück setzt auf gute Laune die beinahe geshouteten Backing Vocals ständen auch so mancher Sleaze Rock Truppe gut zu Gesicht.
Fazit: Auch wenn die Platte inzwischen seit ihrer ersten Veröffentlichung 15 Jahre auf der Rille hat, können die eingängigen und überaus melodischen Stücke auch heute noch überzeugen. Solche Musik ist eben zeitlos. Wem die Scheibe damals durch die Lappen ging sollte jetzt zugreifen, man wird mit gutem AOR belohnt, prima radiotauglich wie von Genregrößen vom Kaliber Foreigner und Journey gewohnt. Die Produktion ist zwar nicht ganz auf dem heutigen Stand der Technik, aber das tut dem Alben nur geringen Abbruch. Man sollte sich vom, zugegebenermaßen hässlichen und mehr als kitschigen Cover nicht abschrecken lassen, der Inhalt stimmt. Die Songs sind ähnlich aufgebaut und setzen auf extrem eingängige Melodien mit viel Keyboarduntermalung, Phil Bates ausgezeichneten Gesang mit kräftiger Backing Vocal Unterstützung und einem Gitarrensolo im jeweils letzten Drittel. Die Songwriter Simon Harris und Phil Bates haben jedenfalls ganze Arbeit geleistet. Der Schwerpunkt liegt bei den ruhigeren Stücken. |
Anspieltipps:
| | Das gesamte Album bis auf den schwächeren Song "Bad Blood" |
Tipp:
| | Für Freunde von Foreigner, Strangeways, Night Ranger, Bad English und Shy ist POWER ein guter Kauf. Anhänger der genannten Bands kommen hier voll auf ihre Kosten. Man darf aber keine Abneigung gegenüber Keyboards haben, denn die sind reichlich vertreten. |
Titel-Liste:
| | - It's only Love
- Power over me
- When the War is over
- Bad Blood
- Can't hold on
- Hands of Fate
- Every Beat of my Heart
- Dangerous Games
- Nothing to lose
- Hard to believe
- - - Bonus - - - - Heart's on Fire
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