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Review: Black Light Burns
 
CRUEL MELODY

Album:
 CRUEL MELODY, 2008, Edel

Stil:
 Alternative Rock, Industrial Rock

Wertung:
 5 von 7
5 von 7 Punkten
 M.U., 28.05.2008

Review:
 Wes Borland, der ehemalige Gitarrist der Band Limp Bizkit war von 1996-2001 und ein zweites Mal von 2004-2006 im Line-Up. In den Zeiten dazwischen und danach hat er sich mit mehreren Projekten über Wasser gehalten. Dazu gehören Big Dumb Face, Eat The Day und The Damning Well; das neueste Projekt ist nun eben Black Light Burns.
Die CD CRUEL MELODY erschien bereits im Juni 2007 in den USA und nun zum 20.06.2008 auch in Europa bzw. Deutschland. Neben einer "normalen" CD ist auf dem Markt auch eine Digi Pack Version einschließlich Bonus DVD mit drei Videoclips plus unveröffentlichten Audio Tracks. Als Musiker holt sich Wes Borland ins Boot: Danny Lohner (Nine Inch Nails), Josh Freese (A Perfect Circle) und Josh Eustis (Telefon Tel Aviv). Keine schlechte Mischung!

Die CD beginnt, endlich mal ohne diesen dämlichen Intro-Mist, von dem man in den letzten Monaten mehr oder weniger überflutet wird. Man kommt einfach zur Sache, so wie es sein soll. Mit "Mesopotamia" hört man den ersten Song, der auf einen auf der einen Seite sehr spacig, aber auf der anderen Seite auch sehr psychedelisch wirkt. Musikalisch kann man daran nichts aussetzen; der Song hat irgendwie das Zeug zu einem Ohrwurm zu werden.
Ohne dass man er merkt, beginnt der zweite Song "Animal". Da er von der Machart dem Vorgänger sehr ähnelt, bemerkt man den Übergang fast gar nicht. Das ist auch nicht schlecht, da die Melodie und der Rhythmus beibehalten werden. Der Anfang klingt etwas schrullig und weißt Elemente des Funk auf. Besonders die schrubbenden Gitarren unterstützen diesen Eindruck.
"Lie" beginnt mit typischen Limp Biskit Rhythmen. Starke Einflüsse von Rapp-Elementen sind zu hören. Allerdings kippt der Song zur Mitte hin mehr in Richtung von Hardcore, Nu-Metal und Cross-Over. Man fühlt sich manchmal an Passagen von KoRn erinnert. Es gehr hier richtig zur Sache, die Boxen werden beben...
"Coward" nimmt die Spielart des Vorgängers auf. Tiefe, depressive Basspassagen wechseln mit fast melancholischen Gesangspassagen. Die Stilrichtung erinnert einen wieder an KoRn. Aber die Mischung aus ruhigen und aggressiven Teilen macht diesen Song zu einem etwas besonderen.
Daran schließt sich "Cruel Melody" an. Der Song, de diesem Album den Namen gegeben hat. Er ist eher ruhig gehalten und tendiert in Richtung Ballade, also eher melancholisch. Ein bisschen passt er nicht so recht zu den Vorgängern. Na gut, betrachten wir es als "Verschnaufpause".
Denn mit "The Mark" wird es wieder aggressiver. Auch wenn der Beginn einen im Sicheren wiegt, dauert es nicht lange, bis es richtig heavy wird. Interessant an diesem Song ist die Tatsache, dass man immer wieder zwischen ruhigen und harten Phasen wechselt, was dem Song ein gewisses Extra verleiht. Spätestens an dieser Stelle sollte man begonnen habe, diese CD zu lieben...
"I Have a Need" ist wohl wieder so ein Machwerk á la Rockballade. Denkt man wenigstens nach den ersten Takten. Doch weit gefehlt! Es kommt ganz anders. Der Song entwickelt sich in eine ganz andere Richtung. An manchen Stellen könnte man sogar an indische Einflüsse denken.
Mit einem furiosen Schlagzeugwirbel beginnt "4 Walls". Der Groove des Songs ist phantastisch. Man könnte einfach nur mit schwingen. Dieser Song macht wieder einmal die Vielfalt der Band deutlich. Von Melancholie bis Hardcore, alles steht parat, wenn es gebraucht wird.
Hat meine CD jetzt plötzlich jede Menge Kratzer? Das wird wohl jeder geneigte Hörer denken, wenn der Song "Stop a Bullet" beginnt. Aber dem ist nicht so. Das Gekratzte gehört zu den Eigenschaften, die diesen Song ausmachen. Ob man es mag oder nicht, bleibt dem jeweiligen Hörer überlassen. Ansonsten bewegt man sich zwischen selbst gesteckten Grenzen.
Der Anfang von "One of Yours" erinnert einen an die guten alten 70er und 80er Jahre des letzten Jahrhunderts. Ein bisschen Reggae, ein bisschen Punk, ein bisschen Metal. Sehr schön anzuhören. Deep Purple und Scorpions (uvm.) lassen grüßen.
Sehr futuristisch beginnt der nächste Song "New Hunger". Aber auch klassische Elemente dürfen nicht fehlen. Auf Grund der ruhigen Grundlinie hebt sich der Song von den anderen etwas hervor. Ansonsten plätschert das Ganze nur so vor sich hier. Experimentelle Einflüsse sind nicht überhörbar.
"I am where it takes me" beginnt ganz düster und mythisch. Schon fast wie die irische Band Clannad. Mit dem vorletzten Song neigt sich diese CD dem Ende zu und man hat fast den Eindruck, dass man zum Ende hin in eine ruhigere Richtung abschwenkt. Sozusagen, den Hörer auszublenden.
Noch krasser wird es mit dem letzten Song "Iodine Sky". Dumpf, lustlos etwas psychedelisch und spacig angehaucht, verabschiedet man sich von dieser CD. Etwas erstaunlich ist die Tatsache, dass die letzten vier Songs die Laufzeiten extrem in die Länge schlagen. Angefangen mit rund fünf Minuten steigert man sich bis hier auf sage und schreibe achteinhalb Minuten. Irgendwie werde ich den Gedanken nicht los, man versucht mit aller Gewalt die CD voll zu bekommen. Das finde ich schade, denn über das Gedudel des letzten Songs fehlen einem die Worte.

Fazit: Diese CD ist von einer ganz besonderen Güte. Nach dem ersten Anhören würde man sich in den Hintern beißen, sie gekauft zu haben. Aber wenn man sie sich ein paar Mal anhört, erkennt man erst die Qualität und das Potential, welches darin steckt. Auch wenn es sich eigentlich um "normalen" Rock handelt, ist es dennoch eine gelungene Mischung aus etlichen Stilrichtungen wie von den ehemaligen Limp Bizkit oder Korn. Von der eigentlichen Musikrichtung der Limp Bizkit ist hier nicht sehr viel spürbar. An manchen Stellen besteht Nachholbedarf.

Anspieltipps:
 Um sich einen Überblick über dies CD zu verschaffen, eignen die Songs "4 Walls", "Animal", "The Mark", "New Hunger" und "Mesopotamia" wohl am Besten.

Titel-Liste:
 
  1. Mesopotamia
  2. Animal
  3. Lie
  4. Coward
  5. Cruel Melody
  6. The Mark
  7. I Have a Need
  8. 4 Walls
  9. Stop a Bullet
  10. One of Yours
  11. New Hunger
  12. I am where it takes me
  13. Iodine Sky

Laufzeit:
 62:29 Min.

Band-Infos:
 
  • www.blacklightburns.com 

  • Probehören und Kaufen:
    Black Light Burns: CRUEL MELODY (Ltd. Edit)

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