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Review: Ayreon |
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Album:
| | 01011001, 2008, Inside Out |
Stil:
Wertung:
| |  6,5 von 7 Punkten | | S.M., 28.02.2008 |
Review:
| | Ayreon ist eigentlich ein Ein-Mann-Projekt des niederländischen Musikers und Komponisten Arjen Anthony Lucassen. Lucassen war schon Mitglied verschiedener Bands (von denen die Holländer Vengeance wohl die bekanntesten sind), bevor er seine Ideen von äußerst komplexen Rock-Opern unter dem Namen Ayreon verwirklichte.
01011001 ist bereits das achte Ayreon-Werk. Stilistisch lässt sich die Musik ganz schlecht auf einen einfachen Nenner bringen. Progressive Rock trifft die Genrebezeichnung vielleicht am besten, da der Sound viele Breaks, Rhythmus- und Tempowechsel und Stimmungsänderungen mit sich bringt. Allerdings werden auch Anteile von Metal, klassischem Rock und sogar von Musicals integriert.
Obwohl ich für Progressive Rock nicht unbedingt der bevorzugte Rezensent bin, kenne ich zwei ältere Ayreon-Werke, von denen ich recht angetan war. So war es ein persönlicher Wunsch von mir, auch Lucassens neuestes Opus zu rezensieren.
01011001 ist eines der Werke, über die man einen x Seiten Bericht schreiben könnte, wollte man sämtliche Songs auseinanderpflücken und auch noch intensiv auf die konzeptionelle Handlung eingehen. Da jedoch wahrscheinlich niemand eine derart ausufernde Rezension lesen wird, möchte ich mich auf die wichtigsten Aspekte beschränken.
Also beginne ich mal mit einer Kurzfassung der Lyrics, da man zumindest den Gedanken und das Grundkonzept hinter der Musik kennen sollte.
Auf dem Planeten Y leben die "Forever", eine Rasse, die ihr Leben durch Maschinen praktisch bis ins unendliche verlängert. Durch diese technische Abhängigkeit verkümmern ihre Emotionen. So senden sie ihre DNS per vorbeifliegendem Meteor zum Planeten Erde. Der Aufschlag desselbigen beendet das Leben der Dinosaurier und initiiert die Entwicklung der Menschen. Doch darüberhinaus lassen die Forever den Menschen dann auch noch ihr technisches Wissen zukommen, was letztendlich gegen Ende des 21. Erdenjahrhunderts zur Gefahr eines endgültigen Atomkrieges führt. Die Forever stehen nun vor dem schwierigen Konflikt, ob sie sich in dieses Dilemma einmischen sollen oder nicht.
Wie bei anderen Ayreon-Alben, greift Lucassen auch bei 01011001 auf eine Riege von namhaften Gastmusikern zurück. Als Sänger fungieren z.B. Hansi Kürsch (Blind Guardian), Thomas Englund (Evergrey), Jonas Reske (Katatonia), Jorn Lande (Ex-Masterplan, Allen/Lande), Simone Simons (Epica), Steve Lee (Gotthard), Anneke van Giersbergen, um nur mal die Bekanntesten zu nennen. Insgesamt sind es 16 Vokalisten. Lucassen selbst singt auch und spielt außerdem Gitarre, Bass und Keyboard. Auch instrumental wird er noch von einer Reihe Gastmusiker unterstützt, deren vollständige Aufzählung jeden Rahmen sprengen würde.
Musikalisch packt Arjen, wie man es von ihm gewohnt ist, ein äußerst breites Spektrum aus. In der einen Minute wird man von einer sehr atmosphärischen, harmonischen Melodie fast in eine Welt der Träume entführt, doch nach einem Break durch dynamisches Gitarrenspiel und eine fast dramatische Stimmung wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Ein Händchen, Emotionen gekonnt in musikalische Kompositionen umzusetzten, hat Lucassen ganz sicher. Auf 01011001 begegnen uns viele schöne, bis ins kleinste Detail ausgearbeitete Melodien. Dabei ist es unerheblich, ob diese in ein ProgRock-, Metal- oder Musical-Gewand gekleidet sind, verzaubern können sie den Hörer allemal. Mir ist auch kein einziger Song aufgefallen, bei dem der Gesang nicht hundertprozentig passt. Kompositionen in dieser Art Perfektion hinzubekommen, ist in meinen Augen ein Meisterstreich, und Arjen Lucassen wird dabei irgendwie mit jedem Album besser.
Heavy Gitarrenriffs erwarten uns genauso wie akustische Instrumentalparts, Elemente aus Folk Rock genauso wie bombastische und symphonische Streicher- und Bläser-Arrangements. Dazu absolut überzeugende Gesangsleistungen, egal ob ruhige Ballade, emotionales Rock-Stück oder druckvolle Metal-Passage.
Arjen legt beim Gesamtsound diesmal etwas mehr Augenmerk auf eine Eingängigkeit, die dem geneigten Hörer den Zugang zu seinem Opus sicherlich erleichtert. Dabei muss aber ganz klar festgehalten werden, dass 01011001 vor allen Dingen als Gesamtwerk erst seine unvergleichliche Wirkung entfalten kann. So wäre es auch reine Verschwendung, irgendwelche Anspieltipps zu nennen. Ganz Hören oder gar nicht!
Fazit: Nun ist die Rezension doch recht lange geworden, obwohl ich mich schon kurzmöglichst gefasst habe. Also, machen wir es im Fazit knapp und bündig: In meinen Augen hat sich Arjen Lucassen nochmal selbst übertroffen. 01011001 ist das bisher beste Werk, das ich von ihm gehört habe. Eine derartige Einigkeit von Musik und Emotionen ist nur schwer zu erreichen. Auch wenn das Jahr noch jung ist: Im Bereich des vielschichtigen progressiven Rock ist 01011001 sicherlich das Top-Album 2008. |
Tipp:
| | Wer eine Vorliebe für Rockopern hat oder abwechslungsreichen Progressive Rock mag, sollte sich dieses Album nicht entgehen lassen. |
Titel-Liste:
| | - - - CD 1 - - - -
- Age of Shadows
- Comatose
- Liquid Eternity
- Connect the Dots
- Beneath the Waves
- Newborn Race
- Ride the Comet
- Web of Lies
- - - CD 2 - - - -
- The fifth Extinction
- Waking Dreams
- The Truth is in Here
- Unnatural Selection
- River of Time
- E=MC2
- The sixth Extinction
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.ayreon.com  |
Probehören und Kaufen:
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