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Review: Bad Sister |
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Album:
| | BECAUSE RUST NEVER SLEEPS, 2009, Distinct Music |
Stil:
Wertung:
| |  7 von 7 Punkten | | S.M., 14.07.2009 |
Review:
| | Die Band Bad Sister existiert bereits seit den Achtzigern. Allerdings nahmen sich die Musiker eine Auszeit von satten 18 Jahren, bevor sie dem Projekt nun mit dem insgesamt dritten Album BECAUSE RUST NEVER SLEEPS wieder Leben einhauchen. Der Albumtitel soll wohl ein kleiner Hinweis sein, dass sie all in der Zeit keinen Rost angesetzt haben.
Noch immer an Bord sind die Gründungsmitglieder Sven Lange (Gitarre) und Kai-Ove Kessler (Schlagzeug). Außer ihnen gehören anno 2009 Suzie Lohmar (Gesang), Kai Beyer (Keyboard), Werner Kaul (Keyboard) und Jörn Saul (Bass) zum Line-Up.
Okay, schauen wir mal, ob die sechs Leutchen wirklich rostfrei rocken.
Beim Intro zu "Surrender" wurde praktisch eins zu eins das Riff von Scorpions"Rock you like a Hurricane" übernommen. Ansonsten handelt es sich aber um einen knackigen Melodic-Rocker mit erweiterten Ohrwurmqualitäten. Den Höhepunkt singt man fast zwangsweise mit und über den kleinen Riffdiebstahl zum Beginn kann man ja mit einem Augenzwinkern hinwegsehen.
Bei "Zone zero" bekommt Suzie Lohmar männliche Gesangsunterstützung. Die Vocals harmonieren gut miteinander und der etwas straightere Rocker macht sich ebenfalls schnell in den Gehörgängen breit.
Mit "Take me as I am" kommen erstmals gefühlvollere Klänge ins Spiel. Der Aufbau mit dem ausdrucksstarken und emotionalen Gesang von Suzie mündet in einen knackigen Höhepunkt, bei dem auch die Gitarre wieder ordentlich Dynamik vermittelt. Eine gelungene Grantwanderung zwischen gefühlvoller und energetischer Stimmung und die nächste astreine Ohrwurmnummer.
"Unless you talk to me" ist ein schmusiger AOR-Song nach typischer US-Art und drückt viel 80er-Feeling aus. Dass es noch romantischer und gefühlvoller geht, beweist dann die Ballade "Carry on", die wahrscheinlich die schönste Melodie des Albums ins Spiel bringt. Bislang geben sich Bad Sister keinerlei Blöße, sondern komponieren auf höchstem Niveau.
Nach soviel emotionaler Schlagseite, gefällt es mir gut, dass "Rocky Road" mit nostalgischem Hammond-Orgel-Touch ordentlich losfetzt. Erinnert mich an rockige Gillan-Songs oder auch an dynamischere Sachen von Whitesnake. Und Sven Lange, der Mann an der Gitarre, zeigt, dass er auch gerne mal den Metal tangiert. Müßig zu erwähnen, dass auch dieser Song schnell die Gehörgänge vereinnahmt.
Als Vorlage für "Heat of the Night" könnten Survivor-Hits gedient haben, wie man sie desöfteren in Stallone-Filmen hört. Es ist jedenfalls gleichermaßen druckvoller wie eingängiger AOR ohne einen Makel.
"Hard Times Shuffle" vereint kräftigen modernen Sound mit dem 70er, bzw. 80er-Touch, der wieder durch das Keyboard ins Spiel gebracht wird. Eine gelungene Vermischung, die ins Blut geht.
Mit "Don't love me again" - der Titel verrät es - folgt die nächste Ballade. Genau genommen eine Halbballade, da im weiteren Verlauf auch die Instrumentalpower auffahren darf. Dadurch wird auch dieser Track nicht schnulzig, sondern lebt von dieser Verbindung der Emotionalität und der instrumentellen Intensität. Wir sind bereits bei Song 9 und noch immer kann ich keinen Schwachpunkt entdecken.
Den liefert auch "Through the Night" nicht. Vielmehr ist es der stärkste Song der "härteren" Fraktion. Ein Melodic Hardrock-Track mit supergenialem Höhepunkt, toller Melodie, raffiniertem Solo und schön ausdrucksstarkem Gesang von Suzie mit leicht rauhem Unterton. Spitze!
Und es geht nur so weiter: "Blackmailed" entwickelt erst eine schwungvolle Atmosphäre, bremst dann zum Aufbau etwas ab, um beim Höhepunkt einen geilen Refrain in die Runde zu werfen. Ein locker-flockig Stimmungsmacher und ein weiterer Beweis für das ausgezeichnete Songwriting.
Bei "Talk to you later" darf nochmal der US-Zweig der Spielart ran. Ähnlichkeiten zu Journey, REO Speedwagon oder den erwähnten Survivor sind vorhanden, doch auch diese Bands zaubern nicht wie selbstverständlich solche eingängigen Ohrwurmnummern aus dem Ärmel.
Den Abschluss macht mit "Last Train" ein Song der einerseits emotional ist, aber auch einen leicht folkigen US-Touch, bzw. einen Hauch Southern-Rock-Feeling mit sich bringt. Es ist zwar nicht mein persönlicher Favorit, zeugt aber von Bad Sisters songwriterischer Vielfalt und beschließt dieses tolle Album auch standesgemäß.
Fazit: Die Hörproben auf MySpace hatten mich neugierig auf dieses Album gemacht, so dass ich mich redaktionsintern anbot, es zu rezensieren. Dass es mein persönliches Melodic Hardrock-Highlight der letzten zwölf Monate werden würde, hätte ich mir allerdings nicht träumen lassen.
Auf BECAUSE RUST NEVER SLEEPS stimmt eigentlich alles. Die Songs variieren zwischen emotional, eingängig und dynamisch. Es wird genau die richtige Mixtur aus gefühlvoller und druckvoller Darbietung getroffen. Die Musiker liefern eine professionelle Leistung ab, aus welcher das variable Gitarrenspiel von Sven Lange noch etwas herausragt. Und Suzie Lohmar hat eine kraftvolle und ausdrucksstarke Stimme, die eindrucksvoll zwischen emotionalem Touch und energischer Rockröhre wechseln kann.
Bad Sister haben definitiv keinen Rost angesetzt. Das Album vermittelt eher eine unerwartete Spritzigkeit und bringt frischen Schwung in das Genre. Ich hoffe, dass Bad Sister zukünftig etwas aktiver bleiben und weitere derart starke Alben veröffentlichen. |
Anspieltipps:
| | Es ist äußerst schwer, bei diesem hohen Niveau noch Anspieltipps herauszufischen. Am besten gefallen mir aber "Surrender", "Take me as I am", "Carry on", "Through the Night" und "Talk to you later". |
Tipp:
| | Mein Tipp schlechthin für alle Freunde des Melodic Hardrock und AOR. |
Titel-Liste:
| | - Surrender
- Zone tero
- Take me as I am
- Unless you talk to me
- Carry on
- Rocky Road
- Heat of the Night
- Hard Times Shuffle
- Don't love me again
- Through the Night
- Blackmailed
- Talk to you later
- Last Train
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.badsister-rock.com  |
Probehören und Kaufen:
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