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Review: Blood Stain Child
 
MOZAIQ

Album:
 MOZAIQ, 2007, Dockyard1

Stil:
 Melodic Death Metal

Wertung:
 4 von 7
4 von 7 Punkten
 M.K., 30.07.2007

Review:
 Skandinavisch angehaucht geht es weiterhin im fernen Japan zu: Blood Stain Child bringen mit MOZAIQ ihr zweites Album für Dockyard1 auf den Markt, welches ähnlich wie der Vorgänger IDOLATOR melodischen Death Metal bietet. Der Promozettel vergleicht die Truppe mit Genregrößen wie In Flames, Children Of Bodom und Soilwork, gepaart mit elektronischen Einflüssen. Da darf man gespannt sein.

Rein elektrisch geht es auch los: "Exotic-6-Cordinator" beginnt mit elektrischen Loops und einer verzerrten Stimme, bevor das Tempo mit dem Einsatz der Gitarristen und des Drummers ordentlich angezogen wird. Ein dementsprechend schneller Part folgt, welcher sich mit kurzen, elektrisch angehauchten Parts, die an die Deathstars erinnern, abwechselt. Der Refrain kommt mit klarem Gesang daher, welcher mit den harten Vocals von Ryo gemischt werden. Abwechslung wird hier groß geschrieben, doch der Mix kann mich überzeugen. Für Ruhe sorgt eine rein elektronische Bridge, welche mit einem ordentlichen Headbanger-Part sowie einem gescheit gespielten Gitarrensolo beendet wird. Danach wird noch einmal der Refrain gespielt, kurz darauf ist der Song zu Ende. Hat mir als Opener gefallen.
Etwas langsamer geht es in "Cyber Green" zur Sache. Jedoch nur zu beginn. Kurz vorm Refrain wird das Tempo auch hier wieder angezogen, bleibt jedoch immer noch hinter der Geschwindigkeit des Openers. Dies ist auch gut so und verhilft "Cyber Green" zu einer gescheiten Geradlinigkeit. Dennoch fehlen auch hier nicht die Industrial-mäßigen, kurzen Elektrospielereien. Dies hindert meinen Fuß jedoch nicht daran, die kompletten 03:33 Minuten mitzuwippen. Ein schnelles Gitarrensolo gibt es noch oben drauf, gefolgt von einer kurzen Bridge. BSC können auch mit dem zweiten Song überzeugen, der mich hier und da an Bullet For My Valentine erinnert.
Weiter geht es mit "Freedom". Den Hörer erwartet hier jedoch kein DJ Bobo-Cover. Dafür erinnert der Beginn mit Mid Tempo-Drumming, langsamen Riffs, tiefem Gesang und orchestralen Synthesizing an Pain. Der Refrain besteht, soweit ich das verstehe, größtenteils aus dem Wort "Freedom" und wird langsam vorgetragen. Dennoch hat die Gesangslinie Ohrwurmcharakter. Im weiteren Verlauf des Songs wird das Tempo auch hier angezogen, nur um kurz darauf eine sehr, sehr ruhige Bridge erklingen zu lassen. Ein gefühlvoll gespieltes Gitarrensolo folgt daraufhin. Nach dem nun folgenden Refrain ist auch schon wieder Schluss. Ein ruhigerer Song, der eine gelungene Abwechslung zum zuvor dargebotenen Material darstellt.
"Energy Blast" beginnt mit typisch skandinavischen Riffs und einer schnell gespielten Double Bass von Schlagzeuger Violator. Auch in den Strophen wird das Tempo dementsprechend hoch gehalten, auch wenn mir Akis Keyboard/Sampling hier etwas zu sehr im Vordergrund steht. Dennoch wird hier Up Tempo-Metal geboten, welcher jedoch nach einer guten Minute aufgrund von Synthesizing einen kurzen Dämpfer erhält. Sinnlos eingefügt wirkt das ganze allemal. Im weiteren Verlauf bleibt das Tempo dafür hoch, selbst doppelläufige Leads sowie sauber gespielte Gitarrensoli ändern nichts an dieser Tatsache. Nur das allmächtige Keyboard ist in der Lage, dem Song immer wieder Verschnaufspausen zu verpassen. Diese stellen sich jedoch als kurz heraus. "Energy Blast" bietet eine Menge kurzweiligen Up Tempo-Metal, kann sich jedoch nicht in der Hirnrinde festsetzen.
Rein elektronisch, mich persönlich an Enter Shikari erinnernd, beginnt das nun folgende "Pitch Black Room". Selbst weiblich klingende Vocals werden in das Sampling-Gewitter eingebaut, welches mit schnellem Metal kombiniert wird. Stampfende Beats kämpfen sich jedoch immer wieder in den Vordergrund. Der Refrain klingt etwas überladen, so darf sich hier eine hektische Keyboardmelodie mit dem nach wie vor schnellem Metal paaren. Kurz darauf findet sich eine vollkommen sinnlos eingefügte Keyboardmelodie ein, die in eine ruhige Bridge mündet. Nach dieser folgt ein Gitarrensolo, welches um einiges besser passt. Trotzdem wirkt dieser Song absolut überladen und undurchdacht. Ne, das war nichts.
"Another Dimension" startet ruhig und mit schweren Riffs sowie langsamen Drumming, um in den nächsten Sekunden an Fahrt aufzunehmen und ordentlich drauflos zu knüppeln. Natürlich darf auch hier das Synthesizing nicht fehlen, wird für meinen Geschmack jedoch besser eingesetzt als im Lied zuvor. Nach zwei Minuten High Speed-Geballer darf das elektrische Element der Band einen kurzen Break einläuten, der mit einem gescheiten Moshpart aufwartet, welcher ins Gitarrensolo des Songs mündet. Im Hintergrund wird das Tempo wieder ordentlich angezogen, was sich bis zum Ende des Songs zieht. Doch auch hier habe ich das selbe Problem wie mit "Energy Blast": Der Song zieht an mir vorüber, ohne, dass etwas hängen bleibt.
Nun folgt als siebter Song "Metropolice". Dieser beginnt relativ langsam und mit einem sauber gespielten Lead. Dieses wird mit harten Riffs und In Flames-artigen Gesang kombiniert, im Hintergrund wird die Geschwindigkeit auf gescheites Mid Tempo-Niveau gebracht. Kurz darauf folgt auch der allseits beliebte Einsatz der Synthesizer, gefolgt vom Refrain. Dieser klingt richtig gut, nur ab und zu sind die Vocals zu leise bzw. gehen unter. Weiter geht es im Verlauf des Songs mit exzessivem Einsatz der Synths, welche vom Gitarrensolo gestoppt werden. Kurz darauf schlägt die Elektronik zurück, wird jedoch vom geballten Metal der Band aufgehalten, da der Refrain wieder einmal ansteht. Einige Sekunden später ist auch dieses Stück zu Ende und kann als kurzweilig gewertet werden.
Mit Synthesizing beginnt "C.E.0079", nur ein paar Sekunden später trifft der erste Riff aus das Klangkonstrukt, gefolgt von einer sauber gespielten Double Bass, und ab geht der Up Tempo-Melodic Death Metal. Der Industrial-Anteil ist in diesem Song bisher klar am höchsten. Bei solch einem Titel war dies wohl zu erwarten, ist aber in diesem Fall positiv zu bewerten. In den Strophen wechseln sich gesprochene und geschrieene Vocals ab, während im Refrain mit klarem Gesang gearbeitet wird. In der Bridge dominiert einmal mehr der fast schon Trance-artige Einsatz des Synthesizers, gefolgt von einer sehr ruhigen Pianomelodie. Daraufhin gibt es ein Gitarrensolo zu bestaunen. Jeder darf nun mal sein Solo in den Song werfen, bevor es mit dem Refrain weiter geht. Kurz darauf ist das Werk auch schon vollendet.
Ebenfalls mit ruhigem Synthesizing beginnt "Innocence", das ganze klingt kitschig. Überraschenderweise gibt es in diesem, balladesk beginnenden, Song eine weibliche Stimme zu hören, die sich mit dem melodischen Death Metal der Band abwechselt. Auch im Refrain spielt die weibliche Stimme eine Rolle. Das sauber dargebotene Gitarrensolo wird jedoch alleine dargeboten. Kurz darauf kommt es zu einem weiteren, sinnlosen Break, in welchem die Keyboards vom Beginn des Songs wiederholt werden, kombiniert mit dem Refrain. Dann ist auch schon wieder Schluss, und die vier Minuten kamen mir vor wie zwei.
Der längste Song des Albums, "Peacemaker", beginnt wie ein Song auf der Mayday, bevor sich zum Glück auch verzerrte Gitarren und Vocals in den Song mischen. Diese sind jedoch viel zu leise. Dieses Techno-Geballer hier kann sich kein Metaller 04:42 Minuten anhören. Da wird man seines hartmetallischen Lebens ja nicht mehr froh. Dennoch wird nicht geskipt, sondern tapfer durchgehalten. Die Hoffnung auf die Erlösung durch einen mächtigen Riff hält sich bis zur letzten Sekunde. In der Zwischenzeit habe ich mir die Haare pink gefärbt, mich in hautengen Neonfarben gekleidet und bin durch die Bude geravet. Ertragbarer hat es den Song leider auch nicht gemacht. Aber was ist das? Ein Gitarrensolo findet sich in dieses unmenschliche Lied ein, geht jedoch etwas unter. Vielleicht ein Fall für die Love Parade oder für Nature One, aber was sich Blood Stain Child bei dieser Ohrenvergewaltigung gedacht haben, wissen wohl nur sie.
"Neo-Gothic-Romance" beginnt nicht besser, jedoch wird das Synthesizing nach wenigen Sekunden von dumpf klingenden Drums und schnellen Riffs unterbrochen. In den Strophen jedoch fühlt man sich an den Song zuvor erinnert, wird jedoch schnell wieder mit schnellem Metal konfrontiert. So ist das ganze ja noch auszuhalten. Mit dem Refrain, welcher in Anders Friden-Art geschrien vorgetragen wird, geht es nun weiter. Eine absolut kitschige Bridge, welche mit Synthesizing aufwartet und an alte Videospiele erinnert, wird vom gut gespielten Gitarrensolo abgelöst, welches mit einer gescheiten Double Bass unterlegt wird. Mit einer ruhigen Keyboardmelodie endet der Song.
Der letzte Song des Albums, "Ez Do Dance", beginnt mit weiteren Synths, diese werden jedoch vom brutal schnellen Melodic Death Metal der restlichen Truppe unterbunden. Im Refrain gibt es die beste Gesangsleistung des ganzen Albums zu hören. Überhaupt kann dieses Stück wieder mehr überzeugen und überzeugt durch griffigeres Songwriting. Das Solo im zweiten Teil des Songs artet in Chaos aus, weiter geht es mit gesprochenen Vocals, unterlegt mit dem schnellen Metal des Sextetts. Danach gibt es noch zweimal den Refrain auf die Ohren, kurz danach ist Feierabend.

Fazit: Blood Stain Child liefern mit MOZAIQ ein durchwachsenes Werk ab. Können die sechs Japaner durchaus schnellen, qualitativ guten Melodic Death Metal fabrizieren, so machen sie sich viel durch ihr Songwriting und den teilweise hirnlosen Einsatz der Synthesizer kaputt.
Da werden hoffnungsvolle Songparts nach wenigen Sekunden unterbrochen, damit es einige Momente Keyboardgedudel geben kann...muss sowas sein? Wer meine Arbeit hier verfolgt, weiß, dass ich dem Industrial oder elektrischen Einflüssen absolut nicht abgeneigt bin. Wenn aber völlig sinnlos durch den Song geklimpert wird, teilweise auf extrem kitschigen Niveau ("Innocence" und "Neo-Gothic-Romance" seien hier als Beispiel genannt), reißt mir der Geduldsfaden. Und "Peacemaker"...für Technofans sicherlich wertvoll, für mich auch als Abwechslung nicht zu gebrauchen.
Aber es gibt auch gutes zu vermelden. So erinnern die Japaner des öfteren an skandinavische Kollegen, klauen jedoch nicht. Ein hohes Maß an Eigenständigkeit muss man Blood Stain Child schon zurechnen. Dennoch bleibt bei diesem Album ein fader Beigeschmack. Fans von Gruppen wie Sonic Syndicate können jedoch mal ein Ohr riskieren.

Tipp:
 Das erste Viertel des Albums: "Exotic-6-Cordinator", "Cyber Green" und "Freedom".

Titel-Liste:
 
  1. Exotic-6-Cordinator
  2. Cyber Green
  3. Freedom
  4. Energy Blast
  5. Pitch Black Room
  6. Another Dimension
  7. Metropolice
  8. C.E.0079
  9. Innocence
  10. Peacemaker
  11. Neo-Gothic-Romance
  12. Ez Do Dance

Laufzeit:
 46:04 Min.

Band-Infos:
 
  • www.bloodstainchild.com 


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