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Review: Bitchfire |
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Album:
| | BITCHFIRE, 2009, Eigenvertrieb |
Stil:
Wertung:
| |  6 von 7 Punkten | | J.G., 20.10.2009 |
Review:
| | Manchmal macht es einfach Spaß über die Musik zu Schreiben, die gerade durch die Lautsprecher rauscht. Und keine Frage, auch wenn es bereits Hunderte Scheibchen über den großen Teich bis in die Redaktion geschafft haben, so gibt es immer wieder angenehme Überraschungen, die man den US-Amerikanern gar nicht mehr zutraut, angesichts der Rock- und Metal-Dominanz innerhalb der Euro-Zone.
Dass man dabei nicht einmal ein großes Label im Rücken haben muss, um starke Mucke abzuliefern, das zeigen Bitchfire aus Florida mit ihrem selbstproduzierten und selbstbetitelten Debüt BITCHFIRE in mehr als eindrucksvoller Art und Weise.
Garant für den Erfolg sind dabei die drei Instrumentalisten Donny Sutton-Brown an der Axt, Robbie Plast an den langen Saiten und Eddie D hinter der Schießbude ebenso, wie der Import aus Bosten in Gestalt der blonden Frontfrau Sharyn Peach, die offensichtlich Rockmusik schon mit der Muttermilch konsumiert hat und gerne an der Länge des Minirocks spart (oder ist es ein breiter Gürtel?). Ansonsten ist diese leidenschaftliche Intonierung kaum zu erklären. Aber genug der Vorrede, nun ist "Musik" angesagt.
Schon nach wenigen Takten des Openers "Headlines" ist Stimmung in der Hütte. Stampfende Rhythmen treibende Gitarren-Riffs und eine Rockröhre par excellence lassen sofort die Fäuste nach oben fliegen. Als Zuckerl gibt es dann noch ein Gitarren-Solo, bevor die zweite Hälfte eingeläutet wird. Erfreulicherweise hat man dem traditionellen Rocker fast fünf Minuten spendiert so dass sich das abfeiern auch lohnt.
Mit einem Tick weniger Harmonie startet "Fly High" und versprüht dezentes Nu Metal-Feeling. Über allem einmal mehr die ausdrucksstarke Stimme der Frontfrau, die in tiefen Lagen genauso zu überzeugen versteht, wie in den tieferen Gefilden. Auch diesmal nimmt sich Donny Sutton-Brown Zeit für sein Solo, bevor das düstere "Pleasure is Pain" aus den Boxen klirrt. Hechelnd und groovend gräbt sich der Song tief in die Gehörgänge, während man eifrig "Mitnicken" spielt.
Nach dem etwas düsteren Groover, legt der Titelsong "Bitchfire" einen deutlich flotteren Takt aufs Parkett. Gitarren und Frontfrau pushen dabei unaufhörlich die Riffs durch die Boxen ohne dabei aber zu überziehen. Auch wenn das Gitarren-Solo durchaus Tempo mitbringt, so wird der zwingende Grundtakt bis zur letzten Rille aufrecht erhalten.
"Found me again" schlägt gleich noch einmal in die selbe Kerbe und so langsam sollte man daran denken, den bereits geflossenen Schweiß wieder mit geeignetem flüssigen Treibstoff zu ersetzen.
Nicht neu aber immer wieder wirksam, die warnende Fliegersirene zu Beginn von "Toxic Waste". Oft kommt, dann nur ein laues Lüftchen nach, ganz im Gegensatz zu Bitchfire, die hier ein wahres Rockfeuerwerk abbrennen und sich die Sirene dabei noch als der entspannenste Part bei meinem heimlichen Favoriten herausstellt.
Mit "Vampire" und "Breath" folgen wieder zwei etwas traditionellere und melodischere Mid-Tempo-Stampfer, bevor die durchaus mit griffigem Riffing und solider Gesangsarbeit in tieferen Regionen überzeugen kann.
Das psychedelische "Selfish Heart" entpuppt sich völlig anders geartet. Dezente sphärische Effekte mit orientalischem Touch und Sharyns intensiver Gesang laden in Kombination mit Donnys wimmernden Gitarren mehr zum Treiben lassen und Träumen ein, als zum rasanten Abfeiern, auch wenn der Song in seinem Verlauf an Tempo und Intensität dazu gewinnt.
Den Schlusspunkt setzt das tierisch groovende "Run to you" mit seinem dominanten Bass-Intro. Schade nur, dass man in der zweiten Hälfte etwas an Tempo eingebüßt hat und gleich mit zwei langsameren Songs in Folge das Album ausklingen lässt. Ein etwas flotterer Rocker hätte vielleicht zwingender den Finger in Richtung Play-Taste gesteuert. Aber egal, auch so verdient das Scheibchen noch ein paar Wiederholungen.
Fazit: Bitchfire liefern mit ihrem Debüt ein rundum gelungenes Werk ab. Beginnend vom brandheißen Cover-Artwork über zehn Songs, bei denen mächtig die Post abgeht, bis hin zu teils amüsanten Lyriks, ist alles an Bord, was ein modernes Hard Rock-Album bieten sollte, na ja, bis auf letzteres in abgedruckter Form. Herausragend ist in jedem Fall die Leistung der vier Musiker, die jede Note mit voller Leidenschaft angehen, egal ob am Mikro, der Axt, dem Langsaiter oder hinter dem Schießbude. Schon längere Zeit hat mich kein Album mehr so überzeugt, wie das des gemischten Quartetts aus dem Süden Floridas. Auch wenn die zweite Hälfte etwas abfallen mag, so liegt das wohl mehr am leichten Stilwechsel, als an schwachem Füllstoff. Und wenn ich jetzt noch an das kürzlich getestete Lita Ford Album denke, dann treibt es mir fast die Tränen in die Augen, denn genau so etwas hätte ich mir von der "Cherry Bomb"-Lady gewünscht. |
Anspieltipps:
| | "Headlines", der Titelsong "Bitchfire", das voll abrockende "Found me again", der Tiefflieger "Toxic Waste" und das psychedelische "Selfish Heart". |
Tipp:
| | Wer auf Hard Rock mit starken Frontfrauen steht, kommt an der leibhaftigen Rock-Bitch Sharyn Peach nicht vorbei. Freunde von Lita Ford, Benedictum oder Meldrum werden sicherlich ihre Freude an BITCHFIRE haben. |
Titel-Liste:
| | - Headlines
- Fly High
- Pleasure is Pain
- Bitchfire
- Found me again
- Toxic Waste
- Vampire
- Breath
- Selfish Heart
- Run to you
|
Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.bitchfire.com  |
Probehören und Kaufen:
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