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Review: Battleroar
 
TO DEATH AND BEYOND

Album:
 TO DEATH AND BEYOND, 2008, Cruz Del Sur

Stil:
 True Metal

Wertung:
 6,5 von 7
6,5 von 7 Punkten
 S.M., 10.07.2008

Review:
 Aus Griechenland stammen die epischen True Metaller Battleroar. Sie halten die Fahne der Musikrichtung hoch und werden von vielen als die große Hoffung des True Metal gesehen, seit andere Verfechter wie Manowar nur noch mittelmäßiges Material abliefern. Bereits mit ihrem 2005er-Werk AGE OF CHAOS konnte das griechische Quintett gute Kritiken einheimsen. Inzwischen ist der Nachfolger TO DEATH AND BEYOND erhältlich und wird von uns einer ausführlichen Prüfung unterzogen. Können Battleroar die in sie gesetzten Erwartungen erfüllen?
Das Album erscheint bei Cruz Del Sur Records, die sich fast ausschließlich auf Metal-Scheiben spezialisiert haben und meist auch ein ganz gutes Händchen für musikalisches Potential des Genre beweisen.
Battleroar bestehen 2008 aus Marco Concoreggi (Vocals), Gus Macricostas (Bass), Nick Papadopoulos (Drums) und den beiden Gitarristen Kostas Tzortzis und Manolis Karazeris. Der Bandname entspringt übrigens aus einem Song der schwedischen True Metaler Heavy Load, die zu Beginn der 80er einige starke Scheiben am Laufen hatten. Genauer gesagt aus der Zeile "I loved the battleroar" vom Song "Singing Swords". Das verrät mir die bandeigene Homepage. Doch nun wenden wir uns endlich der Rezension zu.

Gleich der Opener "The Wrathforge" hat eine langgezogene epische Einleitung, die mit dem Aufbau des Stückes dann praktische einfach weitergeführt wird. Sowohl das Riffing wie auch der Rhythmus unterstützen den hymnischen Aspekt der Komposition und Marco Congoreggis kraftvolles Organ drückt die kriegerische Atmosphäre hervorragend aus.
Mit "Dragonhelm" geht es genau auf dieser Schiene weiter. Episch angehauchter True Metal, der vor allen Dingen Heroen und Schlachten verinnerlicht. Das Tempo ist variabel, mal grooved der Rhythmus in besinnlichem Mid-Tempo, mal wird aber auch aufs Gaspedal gedrückt. Die Gitarren führen gekonnt die Hookline, die in einen eingängigen Refrain mit starkem hymnischen Chorus mündet.
"Finis Mundi" beginnt mit einem besinnlichen Streicher-Intro und weiblichem Hintergrundchor. Dann übernimmt die Leadgitarre mit einem genialen Mainriff, dass uns das gesamte Stück immer wieder erfreut. Das Tempo ist schleppend, um die epische Komponente herauszukristallisieren. Immer wieder wird der Song von instrumentellen Zwischensspielen aufgelockert; besonders die Geigen-Arrangements ragen hier heraus. Marcos Gesang ist ausdrucksstark und emotionell und unterstützt sehr gut die Stimmung. Gegen Ende dieses Long-Tracks wird dann das Tempo forciert, und man kann sich in diesem Moment richtig gut vorstellen, wie die kriegerischen Heere zuletzt auf dem Schlachtfeld aufeinandertreffen und den Kampf ausfechten.
Ein wenig mehr in Richtung traditionellen 80er-Metals geht "Metal from Hellas". Vom Aufbau und der Instrumentierung sind Vergleiche zu Iron Maiden nicht ganz zu leugnen. Sogar Marco Congoreggi scheint sein Timbre kurzzeitig dem von Mr. Dickinson anzupassen.
Bei "Hyrkanian Blades" wird wieder mehr Epik ausgepackt. Man fühlt sich an Hochzeiten von True-Metal-Bands wie Manowar oder Manilla Road erinnert. Die Rhythmustruppe darf wieder mächtig bollern und das Riffing ist äußerst druckvoll.
Congoreggi zeigt seine stimmliche Variablität bei "Oceans of Pain", denn seine Klangfarbe ist auf einmal durchweg eine Oktave tiefer. Ansonsten reiht sich auch dieser Song problemlos in die Reihe der epischen Hymnen ein. Battleroar beweisen ein Händchen fürs Songwriting und agieren sehr abwechslungreich. "Oceans of Pain" ist wieder im Midtempo gehalten, kann aber mit starkem Refrain und leicht folkig angehauchten Intermezzi aufwarten.
Mit "Born In The 70s" fröhnt man dann wieder früheren Zeiten des Heavy Metal, genauer gesagt der NWoBHM. Auch hier würde ich den musikalischen Vergleich am ehesten zu frühen Maiden ziehen. Vielleicht weil Maiden die einzigen waren, die damals schon solch ein Soundgeflecht in die Praxis umsetzen konnten. Das ist einfach kompositorisch ausgereift und von den Musikern hervorragend performed.
Bei "Warlords of Mars" gelingt es Battleroar schlließlich, die beiden Spielarten - den epischen True Metal und den traditionellen NWoBHM - miteinander zu verknüpfen. Manowar meets Maiden könnte man sagen. Der Song ist gleichermaßen episch wie dynamisch, und wer glaubte, die Griechen könnten gegenüber der vorherigen Songs nicht noch eins draufsetzen, wird locker eines Besseren belehrt. Wieder wird von der kompositorischen und instrumentellen Seite alles richtig gemacht, und Marco Congoretti läuft zu gesanglicher Bestform auf.
"Death before Disgrace" beendet das Album dann wieder auf die etwas bombastische und hymnische Weise. Noch einmal werden Krieger und Schlachten entsprechend klischeehaft verehrt und dieses Thema auf musikalische Weise eindrucksvoll umgesetzt.
Man wartet schon lange darauf, dass Manowar endlich wieder solches Songmaterial unters Volk bringen. Aber wozu eigentlich warten? Wir haben doch schließlich Battleroar!

Fazit: TO DEATH AND BEYOND ist ein klasse Album. Man könnte fast von einem Meilenstein des True Metal reden. Es gibt tatsächlich keinen Schwachpunkt. Die Musiker liefern eine astreine Leistung ab, die Produktion ist professionell und perfekt abgemischt und die starken Kompositionen zeugen vom hervorragenden Songwriting der Band.
Battleroar reihen sich endgültig in die Liste der Großen dieses Genre ein, und wenn andere schon nichts Vernünftiges mehr zu Stande bringen, kann man sich wenigstens auf die Krieger aus Hellas noch verlassen.

Anspieltipps:
 Wenn alle Stücke auf einem derart hohen Level spielen, ist es schwierig Highlights herauszufischen. Dennoch setzen "Finis Mundi", "Oceans of Pain" und "Warlords of Mars" meines Erachtens die stärksten Akzente.

Tipp:
 Ausgesprochene Kaufempfehlung für alle, deren Interessen im True Metal, Epic Metal oder traditionellen Heavy Metal liegen.

Titel-Liste:
 
  1. The Wrathforge
  2. Dragonhelm
  3. Finis Mundi
  4. Metal from Hellas
  5. Hyrkanian Blades
  6. Oceans of Pain
  7. Born in the 70s
  8. Warlords of Mars
  9. Death before Disgrace

Laufzeit:
 59:16 Min.

Band-Infos:
 
  • www.battleroar.com 

  • Probehören und Kaufen:
    Battleroar: TO DEATH AND BEYOND

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