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Review: Black Sonic
 
7 DEADLY SINS

Album:
 7 DEADLY SINS, 2009, Radar Musikkontor

Stil:
 Rock

Wertung:
 5 von 7
5 von 7 Punkten
 J.G., 14.09.2009

Review:
 Es muss nicht immer der fehlende große Plattenvertrag Schuld sein, wenn eine Band nicht in die Pötte kommt. Da sollen sie sich lieber einmal ein Beispiel an Combos wie Black Sonic aus dem Fürstentum Liechtenstein nehmen, die es auch ohne das nötige Vitamin B in die Oberliga geschafft haben, so zumindest mein Eindruck, nach dem ersten Durchlauf des Neulings 7 DEADLY SINS. Neben der soliden musikalische Leistung hat es dabei aber auch noch zu einer äußerst druckvollen Produktion, einem standesgemäßen Booklet incl. ansprechendem Cover-Artwork ausgereicht, genau so, wie man es von Major-Labels erwarten dürfte. Klar kommt dies nicht von ungefähr, denn die Alpenländer machen schon seit Jahren auf sich aufmerksam und gehören somit neben Lovechild zu den rockigen Aushängeschildern des Zwergstaates. Im Gegensatz zu den unzähligen ausländischen Anlegern sind sie sich auch nicht zu schade, für ihr Geld zu arbeiten, anstatt das Geld arbeiten zu lassen.

In der Tat hat man an sich gearbeitet. Dies ist deutlich an der nun eingeschlagenen musikalischen Marschrichtung zu hören, denn Einflüsse wie 3 Doors Down & Co. haben ihre Spruren hinterlassen, wenn auch dem einen oder anderen die Grunge-Untertöne leicht aufstoßen könnten. Wer jedoch dem Opener "Back" vorurteilsfrei begegnet, der erlebt ein Rock-Feuerwerk, welches Rockfans aller Altersklassen und Ausrichtungen gleichermaßen gefallen sollte. Druckvolles Riffing mit überwiegend groovigen und melodischen Passagen macht sofort Laune.
Mit einem Schuss Nirvana-typischer Melancholie zeigt "Down the Drain" schon deutliche Grungeanteile und kann letztendlich besonders mit seinen gefälligen Gitarrenriffs überzeugen.
Härter und rockiger geht es bei "Dare to fail!" zur Sache, sodass man voll abfeiern kann. Leider nehmen die verzerrten Gesangspassagen viel Druck aus dem Song, was nicht unbedingt hätte sein müssen.
Bei "Some" kommen dann auch die Liebhaber ruhiger Songs auf ihre Kosten. Wäre da nicht die druckvolle Steigerung zu Ende hin, so hätte ich fast das böse Wort "Füller" in den Mund genommen, aber so ist es ein richtiger Ohrwurm geworden.
Fast schon auf Rock'n'Roll-Niveau bewegen sich die Liechtensteiner mit "The Eyes of the Blind" und präsentieren sich einmal mehr mit druckvollen Grooves und jeder Menge Spielfreunde, die sie auch gleich in den nächsten Song hinüber retten.
"The Game" hat nicht das Tempo seines Vorgängers, dafür aber schon fast radiotaugliches Hitpotenzial. Besonders der melodische Refrain ist dazu prädestiniert, sich im Gehörgang einzunisten.
Ganz anders verhält es sich da schon beim Titeltrack 7 Deadly Sins, der sich viel Zeit für seine Entwicklung lässt. Nach eineinhalb Minuten halten aber auch hier die Rockklänge Einzug, bis man sich nach einem Break kurzzeitig erneut auf die anfänglichen ruhigen Töne besinnt.
Keine Kompromisse geht man bei "Sorry, I..." und dem später folgenden "Don't call my Name" ein. Hier wird von Anfang bis Ende Rock groß geschrieben und mit angenehm walzenden Mid- bis Up-Tempo gehörig die Stimmungstrommel gerührt.
Die Schlussrunde mit dem abwechslungsreichen "Alone" besticht noch einmal mit jeder Menge groovigen Riffs und Gitarren bis zum abwinken, sodass man gerne noch mal die Play-Taste drückt, bevor das Scheibchen dem nächsten Testkandidaten Platz machen muss.
Was noch bleibt, ist Duran Duran's "Ordinary World", das sich als Coverversion nahezu organisch in die Strukturen der eigenen Kompositionen einfügt und wäre es nicht so bekannt, hätte es glatt als Black Sonic-Song durchgehen können. In jedem Fall eine gute Wahl.

Fazit: Nach dem Gehörten bis ich überzeugt, dass dies nicht die ersten großen und zugleich letzten Lebenszeichen der Liechtensteiner sein werden. Auch wenn mir reinrassiger Rock besser mundet, als Grunge, so wurde hier weder versucht, sich den großen Vorbildern wie nirvana anzubiedern, noch die Hard Rock-Fans allzu sehr zu verprellen. Die Mischung machts und die wurde hier genau richtig getroffen.

Anspieltipps:
 "Some", "The Game", "Don't call my Name" und die Coverversion "Ordinary World".

Titel-Liste:
 
  1. Back
  2. Down the Drain
  3. Dare to fail!
  4. Some
  5. The Eyes of the Blind
  6. The Game
  7. 7 Deadly Sins
  8. Sorry, I...
  9. Ordinary World
  10. Don't call my Name
  11. Alone

Laufzeit:
 46:01 Min.

Band-Infos:
 
  • www.blacksonicmusic.com 

  • Probehören und Kaufen:
    Black Sonic: 7 DEADLY SINS

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