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Review: Robin Beck
 
THE GREAT ESCAPE

Album:
 THE GREAT ESCAPE, 2011, Frontiers

Stil:
 AOR

Wertung:
 6 von 7
6 von 7 Punkten
 M.H., 29.10.2011

Review:
 Wer kennt es nicht? Dieses "First Time", das mal in einer Werbung für eine amerikanische braune Limonade erklang und eine junge Frau namens Robin Beck vor gut 20 Jahren über Nacht zu einem Star machte. Leider war dies ein typisches One-Hit-Wonder, was es die Singlecharts betrifft. Leider deswegen, weil Robin Beck mit solchen Alben wie TROUBLE OR NOTHING ein paar echter Klassiker im Bereich des AOR mit weiblichem Gesang abliefern konnte. Vergleiche mit Heart waren nicht selten – wobei das unfair ist, denn beide Acts gehören wirklich zur Champions League des Melodic Rocks.
Vor ein paar Jahren kam Robin Beck dann aus ihrem Mutterschutzurlaub zurück und die umtriebigen Italiener Frontiers Records konnten die Powerfrau unter Vertrag nehmen. Sie steigerte sich mit jedem Album, vor allem LIVIN' ON A DREAM aus dem Jahre 2007 fand ich sehr gelungen und Anfang des Jahres 2011 veröffentliche sie den Nachfolger namens THE GREAT ESCAPE.

Der geneigte Hörer wird mit "The One" begrüßt, das überraschend hart klingt, denn die Gitarren wurden im Vergleich zu dem Vorgängeralbum eindeutig nach vorne gemischt. Trotzdem oder genau deswegen kann der Song sofort überzeugen, denn Ms. Beck singt so gut wie lange nicht mehr und vor allem geht der Refrain sofort ins Ohr, perfekter Auftakt also.
Danach wird es bei "Got me feelin' sexy" noch mal etwas rockiger, vor allem dieser groovender Gitarrenriff ist einfach nur magisch, und der Aufforderung "Come on" der Interpretin am Anfang folgt man gerne: Man beginnt automatisch den Fuß im Takt mit zu wippen. Vielleicht ist der Song am Anfang leicht sperrig, doch das täuscht, denn schon beim 2. Hören erwischt man sich, dass man den Refrain erneut mitsingt.
Bei "Inside of me" lässt es Robin Beck dann etwas langsamer angehen, aber von einer Ballade kann noch nicht wirklich die Rede sein, es ist halt eine angenehme Mid-Tempo-Nummer, die erneut schnurstracks ins Ohr geht und diesmal vor allem durch die Background-Chöre besticht. Das ist wirklich feinster AOR-Stoff.
Joe Lynn Turner. Das ist der Duettpartner von Robin Beck beim nachfolgenden "Thats all depends (On what you do tonight)". Allein das müsste schon reichen, um aufzuzeigen, wie genial dieser Song ist, denn hier stimmt einfach alles. Das rockige Arrangement, die Gesangsleistungen der beiden Interpreten, die genauso rocken. Hinzu kommt eine Bridge, die fast genauso gut wie der Refrain ist – und der ist erneut ein Ohrwurm der Oberklasse. Anders gesagt – das ist ein echter HIT!
Dann geht es wieder etwas gediegener zu, denn "Baby I'm not a Bitch" ist eindeutig auf radiotauglich getrimmt und erinnert stark an die Klassiker von Heart. Kurzum: Erneute Punktlandung – wenn das so weiter geht, werde ich am Ende der Review 7 Punkte vergeben müssen.
Dieser Verdacht erhärtet sich mit "Everything is alright" noch mehr, denn hier überrascht Robin Beck mit einem wunderbaren altmodischen Arrangement, das verdammt nach 80er-Rock klingt. Das macht aber wirklich nichts, solange das so gut funktioniert wie bei diesem erneuten Earcatcher.
"The great Escape" klingt da schon anders – sehr bombastisch und diesmal werden die Gitarren etwas in den Hintergrund gemischt. So kommt die Stimme von Robin Beck voll zur Geltung und das passt auch, denn hier legt sie sehr viel Emotionen in den Song. Trotzdem fällt er meiner Meinung nach im Vergleich zu den vorherigen Songs etwas ab, da der Refrain doch sehr sperrig ist.
Dies kann man von dem Refrain bei "Don't think he's ever comin' home" nicht behaupten, der ist wirklich sehr eingängig. Leider finde ich die Ballade aber überproduziert ohne Ende, so dass sie erneut nicht voll überzeugen kann.
Auch die modern angehauchte Pop/Rock Nummer "Cross my Heart" zündet nicht so klar wie die ersten sechs Songs auf der CD.
Um ehrlich zu sein dachte ich auch bei "All the Rivers", dass hier erneut das Material abfällt, doch der Song entwickelt erst nach einer gewisser Zeit seine Magie, die sich lässt beschreiben lässt. Ob es daran liegt, dass er moderner arrangiert wurde, oder daran, dass Robin Beck sich hier die Seele aus dem Leib singt und so eine gewisse Zerbrechlichkeit dem Hörer rüber bringt und so Emotionen wecken kann – wer weiß das schon? Tatsache ist: Das ist ein echtes Highlight.
Und schon sind wir nach knapp 40 Minuten am Ende der CD angekommen, denn mit "Till the End of Time" folgt der letzte Song auf THE GREAT ESCAPE. Auch hier hört man erneut ein Duett, diesmal mit James Christian. Der ist ja bekanntlich der Kopf von House Of Lords. War da noch was? Ach ja – er ist auch der Ehemann von Robin Beck. Der Song hebt sich angenehm vom Rest ab, das klingt fast so als ob man Meat Loafs BAT OUT OF HELL einen Teil „geklaut“ hätte. Das ganze Arrangement erweckt den Anschein, als ob man ein Rockmusical hören würde – Jim Steinman hätte seine Freude dran. Geile Nummer – und herrlich Old-School.

Fazit: Mit THE GREAT ESCAPE beweist Robin Beck – die diesmal bei allen Songs am Songwriting beteiligt wurde – eindeutig, dass sie noch lange nicht zum alten Eisen gehört und eigentlich viel mehr kann als nur Werbung für ein Erfrischungsgetränk zu singen. Zwar reicht die CD nicht ganz an ihren Klassiker TROUBLE OR NOTHING ran, aber das sind nur ein paar Nuancen. Anders gesagt – hier hört man einen sehr guten Vertreter des Female Fronted AOR!

Anspieltipps:
 "Inside of me", "That all depends" und "Everything is alright".

Tipp:
 THE GREAT ESCAPE ist das richtige Futter von Fans von Heart und ähnlichen Bands mit weiblichem Gesang.

Titel-Liste:
 
  1. The One
  2. Got me feelin' sexy
  3. Inside of me
  4. That all depends (On what you do tonight)
  5. Baby I'm not a Bitch
  6. Everything is alright
  7. The great Escape
  8. Don't think he's ever comin' Home
  9. Cross my Heart
  10. All the Rivers
  11. Till the End of Time

Laufzeit:
 44:37 Min.

Band-Infos:
 
  • www.robinbeckrocks.com 

  • Probehören und Kaufen:
    Robin Beck: THE GREAT ESCAPE

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