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Review: Bai Bang |
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Album:
| | ARE YOU READY, 2009, Metal Heaven |
Stil:
Wertung:
| |  4,5 von 7 Punkten | | U.B.,14.04.2009 |
Review:
| | Nachdem Mötley Crüe mit SAINTS OF LOS ANGELES großen Erfolg hatten und von Guns N´ Roses mit "CHINESE DEMOCRACY" ein Album erschienen ist das zwar viele Jahre angekündigt, aber von kaum noch einem Fan mehr erwartet wurde, ist Sleaze und Glam wieder angesagt. Da überrascht es auch nicht, dass nun Bai Bang die Zeit als günstig ansehen und ihr fünftes Album, ein Best Of nicht mitgerechnet, nachschieben. Das letzte Studioalbum ATTITUDE ist immerhin schon 2001 erschienen. Die Schweden von Bai Bang sind schon seit mehr als zwei Dekaden im Geschäft und um den ganzen Erdball getourt. Diddi Kastenholt Vocals, Pelle Eliaz Gitarre, Joacim Landin Bass und Jonas Langebo Drums ist die Besetzung des Quartetts. Bereits die mitgelieferten Promo Fotos zeigen überdeutlich welcher Musikrichtung hier gefrönt wird. Bandanas, ungezählte Silberringe und Tattoos ohne Ende lassen einen sofort an Mötley Crüe, Ratt, L.A. Guns und Poison denken. Guter alter Sleaze Rock der in den Achtziger so manche Fete musikalisch untermalte erlebt hier ein Revival.
Mit "I love the Things you hate" steigt die Truppe mit flotten Riffs und ausgeprägten Backing Vocals direkt gut ein. Die Vocals selber sind mir bei dieser Nummer zu blass, was zum Glück nicht für den Rest der Scheibe zutrifft. Sofort der Einstieg zeigt, hier ist gute Laune Party Time angesagt.
Nicht ganz so schnell geht es bei "Born to rock" zu. Das Tempo ist eher gebremst. Dumpf und stampfend aber melodisch erinnert mich das Stück manchmal an Def Leppard. Auch hier haben wir es wieder mit viel Backing Vocals zu tun, wie überhaupt auf dem ganzen Album. Ein klarer Pluspunkt für die Schweden kommt der mehrstimmige Gesang doch frisch und locker rüber. Ein Track der Live garantiert für mächtig Stimmung sorgt und einlädt die Mähne zu schütteln.
Der Titel "Party Queen" hätte es gar nicht sein müssen. Spätestens jetzt ist jedem Hörer ohnehin völlig klar, dass es sich hier um genau das handelt, Party Rock. Die Melodie ist sehr eingängig, getrieben durch die rockenden Gitarren, da wippen die Fußspitzen ganz automatisch mit. Da wird das Tempo zur Auflockerung mal reduziert bevor die Gitarren erneut wirbeln. Die Lyrics sind von der simplen Sorte: She´s a party Queen, she´s a mean machine. Na ja.
Geheimnisvolle Untertöne in den Vocals eröffnen "Are you ready, I am ready". Die Melodie ist wieder extrem eingängig und unkompliziert und setzt wie zu vor auf den mehrstimmigen Gesang im Refrain. Die kräftigen Gitarren sorgen dafür, dass die Sache nicht zu seicht wird.
Bei "Only the best die young" handelt es sich um eine Ballade mit gehörigem Kitschfaktor. Die traurigen Vocals untermalt mit Geigen und Piano drücken heftig auf die Tränendrüsen ohne allerdings die melancholische Atmosphäre richtig einzufangen. Und dennoch kann ich dem Stück einen gewissen Ohrwurm Einschlag nicht absprechen. Hier dürften bei einem Live Auftritt wohl sofort die Feuerzeuge geschwenkt werden.
Typischen Sleaze Rock bietet "We come alive". Da spielen die Gitarren auch mal heftiger auf was ich mir übrigens viel häufiger gewünscht hätte. Das Midtempo Stück klingt nach Cinderella, und ist sehr radiotauglich.
"Longtime cumin´" grooved flott und ist im Aufbau etwas ungeordnet. Hier baut man deutlich weniger auf die Melodie als bei den Nummern zuvor. Die teils geschouteten Vocals erfahren viel Unterstützung aus dem Hintergrund und klingen schön frech.
Wenn ich einem Lied den Titel "Bad Boys" gebe dann sollte da aber auch die Post abgehen und das Stück richtig einheizen. Zwar ziehen Drums und Gitarren gut ab aber insgesamt ist das Teil viel zu brav, die Lyrics schon tausend Mal gehört. Die leicht süßliche Melodie passt ohnehin nicht zum Titel.
"All the little Things" gibt sich balladesk. Der Bass übersteuert schon leicht, da hat man beim Abmischen offenbar nicht aufgepasst. Das Stück geht gut ins Ohr besonders konzentriert darf man aber nicht lauschen, ich habe das deutliche Gefühl alles schon bei Britney Fox und Def Leppard gehört zu haben. Von Eigenständigkeit keine Spur.
Auch "Bigtime Party" ist leider kein Rocker, schon eher softer Pop. Das ist mir zu belanglos und einfach gestrickt. Gut, die mehrstimmigen Vocals sind nicht schlecht aber die Nummer klingt wie ein Aufguss der vorangegangenen Tracks, mehr Abwechslung bitte.
Fazit: Bai Bang spielen routiniert, nach mehr als zwanzig Jahren nicht verwunderlich. Die Songs sind melodisch und frisch, manche auch rotzig frech. Originalität sucht man hier aber vergeblich. Die amerikanischen Vorbilder sind allgegenwärtig und die Schweden lassen wirklich kein Klischee aus, sei es optisch oder auch musikalisch. Die Songs sind alle mit um die drei Minuten kurz und knackig, gute Laune Party Sound zum zwischendurch hören, nicht mehr und nicht weniger. Die Spielzeit von gerade mal 34 Minuten ist eindeutig zu mager. Spätestens gegen Ende der Scheibe hat man das Gefühl, Bai Bang kopieren sich munter selber, vieles klingt doch sehr ähnlich. Außerdem vermisse ich einige härtere Songs, manches ist doch zu popig geraten. |
Anspieltipps:
| | "Born to rock", "Party Queen", "We come alive" und "All the little Things" |
Tipp:
| | Wer von den Sleaze und Glam Stilikonen Mötley Crüe, Pretty Maids und Guns N´ Roses nicht genug bekommt liegt hier richtig und erhält genau das Musikfutter was er sucht. Die Vorbilder werden nur teilweise erreicht, man sollte also nicht zu hohe Erwartungen an Bai Bang stellen. Dennoch macht die unkomplizierte Mucke eine Menge Spaß. Wer nicht auf Poser Rock steht sollte vorsichtig sein. |
Titel-Liste:
| | - I love the Things you hate
- Born to rock
- Party Queen
- Are you ready, I´m ready
- Only the Best die young
- We come alive
- Longtime cumin´
- Bad Boys
- All the little Things
- Bigtime Party
|
Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.baibang.se  |
Probehören und Kaufen:
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