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Review: Bettie Ford
 
JETZT GEHT'S LOS

Album:
 JETZT GEHT'S LOS, 2010, ALIVE

Stil:
 Punk Rock

Wertung:
 5 von 7
5 von 7 Punkten
 J.G., 17.12.2010

Review:
 
Schon ein paar Jährchen im Geschäft, um genauer zu sein, seit 12 Jahren, haben Bettie Ford sich nicht nur ihre Sporen als agile Live-Band erspielt, sondern können mit einem beachtlichen Underground-Status glänzen.
Seit ihrem Debüt im Jahre 2004 ist der Neuling JETZT GEHT'S LOS erst das dritte Langeisen, was das Quartett Brat, Silver, Don und Rock damit nicht zu den fleissigsten Alben-Produzenten macht. Entscheidend ist letztendlich jedoch nicht die Stückzahl, sondern die Qualität und da muss JETZT GEHT'S LOS erst noch zeigen, was in ihm steckt.

Nach kurzem Intro-Gespräch wird es ernst und mit "Sucker 4 Love" geht es in die erste Uptempo-Rock'n'Roll-Runde. Mit eingängigem Ohrwurm-Riff kann Bettie Ford schnell überzeugen, aber hoppla, wer hat denn hier abgekupfert? Hoffentlich hört diesen Song niemals Allen Johnson, denn der ex-Exciter-Bassist hat den Song "Rising of the Dead" bereits 1983 geschrieben und im direkten Vergleich wird schnell offensichtlich, wie ähnlich - oder besser identisch - sich die Riffs anhören. Und ich spreche hier nicht von ein paar Licks, sondern vom Hauptthema des Songs, der sich lediglich im Refrain deutlich vom Vorbild abhebt.
Ich gebe zu, es ist heutzutage sicherlich schwer, das Rock-Rad neu zu erfinden und schon Ian Hill von Judas Priest sagte mal: "Ein gutes Riff ist ein gutes Riff, egal aus welcher Ära und in welchem Soundgewand.", aber etwas mehr Eigenleistung darf ich schon erwarten. Das Leben kann aber auch so gemein sein, denn hätte ich nicht just am gleichen Tag das neue Album von Exciter zum Testen heruntergeladen und dabei auch ein paar ältere Songs zum aufwärmen gehört, ich hätte das Riff vermutlich nur als "schon mal gehört" abgeordnet und es dabei bewenden lassen.
Schwungvoll und diesmal offensichtlich ohne Megaklau, bietet "Can't let go" forcierten soliden Rock'n'Roll mit unverkennbarem Punk-Teppich, der ebenfalls sofort ins Ohr geht, jedoch kaum Dauerwirkung mit sich bringt - muss er aber auch nicht. Anderer Song, gleiches Strickmuster bei "Get it!" mit leider etwas schwachbrüstiger Chorunterstützung im Refrain.
Etwas ruhiger, aber endlich mit einem gewissen Ohrwurm und einer gehörigen Portion Intensität kann "Heroes" durchaus überzeugen.
Und weil das Riff bei "Sucker 4 Love" so toll war, verbraten die Jungs bei "Mustasch" die Sache gleich noch mal. Aber wer schon häufig aufgewärmte Kost aus der Mikrowelle geniesen durfte, der weiß, aufgewärmt, schmeckt nicht mal halb so gut.

Fazit: JETZT GEHT'S LOS kann ich so leider nicht unterschreiben. Das Album mit klasse Werken von The Hellacopters, Backyard Babies oder Glucifer in einem Atemzug zu nennen, ist dann wohl eher ein Ausdruck von Wunschdenken. Solide Kost, aber auch nur ein Platz im Genre-Mittelfeld, mehr hat das Album nicht zu bieten - aber auch nicht weniger!
Ein paar Songs weniger, aber dafür ein paar Prozentchen mehr Dauerwirkung und "Qualität", wäre hier vermutlich besser gewesen.

Tipp:
 Genre-Liebhaber und natürlich Bettie Ford Fans werden hier sicherlich die eine oder andere Nummer für die nächste Party finden.

Titel-Liste:
 
  1. Sucker 4 Love
  2. Can't let go
  3. Control
  4. Tear it down
  5. I can't see my Amp from here
  6. Im Schimmer des Seidenglanz
  7. Good Luck to you (Der Neumann)
  8. Get it!
  9. Heroes
  10. Last Hope II
  11. Out of my Way
  12. Mustasch
  13. Judge me
  14. Trapped
  15. Silver Lining

Laufzeit:
 58:29 Min.

Band-Infos:
 
  • www.bettieford.de 


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