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Review: Beardfish |
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Album:
| | DESTINED SOLITUDE, 2009, Inside Out |
Stil:
Wertung:
| |  5,5 von 7 Punkten | | U.B., 05.07.2010 |
Review:
| | Beardfish, ein Fisch mit Bart also. Wer bei dem ausgefallenen Bandnamen auf eine Prog Band tippt liegt völlig richtig. Wenn es schon einen Stachelschweinbaum (Porcupine Tree) gibt warum nicht einen Fisch mit Bart. Das vorliegende Album DESTINED SOLITUDE ist bereits das fünfte Werk der vier Schweden. Rikard Sjöblom Vocals und Keyboards, David Zackrisson Gitarren, Robert Hansen Bass und Magnus Östgren Drums entführen uns in mit Worten schwer zu beschreibende Klangwelten die garantiert nicht Jedermanns Sache sind. Das seit langem eingespielte Quartett sprengt hier alle Grenzen und scheint sich einen Spaß daraus zu machen den Hörer mit ständig neuen Einfällen zu überraschen.
Zu Beginn gibt es mit "Awaken the Sleeping" einen Instrumentalsong. Damit wird eine Brücke zu den beiden Vorgänger Alben SLEEPING IN TRAFFIC Part 1 und Part 2 geschlagen. Die Hammond Orgel erinnert an ELP. Dazwischen erklingt eine immer wieder auftauchende Kindermelodie, wie man sie von amerikanischen Vergnügungsparks kennt. Sehr detailverliebt gibt sich die Nummer mal mit viel Leichtigkeit versehen, mal verschachtelt nach bester Prog Manier. Ein Song der vorzüglich als Untermalung einer surrealen Sequenz aus einem Alice im Wunderland Film passen würde.
Nahtlos geht der Track in den Titelsong "Destined Solitude" über. Nach verhaltenem Start wandelt sich die Nummer zu einem flotten, treibenden Rocker. Die Vocals passen sich dem unsteten Stil an. Sogar einzelne Growls werden eingestreut. Moderne Klänge und improvisationsartige Passagen mit viel Jazz Feeling gestatten den einzelnen Instrumenten musikalische Ausflüge ohne, dass der Gesamtzusammenhang verloren geht. Da werden Erinnerungen an alte Softmachine Stücke wach.
Auch "Until you comply" ist überaus progressiv ausgefallen. Ein Mix aus frühen Genesis und King Crimson, voll gepackt mit ungezählten Stilen und Varianten macht es nicht leicht dem Stück zu folgen. Ständig stürmt Neues auf den Hörer ein, seinen es Klänge a la Pink Floyd mit MEDDLE abgelöst durch Jahrmarksmusik, oder wenig musikalische Zäsuren dazwischen. Das Ganze ist sehr Orgel bzw. Keyboard betont und wirkt häufig wie aus verschiedenen Stücken zusammen geschnitten.
"In real life there is no Algebra" ist zwar anders aber erneut sehr jazzig mit unruhig hin und her tänzelnder Melodie fast schon nervös. Die Keyboards haben auch hier viel Spielraum. Die Vocals sind teils auf Sprechgesang beschränkt. Die Attribute anspruchsvoll und verquert treffen den Charakter des Stückes. Es gibt viel zu entdecken wenn man sich ausgiebig mit dem Song beschäftigt, leicht ist es jedoch nicht.
Auf "Where the Rain comes in" herrscht nostalgisches 70er Jahre Flair. Viel Orgel und deutlich akzentuierendes Schlagzeug prägen das Stück mit einigen fulminanten Energieausbrüchen.
Das sehr kurze "At Home watching Movies" ist für Beardfish Verhältnisse ungewöhnlich melodisch ausgefallen. Die eingängigen Melodien und der gefühlvolle Gesang gestalten den Track erheblich leichter konsumierbar als alle anderen.
Mit "Coup de Grace" versteht es Beardfish, wie der Titel bereits andeutet, viel französisches Gefühl musikalisch zu verpacken. Getrieben durch starke Keyboards und Drums marschiert man schnell dahin um dann in verhaltenes Tempo mit nachdenklicher Stimmung zu verfallen. Das vom Keyboard generierte Akkordeon gibt dem Lied etwas von einem französischen Chanson. Stellenweise mischen sich darunter Abschnitte die noch mal an Pink Floyd mit MEDDLE erinnern bevor aufbrandende Keyboards recht forsch zur Sache gehen.
Die Harmonie- Disharmonie Kontraste nehmen auch auf "Abigails Questions" breiten Raum ein. Futuristisch sphärische Klänge mit deutlichen Jazz Anleihen, verspielte, sprunghafte Keyboard Duelle, auch hier zieht Beardfish alle Register.
Den Abschluss bildet "The Stuff Dreams are made of". Der experimentelle Charakter scheint mir hier noch ausgeprägter zu sein. Wenig melodische Klang Collagen die teils schon chaotisch anmuten verlangen viel Toleranz beim Hörer. Eine gewisse Faszination durch die Andersartigkeit ist da, Musik vom anderen Stern.
Fazit: Ein Potpourri an Einfällen, eine Wundertüte unerschöpflicher Ideenvielfalt und ein Trommelfeuer unterschiedlichster Stile wartet auf den progerfahrenen Hörer der sich auch schrägen Melodien gegenüber aufgeschlossen zeigt. Selten zuvor habe ich mich derart schwer getan ein Album stilistisch einzuordnen. Die eingangs gewählte Bezeichnung Progressive Rock trifft es noch am ehesten wobei Progressive Jazz Rock sicher auch nicht verkehrt ist. Das instrumentale Können der Musiker ist ausgezeichnet, die Stücke aber großenteils nur schwer greifbar. Zu verspielt und verquert ist die Musik von Beardfish, da fällt es einem auch nach mehreren Durchläufen schwer sich mit dem Album zu identifizieren. Nicht selten empfand ich die Stücke als anstrengend, die volle Konzentration fordernd, überaus sprunghaft, ständig den roten Faden suchend. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Beardfish fast schon provokant sich durch alle Stile und Zeitalter der Musikgeschichte spielen wollen. Das Ergebnis ist mehr als ungewöhnlich aber wie bereits erwähnt, auch nicht gerade leicht verdaulich. |
Tipp:
| | Wer die beim gleichen Label unter Vertrag stehende Band Indukti mag ist auch bei Beardfish gut aufgehoben. Eine Vorliebe für Jazz Improvisationen sollte man mitbringen. Und ein gutes Maß an Toleranz gegenüber ungewöhnlicher Musik. |
Titel-Liste:
| | - Awaken the Sleeping
- Destined Solitude
- Until you comply / entropy
- In real Life there is no Algebra
- Where the Rain comes in
- At Home watching Movies
- Coup de Grace
- Abigails Questions
- The Stuff that Dreams are made of
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.beardfish.argh.se  |
Probehören und Kaufen:
Empfehlen:
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