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Review: The Blackscreen |
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Album:
| | TINY MELODRAMAS, 2010, TWR |
Stil:
Wertung:
| |  3 von 7 Punkten | | N.Z., 07.09.2010 |
Review:
| | TINY MELODRAMAS - kleine Melodramen - so nennt sich das kürzlich erschienene Debütalbum der süddeutschen Newcomer The Blackscreen und macht dabei seinem Namen alle Ehre, schließlich wir ein Melodrama offiziell als ernste, jedoch nicht ernst zu nehmende Theatergattung definiert, welche das für die breite Masse geeignete, einfacher gehaltene, Gegenstück zur Tragödie darstellt und im Gegensatz zu dieser auch ein Happy End haben kann. Übertragen auf das in Eigenproduktion zusammen gezimmerte Erstlingswerk der vier Jungs aus Nürnberg kann man sagen, dass die Intentionen und Ansätze sicherlich ernst gemeint waren und auch ernsthaft rüber gebracht wurden, jedoch nicht ganz den Tiefgang und die Intensität aufweisen, welche benötigt würden, um emotional zu berühren. Auch wenn dieser Vergleich sicherlich nicht im Sinne der Erfinder ist, so habe ich dies leider so wahrgenommen.
Doch wenn wir schon dramatisch werden, beginnen wir dort, wo es sich gehört, nämlich am Anfang: Das erste Hören verlief leider etwas farblos und erweckte den Anschein, als fehle Etwas, der letzte Kick, der das Ganze so weit zu etwas Besonderem macht, dass es über die Hördauer hinaus im Gedächtnis bliebe. Sofern man sich jedoch die Zeit und Muße nimmt TINY MELODRAMAS ein weiteres Mal zu hören fällt auf, dass der erste Durchlauf nicht so spurlos an einem vorbei gegangen ist, wie zunächst gedacht. Stücke wie "Overture to a bitter End" oder "The Edge" sind durchaus hängen geblieben und gefallen nun, da sie ein bekanntes Bild darstellen, schon besser. Die teils recht eingängigen Melodien reichen dabei von Emo Elementen (ohne jedoch zu rührselig daher zu kommen) über Stoner Rock bis hin zu poppigen Passagen womit sie es zumindest schaffen die Motivation so weit oben zu halten, dass man auf das nächste Stück wartet um zu hören, was dahinter steckt. Leider wird dabei trotz Abwechslungsreichtum kein rechter Durchbruch erzielt, wodurch das komplette Album seinen etwas faden Beigeschmack auch nach mehrmaligem Hören nicht zu verlieren vermag.
Erschwerend kommt hinzu, dass die Aufnahmen von einer Qualität sind, die man eigentlich nicht auf einem professionell produzierten und vertriebenen Album erwartet. Und liest man die Pressemitteilung, so wird schnell klar warum dies so ist, schließlich entstand das komplette Album in Eigenregie und im Keller eines der Bandmitglieder. Keine Frage, ich habe durchaus Hochachtung davor, ein ganzes Album eigenständig aufzunehmen, jedoch hört man dies leider in jeder Sekunde. Dabei ist es nicht die ehrliche Authentizität und Glaubwürdigkeit, die derartige "Garagenproduktionen" häufig so interessant macht welche auffällt, sondern eher ein Gefühl von Unfertigkeit und Unausgereiftheit. Viele Töne klingen fehl am Platz oder als habe man sich vergriffen, wobei nicht mit Sicherheit zu sagen ist ob dies an der etwas unsauberen Aufnahme oder der fehlenden, stimmlichen Reichweite von Sänger Oliver Frank liegt. Ist gut zu hören etwa im Kish Mauve Cover "Two Hearts", welches bereits vor einigen Jahren von Kylie Minogue neu aufgelegt wurde und bei dem man als Hörer ständig hin und her gerissen ist zwischen der Hoffnung, dass das Ganze eine interessante Neuinterpretation eines langweiligen Popsongs sei oder eben nur die Fähigkeiten nicht ausreichen, um die korrekten Töne zu erringen.
Schlussendlich bleibt die Zuversicht, dass dies ja nicht das Ende sein muss. Möglicherweise ist TINY MELODRAMAS nur der etwas holprige Einstieg in eine noch längst nicht zu Ende erzählten Geschichte und macht den Weg frei für den Melodramen-typischen glücklichen Abschluss, trotz aller vorangegangenen Widrigkeiten.
Fazit: So ganz scheinen die vier Nürnberger ihre Nische noch nicht gefunden zu haben, denn zu einem eigenständigen Sound hat es leider bei Weitem nicht gereicht. Für den Anfang ist TINY MELODRAMAS jedoch nicht schlecht und könnte durchaus eine gute Grundlage für einen möglicherweise etwas professioneller produzierten Nachfolger sein. |
Anspieltipps:
Tipp:
| | Für Freunde von The Cooper Temple Clause oder Blackmail könnten auch The Blackscreen etwas sein. |
Titel-Liste:
| | - Bella
- Overture to a bitter End
- Steeplechase
- The Ghosts
- Two Hearts
- The Edge
- Last Goodbye
- Egodrama
- Buried alive
- The Flies
- Driftwood
- Greetings from nowhere
|
Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.theblackscreen.com  |
Probehören und Kaufen:
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