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Review: Bloink 110 |
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Album:
| | RAKETENPUNK, 2006, Eigenvertrieb |
Stil:
Wertung:
| |  5 von 7 Punkten | | M.W., 31.07.2007 |
Review:
| | Wer denkt, dass es sich bei Bloink 110 um eine Coverband von Blink 182 handelt, liegt völlig…daneben! Die drei Jungs aus Warstein, Gitarrist und Frontmann Matthias Bergholz, Drummer Marcel Schöne und Bassist Markus Bergholz, machen handfesten Punk Rock mit selbst geschriebenen Songs.
Das Album leitet ein 22-sekündiges Intro ein, welches bei den Liveauftritten natürlich nicht fehlen darf. Der Titel ist angelehnt an Die Ärzte, denn der Song kündigt die "Beste Vorband der Welt" an.
Mit "D.U." geht es dann eigentlich richtig los. Sofort hauen die Jungs in die Seiten bzw. auf die Felle und rocken mit typischem Punk, vergleichbar mit der Terrorgruppe. Geprägt ist der Text von Kritik an Politik und dem Aufruf aufzustehen und seine Meinung klar zu repräsentieren.
Grooviger kommt "Punkrockpogoparty" daher. Nach relativ ruhiger Strophe platzt der Refrain laut herein. Kritisiert werden alle Pessimisten, die ihre Sorgen breit treten und nicht über ihren Schatten springen können, sondern im Selbstmitleid versinken. Zum Teil hört sich der Gesang doch recht schief an - aber was soll's? Ist ja Punk. Ein typischer lalala-Mitsingpart fehlt ebenfalls nicht.
"Ein Tag im Sommer" erinnert an einen Farin Urlaub-Song. Er hat durchaus Ohrwurmcharakter - auch wenn er relativ kurz ist. Besonders eingängig sind die Gitarrenriffs.
Das Intro zu "Punkrocktherapie" gleicht Wizo-Songs. Auch das restliche Lied zeigt Anleihen davon. Ansonsten gibt's hier nichts viel Neues, nur die gewohnten Punk Rock-Riffs und das relativ einfache Schlagzeug.
"In diesem Land" stellt sich mit lautem Schlagzeug und wieder mal lautem Geschrei von Sänger Matthias Bergholz vor. Mal wieder geht es um die Rebellion im eigenen Land gegen Politik und Gesellschaft. Gefällt mir nicht so, da das Thema schon ziemlich ausgelutscht ist. Eher ein mittelmäßiger Song.
Das nächste Intro gefällt mir da schon besser. "Was lange wärt wird Wut" greift das Thema Arbeitslosigkeit und Terrorismus auf. Ein Mann aus dem Osten bekommt keine Arbeitsstelle aus Angst vor Terrorismus. Hier übt Bloink 110 Kritiken an Klischees, die immer noch viel zu verbreitet sind. Sowohl textlich als auch musikalisch gehört dieser Song zu den besseren des Albums.
Song acht, "Raketenpunk", gab dem Album seinen Namen und zielt auf Party und Pogotanz ab. Leider "verunstaltet" schräger Gesang ab und an die gute Laune-Stimmung. Ansonsten lässt sich dieser Titel im oberen Durchschnitt einordnen.
Es folgt der kürzeste Beitrag des Albums, das "Pflichtlied". Dieser Anti-Nazi-Song ruft auf, bei Intoleranz nicht wegzuschauen, sondern seine Meinung gegen Rassismus klar darzustellen. Gut gemacht, Jungs!
"In meinem Kopf dreht sich alles" handelt vom Saufen und natürlich Frauen. Die Gitarrenparts sind sehr eingängig. Der Text könnte auch gut von Die Ärzte sein. Mit extremem Ohrwurmcharakter geprägt. Meiner Meinung nach präsentiert sich hier der bisher beste Song des Albums.
Zwischendurch wird's bei "In 20 Jahren" etwas ekelig, aber auch hier üben die Jungs wieder Kritik. Hier geht's darum, dass die Menschen zu "Forschungszwecken" gnadenlos Lebewesen töten ohne darüber nachzudenken, was es für Folgen für die Zukunft hat. Ganz ordentliche Arbeit, dieses Werk.
"Um die Häuser ziehn" preist das volle Partyleben samt Besäufnis an. Leider trifft man hier auf nichts Neues, alte Themen und musikalisch rein gar keine Überraschung. Wenn man besoffen ist, ist dieser Song aber garantiert wieder ganz toll.
"Der Affe Coco" ist einfach nur toll! Ein ungewöhnliches Thema trifft auf ungewöhnlichen Text. Erst denkt man an die Affenbande, aber dann wird es doch ernster als von Tierversuchen mit dem kleinen Affen die Rede ist. Fast schon trauriger Song, aber ein außergewöhnliches Thema. Einfach mal reinhören!
Nein, bei "Bambi" dreht es sich nicht um ein kleines Rehkitz, sondern die Überschätzung vieler Musiker, die sich für wichtig halten und eigentlich völlig uninteressant sind. Eingängige Riffs, Basslinien und tolles Schlagzeug können überzeugen.
Das "Outro" ist ungefähr sieben Minuten lang - ungewöhnlich für Punk, aber es kommt auch eher chillig daher und mit recht wenig Abwechslung. Der Gesang bleibt ganz aus, nur die Instrumente stehen im Mittelpunkt. Ich kann dabei gut einschlafen, was aber nicht negativ aufgefasst werden soll.
Als Lied 16 gibt es noch ein interessantes Weihnachtslied als Bonustrack. Schön ist das Kinderchor-Intro. Auch ein superschönes Lied, besser als Rolf-Zukowski-Lieder und jedes Jahr "Last Christmas" rauf und runter zu spielen. Dies ist eine würdige Alternative für Punkrockfans!!!
Fazit: Für eine lokale Band ist das Album wirklich gut geworden. Auch wenn man natürlich hier und da merkt, dass die Produktion nicht immer die beste ist. Das reißen dafür aber viele gute Songs wieder raus. Auch live sind die Jungs ein Hingucker, wie sie unter anderem im Sonic am 25.07.2007 beim Bandcontest unter Beweis stellen konnten. Zwar haben sie nicht gewonnen, waren aber trotzdem als harte Konkurrenz einzustufen.
Zum gut gemachten Booklet gibt es übrigens auch noch einen Aufkleber von Bloink 110 dazu. Das Album ist für 5 Euro über die Homepage der Band erhältlich. |
Tipp:
| | Ein Tag im Sommer, Was lange wärt wird Wut, Pflichtlied, In meinem Kopf dreht sich alles |
Titel-Liste:
| | - Beste Vorband der Welt
- D.U.
- Punkrockpogoparty
- Ein Tag im Sommer
- Punkrocktherapie
- In diesem Land
- Was lange wart wird Wut
- Raketenpunk
- Pflichtlied
- In meinem Kopf dreht sich alles
- In 20 Jahren
- Um die Häuser ziehn
- Der Affe Coco
- Bambi
- Outro
|
Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.bloink110.de  |
Empfehlen:
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