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Review: Bloodbound
 
UNHOLY CROSS

Album:
 UNHOLY CROSS, 2011, AFM

Stil:
 Power Metal

Wertung:
 6 von 7
6 von 7 Punkten
 V.R., 03.05.2011

Review:
 Der Sängerposten scheint bei den Schweden Bloodbound nicht unbedingt eine konstante Position zu sein. Nach einem Album mit Urban Breed, einem mit Michael Bormann und einem weiteren mit Urban Breed hat nun Patrik Johansson die vakante Stelle des Bloodbound-Sängers übernommen. Doch trotz des sich zumeist sehr flott drehenden Besetzungskarussells boten die bisherigen Alben der Band eigentlich immer hochklassigen, sehr melodischen Power Metal europäischer Prägung. Ob dieses Gütesiegel wohl auch auf das neue, bereits vierte Album namens UNHOLY CROSS zutrifft?

Es sieht ganz danach aus, denn mit "Moria" ist der Band schon mal ein geradezu perfekter, überaus hymnischer Einstieg in das Album gelungen. Wilde Gitarrenriffs, schnelles Drumming, hier und da ein wenig Chorgesang und Tolkiens Standardwerk „Herr der Ringe“ als Thema, damit bietet der Song alles, was man sich von einem genialen Opener nur wünschen kann. Patrik Johanssons kräftiges Organ klingt dabei stets passend und fügt sich sehr gut ins Gesamtbild ein.
Auch "Drop the Bomb" ist ein guter Song, welcher mit seinen eher im Midtempobereich angelegten Rhythmen allerdings nicht ganz das hohe Niveau des ersten Titels erreichen kann. Der melodische, ohrwurmlastige Refrain reißt dann allerdings wieder eine ganze Menge raus und hebt den Gesamteindruck weit in den positiven Bereich hinein.
Auch langsame, hymnische Songs sind auf UNHOLY CROSS zu finden. "The Ones we left behind" ist beispielsweise ein solcher und dazu noch ein besonders gelungener. Auch hier sticht besonders der hochmelodische Refrain hervor, der sich schnell im Ohr festsetzen kann.
Mit "Reflections of Evil" werden Tempo und Härte dann wieder ordentlich angezogen, ohne dabei die musikalische Güte außer Acht zu lassen. Bis auf den etwas cheesy und kitschig daherkommenden Refrain ist nämlich auch dieser Song sehr gelungen und qualitativ gesehen bereits der vierte Volltreffer in Folge. Das weckt natürlich schon mal Hoffnungen auf eine Wertung im Höchstnotenbereich.
Leider folgt anschließend mit "In for the Kill" ein kleiner Durchhänger. Der flotte Heavy-Song ist zwar nicht unbedingt schlecht, aber doch eher im Durchschnittsbereich einzuordnen, da es ihm an Höhepunkten mangelt.
Doch die Flaute ist nur von kurzer Dauer, denn bei "Together we fight" zeigen sich Bloodbound wieder von ihrer besten Seite und hauen uns ein fetziges Gitarrenriff nach dem anderen um die Ohren. Zudem ist der Refrain wieder so richtig schön eingängig und melodisch ausgefallen, ohne dabei kitschig daherzukommen, wie man es von den stärkeren Songs der Band gewohnt ist.
Passend zum Songtitel "The dark Side of Life" zeigen sich Bloodbound dann, zumindest in den Strophen, auch mal von ihrer etwas düsteren Seite, eine Facette, die bei der Band bisher selten durchschien. Der Refrain bietet dann allerdings das genaue Gegenteil, nämlich ohrwurmlastigen Melodic Metal der fröhlichen Sorte. Aus diesen Gegensätzen bezieht der Song seine Stärke und gehört damit zu den Höhepunkten eines ohnehin sehr starken Albums.
Auch eine Ballade hat es auf das Album geschafft. "Brothers of War" gehört dabei eindeutig zu den stärkeren Vertretern dieser Kategorie und überzeugt den Hörer mit seiner melancholischen Stimmung und dem für Bloodbound-Verhältnisse recht anspruchsvollen Text.
Auf zwei derart geniale Songs wie die letztgenannten folgt mit dem schnellen "Message from Hell" leider ein bestenfalls mittelmäßiger Titel, den auch der nette Refrain nicht über die Durchschnittsmarke heben kann. Zumindest das wilde Gitarrensolo kann gegen Ende aber noch Sympathiepunkte sammeln.
Doch von diesem Durchhänger sollte man sich nicht abschrecken lassen, denn mit dem fetzigen Metal-Kracher "In the Dead of Night" und dem hymnischen Titelsong "Unholy Cross" präsentieren sich Bloodbound gegen Ende noch mal von ihrer besten Seite und lassen das Album damit auf höchstem Niveau ausklingen.

Fazit: UNHOLY CROSS ist das bisher stärkste Album in Bloodbounds Karriere – und das, wo die bisherigen Platten alles andere als schlecht waren. Von zwei mittelmäßigen Songs mal abgesehen präsentiert sich die Band hier durchgehend von ihrer besten Seite und lässt Kracher auf Kracher folgen. Für Fans des melodischen Power Metals stellt UNHOLY CROSS damit die perfekte Scheibe dar. Auch der neue Sänger fügt sich perfekt in die Band ein und trägt mit seinem kräftigen Gesangsorgan kräftig zum hohen Niveau des Albums bei. für Sicher, etwas wirklich Neues darf man hier nicht erwarten, doch immerhin wird hier Altgewohntes auf höchstem Niveau dargeboten. Lediglich die zwei etwas schwächeren Songs sorgen dafür, dass unterm Schnitt nicht die Höchstnote herauskommt, aber auch ein 6 Punkte-Album kann wie dieses kann man seiner Sammlung bedenkenlos hinzufügen, sofern man diese Art der Musik bevorzugt.

Anspieltipps:
 "Moria", "The Ones we left behind", "Reflections of Evil", "The dark Side of Life", "Brothers of War", "Unholy Cross".

Tipp:
 Fans des melodischen Power Metals können bedenkenlos zugreifen, denn hier erwartet sie ein extrem starker Vertreter dieser Musikrichtung.

Titel-Liste:
 
  1. Moria
  2. Drop the Bomb
  3. The Ones we left behind
  4. Reflections of Evil
  5. In for the Kill
  6. Together we Fight
  7. The Dark Side of Life
  8. Brothers of War
  9. Message from Hell
  10. In the Dead of Night
  11. Unholy Cross

Laufzeit:
 50:33 Min.

Probehören und Kaufen:
Bloodbound: UNHOLY CROSS

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