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Review: Blaze Bayley |
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Album:
| | THE MAN WHO WOULD NOT DIE, 2008, Blaze Bayley Rec. |
Stil:
Wertung:
| |  6,5 von 7 Punkten | | J.G., 22.07.2008 |
Review:
| | Manche Gesellen des Musik-Business lassen sich einfach nicht unterkriegen, komme, was da wolle - glücklicherweise. Einer dieser Stehaufmännchen ist mit Sicherheit der Brite Blaze Bayley. Lässt er doch damals seinen Sängerposten bei der Band Wolfsbane sausen, weil ihm keine Geringeren als Iron Maiden ein Angebot machten. Wer will es ihm verübeln, nicht die Chance zu ergreifen und die Nachfolge des 1994 bei den "eisernen Jungfrauen" ausgestiegenen Bruce Dickinson anzutreten. Nach zwei Studioalben, die er mit viel Engagement bestreitet, ist jedoch Ende 1998 schon wieder Schluss. Mangelnde Akzeptanz seitens der Maiden-Fans und dann auch noch ein Stimmproblem während einer laufenden Tour, die zum Abbruch führte, gaben den Ausschlag. Bruce kam zurück und Blaze war draußen.
1999 versuchte er es dann mit seiner eigenen Band Blaze und brachte mit SILICON MESSIAH, TENTH DIMENSION und BLOOD & BELIEF durchaus gelungene Alben auf den Markt. Die Freude währt nicht lange und 2004 verlassen ihn sämtliche Bandmitglieder. Nicht zuletzt persönliche Probleme und hier vor allem seine Alkoholsucht waren dafür ausschlaggebend. Nach einen kompletten Neustart ergeben sich im Januar 2007 bereits wieder unüberbrückbare Differenzen und eine weitere Band-Auflösung.
Neues Line-Up, neuer Name (Blaze Bayley), neues Management (übernimmt seine Ehefrau), neues Album, ob diese Unternehmen geklappt hat, wird das neue Album zeigen.
Mit dem Opener und gleichzeitigem Titelsong "The Man who would not die", drückt Blaze schon einmal gehörig auf's Gaspedal und spielt alle seine typischen Markenzeichen aus. Hohes Tempo mit markantem Gitarren-Riffing gehören hier genauso dazu, wie breakähnliche melodische Refrains mit reduzierter Schlagzahl. Es versteht sich fast von selbst, dass er dabei immer noch so klingt, wie auf den beiden Maiden-Scheiben. Und was würde besser passen, als der Titel des Songs um Blaze Bayleys Re-Re-Restart zu beschreiben?
Deutlich mehr Groove einen Tick mehr heavy und eine Spur weniger Kuschelmelodik hat "Blackmailer" zu bieten. Diesmal ist es der Refrain, der forciertes Tempo bietet. Es sind immer wieder die vielen Details, die Blaze scheinbar aus dem Ärmel schüttelt. Vor dem zweiten Refrain hat er z.B. nach einem Break einen langsamen melodischen Gitarrenpart eingefügt, bevor dann kurz darauf beim eigentlichen Gitarren-Solo erst richtig die Post abgeht. Für mich eines der Highlight der Scheibe, die auch sofort im Ohr bleiben. Und ehrlich, wer würde bei diesem Mega-Solo nicht selbst gerne zur Luftgitarre greifen.
Der Einstieg für "Smile back at Death" gleicht einem richtigen Geballer, bevor der tatsächliche melodische Teil beginnt. Einmal mehr gelingt die Symbiose zwischen gesunder kantiger Härte und griffigen melodischen Hooklines, die nahezu jeden Blaze-Song auszeichnen.
Etwas schleppend mit düsteren Untertönen läutet "While you were gone" das nächste Highlight der CD ein. Blaze wirft dabei sein ganzes sängerisches Können in die Waagschale und überzeugt in den ruhigen Passagen ebenso wie in den druckvollen. Typisch auch hier wieder die Entwicklung des Songs, der nach zweieinhalb Minuten erst so richtig die Nachbrenner zündet und mit einer weiteren Gitarreneinlage für Stimmung sorgt.
"Samurai" erinnert zunächst an die X-Factor-Zeiten von Maiden, bevor Blaze dann so richtig los legt. Diesmal wird das hohe Tempo fast durchgängig gefahren und auf die Gitarren-Soli wurde natürlich auch hier nicht verzichtet.
"A Crack in the System" überrascht mit stellenweise extrem schnellem Gitarrenspiel, was an Jon Schaffer und seinen letzten Iced Earth-Alben erinnert. Diesmal wurde der melodiöse Teil auch weitgehend ausgeblendet, was mit dem recht dominanten Refrain auf Dauer etwas eintönig wirkt, trotz Sprecheinlagen und variablem Gitarrenspiel.
"Robot" macht jedem Rennpferd Ehre und galoppiert unter Volldampf. Extremes Drumming tut ein übriges, den Song regelrecht aus den Lautsprechern zu prügeln. Kaum vorstellbar, wie dieser Song erst "live" gespielt abgehen wird.
Die erste Verschnaufpause gibt es mit der Power-Ballade "At the End of the Day", die Blaze ebenso spielend und überzeugend meistert wie seine schnellen Vorgänger-Songs.
Der Ruf des Weckers liefert die Startvorlage für "Waiting for my Life to begin", einem der melodischsten und eingängigsten, flotten Songs auf dieser Scheibe. Hier macht es einfach Spaß mitzunicken und Blaze Bayleys Duelle mit seiner Gitarrenfront zu lauschen. Wie gewohnt bekommt man letzteres satt.
Wer langsam qualitative Zweifel bekommt und auf den ersten Durchhänger spekuliert, der hat die Rechnung ohne den Briten gemacht. Auch die folgenden Songs, wie der melodische Knüppeltrack "Voices from the Past" das rauhe und kantige "The Truth is one" oder das abschließende gnadenlos nach vorne marschierende Prügelstück "Serpent hearted Man" mit seinem gefälligen Refrain bewegen sich auf gleich hohem Niveau. In jedem Fall kann man Blaze eine klasse Leistung bescheinigen und wer bietet heute schon über eine Stunde Spielzeit, ein Umstand der ebenfalls Lob verdient.
Fazit: Auch mit diesem Album zeigt Blaze erneut, was in ihm steckt. Nur selten ist die Leistung einer Band so abhängig von einer Person, wie in diesem Fall. Egal welches Line-Up Blaze um sich schart, gelingt es ihm immer, das maximale Potenzial abzurufen. THE MAN WHO WOULD NOT DIE klingt fast noch eine Spur frischer und druckvoller, als das Debüt SILICON MESSIAH von 2000. Dass manche Hooklines an seine Zeit bei Iron Maiden erinnern mögen ist dabei weniger Makel als vielmehr ein charmantes Feature, was offensichtlich zeigt, wie groß sein Einfluss bei Iron Maiden damals tatsächlich war. Und wem das Schema Strophe - Refrain - Break - Solo etwas zu starr und einfallslos erscheinen mag, der sei beruhigt. Was auf dem Papier langweilig wirkt, sorgt in der Realität für tierisches Hörvergnügen.
Eigentlich bin ich kein Freund von Bands, die nie aufgeben wollen, selbst wenn ihr Zenit schon längst überschritten ist, aber bei Blaze Bayley ist es ein wahrer Glücksfall für die Heavy Metal-Landschaft, dass er sich nicht aufgibt. Das aktuelle Album zeigt, dass uns der Brite noch genug zu sagen hat und uns hoffentlich auch zukünftig mit weiteren Werken erfreuen wird. |
Tipp:
| | Für Blaze-Fans natürlich ein "Must have", auch wenn nun noch ein Bayley angehängt wurde. Alle die Musik im Stil von Iron Maiden bevorzugen, sollten hier unbedingt ein Ohr riskieren. |
Titel-Liste:
| | - The Man who would not die
- Blackmailer
- Smile back at Death
- While you were gone
- Samurai
- A Crack in the System
- Robot
- At the End of the Day
- Waiting for my Life to begin
- Voices from the Past
- The Truth is one
- Serpent hearted Man
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Laufzeit:
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