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Review: Aurvandil |
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Album:
| | FERD, 2011, Sound Pollution |
Stil:
Wertung:
| |  5,5 von 7 Punkten | | V.R., 03.02.2011 |
Review:
| | „Aurvandil, oder auch Aurvandill, ist in der nordischen Mythologie ein Held, der nur am Rande in der Edda erwähnt wird. Danach hat ihn der Gott Thor aus den eisigen Flüssen des Élivágar gerettet und in einem Korb auf dem Rücken getragen. Dabei hat aber eine Zehe von Aurvandill aus dem Korb geschaut und ist deswegen abgefroren. Thor hat diese dann abgebrochen und in den Himmel geworfen, wo sie seither als der Stern Aurvandils tá leuchtet.“ Eben jenes erfährt man, wenn man den Namen Aurvandill in der Online-Enzyklopädie Wikipedia nachschlägt. Damit dürfte klar sein, woran sich ein junger Mann aus der Normandie orientiert hat, nachdem er bei der Namensfindung schließlich auf Aurvandil gestoßen ist. Musikalisch hat sich der einsame Streiter ganz dem klassischen, ursprünglichen Black Metal verschrieben, wie er besonders in den Jahren 1991-93 angesagt war. Und FERD, welches zwar der Einstand für Aurvandil bei einem Label, aber dennoch nicht das tatsächliche Erstlingswerk darstellt, klingt auch vom Sound her genau so, als wäre es in genannter Zeit entstanden, was vor allem an der heimstudioartigen Produktion liegt. Doch kann dies ja durchaus seinen ganz eigenen Charme entfalten, wenn die Musik selbst stimmig ist. Mal schauen, ob das auf Aurvandil zutrifft.
Das Intro namens "Peregrination I" klingt erst mal so gar nicht nach Black Metal, sondern viel mehr nach Folklore. Dabei wurden hier anscheinend Folk-Elemente verschiedener Kulturen vermischt, denn eindeutig nordisch klingt der Titel nicht, vor dem inneren Auge mischt sich immer wieder auch ein gewisser spanischer Einfluss dazu. In jedem Fall klingt der Titel sehr stimmungsvoll, ist auf Dauer aber zu abwechslungsarm. Im weiteren Verlauf mischen sich zwar noch Schlagzeug (beziehungsweise ein Drumcomputer) und harte Gitarren dazu, doch in über sechs Minuten passiert da einfach zu wenig.
"Over the seven Mountains" ist dann ganz eindeutig im Black Metal-Bereich anzusiedeln und typischer nicht sein. Heftigstes Blastbeat-Drumgewitter, eiskaltes Gitarrenriffing und fieser Kreischgesang, die klassischen Stilmerkmale sind alle zu Genüge vorhanden. Zwischendurch gesellen sich immer wieder finstere Keyboardklänge dazu, was dem ganzen eine sehr erhabene Stimmung verleiht. Dennoch muss auch ein entscheidender Kritikpunkt seine Erwähnung finden. Der Drumcomputer klingt nämlich alles andere als professionell und hat sehr wenig von einem echten Schlagzeug. Hier besteht dementsprechend noch Nachholbedarf.
Dieser Kritikpunkt gilt natürlich auch für den nächsten Song namens "Through Hordanes Land", doch davon mal abgesehen ist hier ebenfalls alles im grünen Bereich. Besonders das Folklore-Intro ist sehr stimmungsvoll angelegt, doch auch im weiteren Verlauf bleibt diese erhabene Stimmung, selbst unter der Verwendung heftiger Blastbeats und kaltem Riffing, erhalten. Besonders anzumerken ist, dass der Titel mit seiner Länge von über zehn Minuten und einem nahezu gleichbleibend hohen Tempo zu keiner Zeit langweilig oder einschläfernd wirkt, da die eingestreuten Keyboardmelodien immer wieder für Abwechslung sorgen.
Eine ganze Ecke finsterer als die bisherigen Titel ist "Still he walks". Hier erzeugt Aurvandil eine unglaublich düstere, schwere Stimmung, die durch die Keyboardmelodien sogar noch intensiviert wird. Erst gegen Ende des Songs hellt die Atmosphäre etwas auf und das Lied entwickelt sich zu einer richtigen Hymne. Auch dieser Titel ist mit zehn Minuten sehr lang, aber nicht zu lang ausgefallen.
Zum Abschluss wird dem Hörer mit "Peregrination II" ein weiteres Folklore-Instrumentalstück, bei dem im weiteren Verlauf auch die härtere Gangart zum Tragen kommt, präsentiert. Diese Nummer ist zu gleichen Teilen abwechslungsreicher als auch kürzer als der Opener und kann daher ungleich mehr überzeugen. So geht nach nur fünf Titeln ein dennoch gar nicht mal so kurzes Album zu Ende.
Fazit: Wenn man bedenkt, dass sich hinter Aurvandil ein Einzelkämpfer verbirgt, ist FERD wirklich ein beachtliches Werk geworden. Natürlich hört man die produktionstechnischen Mängel deutlich heraus und der Drumcomputer ist sogar als deutlicher Störfaktor auszumachen, doch davon abgesehen haben wir es hier mit einem sehr guten Black Metal-Album zu tun. Musikalisch agiert Aurvandil nämlich auf hohem bis sehr hohem Niveau und man merkt, dass er auch vor FERD schon Musik aufgenommen haben muss, denn für ein Quasi-Erstlingswerk klingt die Platte kompositorisch gesehen wirklich überaus professionell. Hier bekommt man wirklich das Gefühl, als hätte das Album schon 15 bis 20 Jahre auf dem Buckel, als wäre es zu den Hochzeiten des Black Metal Anfang der 90er Jahre entstanden. Die raue Produktion fördert diesen Eindruck sogar noch. Wer sich an den genannten Mängeln, insbesondere an einem eindeutig nach Maschine klingenden Drumcomputer, nicht stört, der sollte hier unbedingt zugreifen. |
Anspieltipps:
| | "Through Hordanes Land" und "Still he walks". |
Tipp:
| | Für Fans des klassischen Black Metals, wie es ihn Anfang der 90er Jahre von Bands wie Immortal zu hören gab, kann eine eindeutige Empfehlung ausgesprochen werden, jene werden sich wahrscheinlich auch nicht an der rumpeligen Produktion stören. |
Titel-Liste:
| | - Peregrination I
- Over the seven Mountains
- Through Hordanes Land
- Still he walks
- Peregrination II
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.myspace.com/aurvandilmusic  |
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Bandinfos |
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