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Review: Black Majesty
 
TOMORROWLAND

Album:
 TOMORROWLAND, 2007 Limb Music

Stil:
 Melodic Power Metal

Wertung:
 6,5 von 7
6,5 von 7 Punkten
 U.B., 24.11.2007

Review:
 Der Metal Weltraum, unendliche Weiten. Auf seiner Reise stößt das Raumschiff HardHarder Heavy in Sound Galaxien vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat. Sternzeit 2007 Logbucheintrag Captain Kirk. Heute sind wir in den stationären Orbit über einem Land eingeschwenkt auf dem sich seltsame Tiere mit weiten Sprüngen vorwärts bewegen. Unsere Sensoren zeigen außerdem eindeutig Heavy Metal Kulturen an, eine Lebensform die sich Black Majesty nennt. Da Captain Kirk Black Metal nicht so mag erfolgte der Kontakt zögerlich. Es zeigte sich jedoch, dass das Black im Namen nicht auf den Stil schließen lässt. Es handelt sich vielmehr um einen Vertreter der Gattung Melodic Power Metal mit vereinzelten Prog Genen. Der überreichte primitive Datenspeicher in Form einer kleinen silbernen Scheibe sorgte dann für Begeisterung an Bord. Nachdem unser erster Bordtechniker Scotty den Datenspeicher auf unsere Technik adaptiert hatte, brandete ein druckvoller, sehr melodischer Sound aus dem Akustiksystem unseres Raumschiffs. TOMORROWLAND ist bereits der dritte Output. Der Zweite, genannt SILENT COMPANY Sternzeit 2005 ist auch alles andere als "silent". Diese verbalen Täuschungen scheinen in der Natur dieser Lebensform zu liegen, die aus vier unabhängigen Organismen besteht. John Cavaliere Vocals, Stevie Janevsci Gitarre, Hanny Mohamed Gitarre plus Keyboards und Pavel Konvalinka Drums. Dazu als Verstärkung Evan Harris am Bass und die Stimme von Vanishing Point Silvio Massaro für die Backing Vocals.

Doch zurück zu TOMORROWLAND. Die Hülle des Datenträgers ziert eine Stadt unter einem Energieschutzschirm, davor eine Gestalt mit einem Laserschwert. (Ich find unsere Phaser handlicher.)
Direkt der erste Song "Forever Damned" ließ die Außenhülle unseres Spaceship erzittern. Die zwei eigenartigen Werkzeuge, primitiv mit sechs Drähten versehen, fauchen los wie ein Vulkan auf Spocks Heimatwelt. Dazu sorgt ein aus diversen Modulen bestehendes Ding, als Drums bezeichnet, teils mit Trommelfellen bespannt (zwei große in der Mitte) und flache Scheiben aus gehämmerten Metall an Stativen aufgehängt, für einen brachialen Sound wie ein Warp Antrieb unter Überlast. Zur Mitte des Songs steigert sich das Ganze noch. Die zwei mit den Drahthölzern, Gitarren genannt, liefern sich ein regelrechtes Duell und lassen die Finger dermaßen flink über die Saiten flitzen, dass die Assoziation mit einer romulanischen Vogelspinne nahe liegt. Das Tempo wird geschickt variiert. Die Vocals sind ebenfalls ein Genuss, nie in zu große Höhen abgleitend, immer souverän. Getragen wird alles von einer fabelhaften Melodie.
Mit "Into The Black" schließt sich direkt die zweite Supernova an. Die Gitarren legen mächtig los begleitet von den Drums die wie ein Ionensturm durch die Galaxis rasen. Dann folgen mehrfache Tempowechsel, ausdrucksstarke Vocals sorgten für ein Leuchten, nicht nur in den Augen der weiblichen Besatzungsmitglieder. Der Song hat alles, Power, Tempo, ruhige Passagen. Melodic Power vom Feinsten.
"Evil in Your Eyes" startet nach einem kurzen, gesprochenen Intro mit heftigen Gitarrenriffs. Die Vocals werden mit viel Pathos vorgetragen und passen ausgezeichnet zum ganzen Song. Zur Mitte dominieren die Gitarren.
"Tomorrowland" beginnt mit sphärischen Keyboardklängen bevor die Sechssaiter wieder zum Glühen gebracht werden. Die Drums bekommen kräftig die Felle gegerbt. Klasse!
Das balladeske "Soldiers Of Fortune", unser Bordcomputer informierte uns, stammt ursprünglich von einem, Deep Purple genannten Organismus, legt mit Akustikgitarre und Keyboards los. Selbst die Stimme von John Cavaliere erinnert manchmal an Coverdale, der aber im Original noch etwas mehr Schmelz und Wehmut in der Stimme hatte. Das ist ganz bestimmt keine Kritik an Cavaliere einem tollen Sänger, aber "Soldier Of Fortune" kann niemand in der Milchstraße so singen wie David Coverdale. Niemand!
Dennoch eine gute Coverversion. "Bleeding World", wird eingeleitet durch Klänge die stark an ein Raumschiff mit defektem Antrieb erinnern gefolgt von sägenden Gitarren, bewegt sich anfangs eher im Midtempo Bereich, strotz aber nur so vor Energie. In der Mitte folgen Maidenartige Tempowechsel mit Stakkato- Drumwirbeln. Danach wird der Ionenantrieb bis zum Anschlag gefahren. Die Gitarren flirren wie ein Abfangjäger beim Eintritt in die Atmosphäre. Laserschnelle Gitarrenlicks, bei diesem Stück sind die schon erwähnten Maiden Einflüsse nicht von der Hand zu weisen. Wie schafft es Black Majesty nur so viel Kraft da reinzupacken bei gleichzeitig so viel Melodic Touch?
Ein kurzes Drumsolo läutet "Faces Of War" ein. Zum Titel des Lieds passend riffen die Gitarren düster und kraftvoll. Gitarren und Drums in perfekten Zusammenspiel beweisen, dass auch andere Bands das Thema Krieg eindrucksvoll vertonen können, wenn auch auf andere Art als die (ausgezeichnete) Band Sabaton.
"Wings To Fly" ist von der Stimmung deutlich fröhlicher. Für die Maßstäbe der Band könnte man fast sagen: Black Majesty goes Freedom Call. Die einzige kleine Schwäche (aber auf hohem Niveau) des Albums.
Die vorletzte Nummer "Another Dawn" ist ein typischer Black Majesty Song. Treibende Drums, die Gitarren marschieren und fetzen als wären sie in die Gravitation eines Black Hole geraten. Cavaliere beweißt, dass er auch klassische Metal Shouts draufhat. Das Vibrato in der Stimme erinnert an Großmeister Dickinson. Zum Schluss wird das Tempo immer mehr gesteigert. Das Ding hat Energie ohne Ende, wie eine Sonnenkorona. Selbst der erste Offizier Spitzohr Spock konnte sich ein: "faszinierend" nicht verkneifen.
"Scars" bildet den Abschluss der Reise. Es scheppert und ballert an allen Ecken und Enden. Es wird gerifft bis zum Abwinken. Ganz klar ein Verstoß gegen die solaren Sicherheitsnormen. Die Vocals sind höher als bei den Songs zuvor. Frühe Helloween haben ihre Spuren hinterlassen. Gitarrensoli pressen den Hörer in den Schalensitz und man wartet förmlich auf den Eintritt in den Hyperraum.

Scotty wird versuchen den Sound von Black Majesty in unseren Warp einzuspeisen. Mit dem Powerboost werden wir den Klingonen gehörig in ihre knöcherne Kauleiste hauen.
Inzwischen haben unsere Sensoren weitere Lebensformen die auf die Namen: Vanishing Point, Dungeon und Pegazus hören, entdeckt, die wir auch erforschen werden. Eine Rückkehr nach Tomorrowland ist aber bereits eingeplant. Ende Logbucheintrag Captain Kirk.

Fazit: Auch der dritte Streich der Jungs von Down Under tritt mächtig in den Allerwertesten. Zu den beiden Alben zuvor haben sie sich nochmals gesteigert. Ein musikalischer Energiedrink der wahrlich Flügel verleiht. Da kann Red Bull einpacken. Musikalität gepaart mit kräftigem Bums, viele Tempowechsel und ein ausgeprägtes Gespür für zündende Melodien das ist Black Majesty.

Titel-Liste:
 
  1. Forever damned
  2. Into the Black
  3. Evil in your Eyes
  4. Tomorrowland
  5. Soldier of Fortune
  6. Bleeding World
  7. Faces of War
  8. Wings to fly
  9. Another Dawn
  10. Scars

Laufzeit:
 49:43 Min.

Band-Infos:
 
  • www.blackmajesty.com 


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