 |
News |
 |
 |
Redaktion |
 |
 |
Kontakt |
 |
 |
Glossar |
 |
 |
Über uns |
 |
 |
Links |
 |
|
 |
Review: Autumn Hour |
 |
| |
Album:
| | DETHRONED, 2010, Cyclone Empire |
Stil:
| | Progressive Metal, Thrash Metal, Alternative Rock |
Wertung:
| |  4,5 von 7 Punkten | | V.R., 04.08.2010 |
Review:
| | Newcomer mit viel Erfahrung, diese Umschreibung passt auf die Band Autumn Hour wie die Faust aufs Auge. DETHRONED ist zwar das Debüt-Album der Band, doch die Mitglieder konnten sich bereits in anderen Gruppen ausleben. Besonders die Biographie des Sängers Alan Tecchio liest sich wie der Lebenslauf eines Hansdampfs in allen Gassen, war er doch bereits Mitglied in so bekannten Bands wie Hades, Watchtower oder Seven Witches. Und auch die Musik geht zumindest stellenweise stark in die Richtung der genannten Bands, wobei Autumn Hour wesentlich variabler zu Werke gehen und man den musikalischen Stil daher nur schwer auf einen Punkt bringen kann. Und dann hat die Scheibe auch noch ein textliches Konzept zum Thema Nanotechnologie, auf dem Buch "The Singularity is near" basierend, zu bieten. Diese Informationen sorgen natürlich für große Erwartungen seitens der Fans, doch können Autumn Hour diesen Ansprüchen auch gerecht werden?
Nach dem kurzen Intro "Oblivion" legt die Band mit "End User" schon mal sehr gut vor. Musikalisch wird eine hochinteressante Mischung aus verspieltem Progressive Metal und hartem Thrash Metal geboten. Besonders Alan Tecchios markanter Stimme ist es zu verdanken, dass einem die Stimmung des Liedes seltsam bekannt vorkommt. In jedem Fall haben wir es hier mit einem bärenstarken Einstieg in das Album zu tun.
Mit harten thrashigen Riffs beginnt "Techcceleration (the Machine speaks)", das später fast schon in die Alternative-Richtung abdriftet, um sich schlussendlich zu einer feinen Progressive-Perle zu entwickeln. Es ist wirklich beeindruckend, wie selbstverständlich Autumn Hour hier die verschiedensten Musikrichtungen miteinander vermischen.
Bei einem Songtitel wie "Here comes the Rain again", werden die meisten sicher sofort an die Eurythmics denken, und in diesem Fall liegen sie hier tatsächlich richtig, denn Autumn Hour haben sich an ein Cover dieses Klassikers gewagt. Der besondere Charme des Originals wird zwar zu keiner Zeit erreicht, dennoch haben wir es hier mit einer mindestens passablen Neueinspielung zu tun, die besonders im Gitarrensolo und im anschließenden Finale überzeugen kann.
Genau wir schon beim vorherigen Song gehen Autumn Hour auch bei "Fade out" ruhiger zu Werke als bei den ersten beiden Liedern. Thrashige Einflüsse sind hier gar nicht auszumachen, stattdessen bewegt man sich zwischen den beiden Polen des Progressive Metal und der moderneren alternativen Klänge. Insgesamt kann der Titel nicht ganz überzeugen, geht aber immerhin mit einem schönen Refrain ins Rennen.
Nanu, jetzt eine Ballade? Richtig gehört, mit "Unbelievable (the Mind speaks)" sind auf DETHRONED auch sanfte Klänge vertreten. Im weiteren Verlauf wird das Tempo dann aber doch noch bis in den Midtempo-Bereich angezogen. Auffällig ist die alternative Spielweise, die die Band hier an den Tag legt. Somit klingen mir Autumn Hour in diesem Fall auch ein bisschen zu sehr nach Bands wie Alice in Chains. Ich finde, dass diese Art von Musik der Band nicht sonderlich gut zu Gesicht steht.
Umso überzeugender beginnt das Titelstück "Dethroned". Endlich wieder harte Riffs und metallische Härte, das kam bei den letzten Liedern ein bisschen zu kurz. Dennoch bekommt auch dieses Lied später einen modernen Anstrich und enthält darüber hinaus sogar kurze Grunzeinlagen, was für eine sehr interessante, aber auch gelungene Mischung sorgt.
Mit "How were we supposed to know?" folgt dann tatsächlich ein weiterer ruhiger Song, in diesem Fall sogar eine reinrassige Alternative-Ballade, bei der nicht nur Alan Tecchios Gesang verdächtig an die Red Hot Chili Peppers erinnert. Wer auf diesen Sound steht, bekommt hier sicher einen guten Titel geboten.
Wesentlich metallischer wird es bei "Every Day (the Body speaks)". Stellenweise driftet die Stimmung zwar auch in den melancholischen bis düsteren Bereich ab, doch bald danach wird wieder ordentlich losgerockt. Mit Metal alter Schule haben wir es hier allerdings nicht zu tun, stattdessen könnte man den Song stilistisch schon fast in die Nu Metal-Schublade packen. Abwechslung und Vielfalt in allen Ehren, aber dieser Titel ist doch etwas zu gewöhnungsbedürftig geraten.
Dann doch lieber "Transcend", das ruhig und düster beginnt und sich nach der Hälfte zu einem wahren Riff-Inferno entwickelt. Hier darf Mr. Tecchio auch endlich wieder die aggressive Seite seines Gesangsorgans zum Tragen kommen lassen. Anschließend klingt der Song so düster und verspielt aus, wie er begonnen hat.
Vom Alternative Rock-lastigen Beginn des nächsten Liedes "The Past (the Heart speaks)" darf man sich nicht täuschen lassen, denn nach kurzer Zeit entwickelt sich der Titel zu einem der härtesten Songs des Albums, bei dem endlich wieder die thrashigen Einflüsse wiederkehren, die darüber hinaus leider nur zu Anfang der Platte geboten werden. Zwischendurch werden aber auch immer wieder ruhigere Parts eingeschoben, so dass wir es hier mit einem progressiven, aber auch harten Metal-Kracher zu tun haben.
Auch bei "Rebirth" sind es in erster Linie die Metal-Fans, die auf ihre Kosten kommen, wobei im Refrain auch wieder eindeutig moderne Einflüsse auszumachen sind. In jedem Fall zeigen sich Autumn Hour hier von ihrer stärkeren Seite und überzeugen mit hartem Gesang und abwechslungsreichen Riff-Spielereien.
Genau wie schon beim letzten Song handelt es sich bei "Rafi" um einen Bonustrack für die europäische Fassung des Albums. Doch im Gegensatz zum vorhergehenden Titel kann diese ruhige Alternative-Ballade nicht ganz überzeugen, es sei denn, man zählt Alice in Chains und ähnliche Bands zu seinen Favoriten.
Unverständlich ist, dass das ohnehin schon sehr ruhige "How were we supposed to know?" am Ende noch mal als reine Akustik-Fassung auftaucht. Großartige Unterschiede zur Originalversion sind jedenfalls nicht auszumachen, so dass man diese Ausführung als überflüssig bezeichnen kann.
Fazit: Viele Alben haben das Problem, dass sie zu wenig Abwechslung bieten und nach und nach im Einheitsbrei versinken. DETHRONED hat dagegen mit der gegenteiligen Problematik zu kämpfen. Kann die Platte zu Beginn noch mit einer interessanten Mischung aus Progressive Metal und Thrash Metal aufwarten, verzetteln sich Autumn Hour nach und nach immer mehr in einem zwar extrem abwechslungsreichen, aber auch anstrengenden stilistischen Mischmasch aus Alternative Rock, Nu Metal und progressiven Einschüben. Erst gegen Ende kommt auch die klassische Metal-Seite wieder mehr zum Tragen. Weniger wäre hier mehr gewesen, denn mit dieser Mischung wird die Band sicher ganz schön anecken. Fans progressiver Klänge oder auch Thrash-Hörer werden mit Songs, die in die Richtung von Bands wie den Red Hot Chili Peppers oder Alice in Chains gehen, sicher nicht viel anfangen können. Umgekehrt könnten die Anhänger modernerer Sounds mit den heftigen, fast schon thrashigen Liedern zu Beginn des Albums überfordert werden. Somit sitzen Autumn Hour trotz hochinteressanter Ansätze zwischen allen Stühlen und werden daher kaum über den Status eines Geheimtipps hinauskommen. Aufgeschlossene Liebhaber sowohl härterer als auch alternativer Klänge dürfen aber gerne mal ein Ohr riskieren, denn vielleicht können sie mit Autumn Hour sogar ihren eigenen Horizont erweitern. |
Anspieltipps:
| | "End User", "Techcceleration (the Machine speaks)", "Dethroned", "How were we supposed to know?", "The Past (the Heart speaks)" |
Tipp:
| | Dieses Album ist nur für sehr aufgeschlossene Hörer geeignet, die sich sowohl mit hartem Metal als auch modernem Alternative Rock anfreunden können. |
Titel-Liste:
| | - Oblivion
- End User
- Techcceleration (the Machine speaks)
- Here comes the Rain again
- Fade out
- Unbelievable (the Mind speaks)
- Dethroned
- How were we supposed to know?
- Every Day (the Body speaks)
- Transcend
- The Past (the Heart speaks)
- Rebirth
- Rafi
- How were we supposed to know? (Acoustic Version)
|
Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.autumnhour.com  |
Probehören und Kaufen:
Empfehlen:
|
|
 |
|
 |
|
 |
Neue Reviews |
 |
|