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Review: Black Sabbath |
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Album:
| | HEADLESS CROSS, 1989, IRS |
Stil:
Wertung:
| |  6,5 von 7 Punkten | | U.B., 15.04.2008 |
Review:
| | Es gibt Produkte deren Namen durch die beherrschende Position am Markt zu einem Synonym für alle ähnlichen Artikel geworden sind. So möchte jemand der nach einem Tempo Tuch verlangt nicht unbedingt ein Produkt genau dieses Herstellers, sondern einfach ein Papiertaschentuch. Man muss den Wunsch nach Tesa Film nicht mit einem Artikel dieses Konzerns erfüllen. Meist tut es jedes durchsichtige Klebeband. Auch in der Musik gibt es einige wenige Bands, deren Musik als Synonym für einen ganzen Musikstil steht, deren Bekanntheitsgrad so groß ist, dass auch Musikmuffel wenigstens eine ungefähre Vorstellung davon haben wie der Sound der betreffenden Band klingt. Zu diesen musikalischen Flagschiffen die eine ganze Stilrichtung mitgeprägt haben, gehört natürlich auch Black Sabbath. Das Heavy Metal Urgestein schlechthin neben Iron Maiden und Judas Priest. Im Laufe der langen Kariere von Black Sabbath gibt es drei Phasen die durch den betreffenden damaligen Sänger besonders geprägt wurden. Die Zeit zu Anfang mit Ozzy Osbourne, die mit Ronny James Dio und eben die mit Tony Martin.
Unter all den guten Scheiben ragen drei besonders heraus. Sei es PARANOID mit Ozzy, HEAVEN AND HELL mit Dio oder eben HEADLESS CROSS mit Martin, Musikgeschichte haben alle drei Alben geschrieben und sind damit zum Synonym für klassischen Heavy Metal geworden. Headless Cross ist von der Qualität der Songs nur eine Spur schlechter als HEAVEN AND HELL aber von den Lyrics weitaus düsterer und so bedrohlich wie man es von Black Sabbath einfach erwartet. Das verwundert, hatte Tony Iommi doch gerade als HEADLESS CROSS entstand mehrfach erklärt, er wolle mit Black Sabbath weg aus der okkulten Ecke. Na da hat Herr Iommi wohl seine eigenen Texte nicht gelesen, es gibt kaum ein Album was so umfangreich über Okkultismus, wie Dämonen, Monster und den Satan handelt. Die Songs quellen vor beschworenen finsteren Mächten förmlich über.
Interessant ist der Albumtitel. Es gibt in der Nähe von Birmingham, der Heimat von Black Sabbath, den Ort Redditch mit dem Ortsteil Headless Cross. Der Ortsteil ist nach den zerstörten Kreuzen aus dem 14ten Jahrhundert benannt, als in dieser Gegend die Pest wütete. Ein wahrlich geschichtsträchtiger Albumtitel welcher der doomig gestimmten Musik gerecht wird.
Das kurze Intro "The Gates of Hell" bereitet mit einem Gemisch aus undefinierbaren Tönen sofort eine bedrohliche Atmosphäre. Der Auftakt zu einem Trip durch die Hölle.
"Headless cross" wird eingeleitet durch die ungemein harten und trockenen Drums von Cozy Powell. Dazu gibt es jede Menge Powerriffs von Iommi und die gefühlsstarke Stimme von Martin der nach ETERNAL IDOL hier bereits das zweite Album mit Black Sabbath einsingt. Midtempo und sehr doomig stampft der Song voran. Die Keyboards kommen nur sehr sparsam zum Einsatz und sind meist weit in den Hintergrund gemischt. Das gilt übrigens für das gesamte Album. Ein Gitarrensolo von Iommi ist mit Hall unterlegt. Die Lyrics bilden das Pendant zur Musik. In einer stürmischen Nacht hat ein Blitz ein steinernes Kreuz zerteilt. Die abergläubischen Menschen im Mittelalter glaubten, dies sei ein Zeichen für die Macht des Teufels und der Ort sei verflucht.
"Devil and Daughter" ist der schnellste Track des Albums. Von den flotten Drums getrieben hält sich auch die Gitarre nicht zurück. Der Song ist Don Arden und seiner Tochter Sharon gewidmet. Wobei gewidmet sicher das falsche Wort ist. Don war der Manager von Black Sabbath und seine Tochter Sharon, die meisten Leute haben es wohl geahnt, heißt seit ihrer Hochzeit mit Ozzy, Sharon Osbourne. Sharon für ihre mehr als ausgeprägte Geschäftstüchtigkeit bekannt, bekommt dann auch im Text gehörig ihr Fett weg. HeŽs got the power, sheŽs got the pain, sheŽll break any woman, sheŽll take any man.
Leise Keyboards und verhaltene Vocals, von den Drums hört man nur die Becken, leiten "When Death calls" ein. Der Gesang wird intensiver und plötzlich fegt einem der volle Sound um die Ohrlappen. Ständig lösen sich druckvolle, düstere Parts mit leisen Phasen ab. Als Gastmusiker gibt Queen Gitarrist Brian May mit einem Solo einen Auftritt. Ungewöhnlich, denn Tony Iommi ist nicht gerade dafür bekannt zu anderen Gitarristen besonders freundliche Beziehungen zu pflegen. Schöne epische Nummer, die später bei vielen Live Auftritten gespielt wurde und den typischen Klang von Sabbath darstellt.
Bei "Call of the Wild" stehen erneut die Drums im Vordergrund, dazu gibt es donnernde Riffs. Die unheilvolle Stimmung wird nur ganz vereinzelt im Refrain etwas abgemildert. Natürlich darf auch das obligatorische Gitarrensolo nicht fehlen. Man wartet im zweiten Teil jedes Sabbath Songs förmlich darauf.
Auf "Black Moon" lässt Riffmeister Iommi abermals nichts anbrennen, er fackelt einige wilde Gitarrenläufe ab. Wie fast alle Nummern auf diesem Album nur Midtempo, aber ungemein energiegeladen verkündet der Song musikalisch und vom Text her von nahendem Unheil. Der aufgehende schwarze Mond als böses Omen passt sich nahtlos in die gruselige Atmosphäre ein. Hier hat man Geoff Nicholls an den Keyboards mal etwas mehr Spielraum gelassen. Die Orgelklänge klingen ungemein stimmig.
"Nightwing" handelt zur Abwechslung mal nicht vom Satan, sondern von einem fledermausartigen Nachtgeschöpfe dem man aber auch nur sehr ungern begegnen möchte. Der Song ist anfangs geprägt durch leise Keys und vereinzeltem Bassspiel, die Vocals sind traurig. Cozy glänzt mit seinen unnachahmlichen Drums. Häufig wechseln melodische mit betont düsteren Abschnitten. Dazwischen klingen akustische Gitarren nach Mittelalter bevor die E- Gitarre fulminant mit den Drums um die Wette wirbelt. Die Nummer würde sich auch vorzüglich für einen alten Horror Streifen aus den Hammer Production Studios eignen. Ich sehe Christopher Lee als Dracula direkt vor mir.
Fazit: Ohne Dio zu nahe treten zu wollen, der besonders auf HEAVEN AND HELL hervorragend war, so gefällt mir Martin hier genauso gut. Dazu Cozy Powell mit seinem donnernden Drumsound, einen besseren Schlagzeuger hatte Black Sabbath ohnehin nie in den eigenen Reihen, Iommi in Spiellaune mit seinem charakteristischen Gitarrenriffs, das sind die drei herausragenden Garanten für ein teuflisch starkes Album. Oder, um vom Okkulten wegzukommen, das Album mit dem keltischen Kreuz auf dem Cover ist einfach göttlich. Episch, melodisch und unheimlich entführt die Scheibe den Hörer auf eine apokalyptische Reise in die Finsternis. |
Anspieltipps:
| | "Headless Cross", "When Death calls", "Call of the Wild" |
Tipp:
| | Wer neben klassischem Heavy Metal (mit deutlichen Hard Rock Anleihen) erster Güte auch so ein bisschen die Geschichte dieser Musikrichtig in seiner Sammlung widerspiegeln will, hat direkt zwei Gründe sich HEADLESS CROSS ins Regal zu stellen. Die durchgängig bedrohliche Doom Atmosphäre ist nichts für empfindliche Gemüter. Wer es hingegen etwas deftiger mag sollte die Scheibe beim nächsten Gewitter wenn es donnert und blitzt auflegen und sich genüsslich einen Schauer nach dem anderen den Rücken runterjagen lassen. From the first evil night, when a black flash of light, cut the crucifix to the ground. |
Titel-Liste:
| | - The Gates of Hell
- Headless Cross
- Devil and Daughter
- When Death Calls
- Kill in the Spirit World
- Call of the Wild
- Black Moon
- Nightwing
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Laufzeit:
Probehören und Kaufen:
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