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Review: Blutnebel
 
SEELENASCHE

Album:
 SEELENASCHE, 2010, Eigenvertrieb

Stil:
 (Melodic) Black Metal

Wertung:
 5,5 von 7
5,5 von 7 Punkten
 M.U., 08.06.2010

Review:
 2008 fällt der Start für die Band Blutnebel. Sie kommen aus Glauchau, Sachsen. Also langsam glaube ich wirklich an die Wiege des Black Metals in Ostdeutschland. Gründungsmitglieder sind Atratus (Gitarre) und Landogar (Schlagzeug). Kurz danach stößt Namon (Gesang). Die ersten Songs entstehen. Ende 2008 kommt Orson (Gitarre) hinzu und man versteht sich sofort; Orson wird festes Bandmitglied. Allerdings stehen schlechte Zeiten ins Haus. Landogar verlässt die Band, Orson kommt mit dem Staat in Konflikt und so heißt es erst einmal pausieren. Dennoch wir ein Demo aufgenommen, welches einige Songs dieses Album beinhaltet. Für Landogar steigt Necro ins Boot, gefolgt von Eschaton (Bass). Auch Orson kehrt zurück. Im Herbst 2009 entsteht dann das Debüt-Album SEELENASCHE, welches Anfang April 2010 auf dem Markt kommt.

Los geht es mit "Flammen des Zorns". Der Song fungiert als ein Art Einleitung (kein richtiges Intro). Das Geknister ist wohl Absicht. Er klingt schon ziemlich düster und bereite den Hörer darauf vor, was ihm nun blüht.
"Christenmord" zeigt, wo es lang geht. Black Metal vom Feinsten. Also so was von düster und depressiv kennt nur noch von Eisregen. Da wird man sich wohl ein paar Inspirationen geholt haben.
Der Titelsong "Blutnebel" erinnert anfänglich an den Song von Eisregen "Vorabend der Schlacht" (Krebskolonie). Da geht der Punk ab. Rotzig frech, schnell und mal wieder eine Fall für eingefleischte Instrumentenquäler.
Fast im Stil der guten alten Zeit beginnt "Der Tod sei euer Lohn". Rockig fetzige Gitarre, die jedoch bald wieder zu den Wurzeln zurückkehrt und einem die Angst in den Nacken jagt. Das gilt auch für den Nachfolgersong "Krieger des Nordens".
"Wintertroll" beginnt stürmisch, so wie es eben vom Winter erwartet. Ansonsten bietet der Songs nicht viel Neues.
Ein bisschen abwechslungsreicher wird es mit "Geheimnis des Stahls". Der Song ist nicht ganz so düster, aber dafür extrem schnell gespielt. Dass man da noch als Sänger mitkommt, ist wirklich beeindruckend. Gleiches gilt für die anderen Musiker auch. Echt faszinierend.
Wesentlich ruhiger beginnt "Nebel der Zeit". Schon fast melancholisch. Und so bleibt der gesamte Song. Er klingt sehr düster und schwerfällig. Auch der Sound klingt sehr getragen und depressiv. Eben typisch für Black Metal.
Der vorletzte Song "Dunkle Seele" dreht dafür wieder an der Speed-Schraube. Hart und gnadenlos brüllt der Sänger seinen Text ins Mikrofon.
Und zum Abschluss "Ruf der Runen". Melancholische Gitarre die schon ein bisschen an Westernmelodie erinnert. Ein ruhiger Ausklang eines Albums, das vom Zuhörer alles abverlangt, was zumutbar ist. Man will hier sicherlich auch zeigen, dass man nicht nur gnadenlos auf den Instrumenten herumhackt, sondern dass man auch die Fähigkeit hat, gefühlvoll zu spielen. Fast ein bisschen zu viel weichgespült. Wenigstens für diese Stilrichtung.

Fazit: Wem Eisregen zu harmlos ist, der sollte sich Blutnebel antun. Danach ist man vermutlich für immer geheilt oder für immer totaler Fan(atiker). Die Ähnlichkeiten zu der Thüringer Band sind frappant. Oder liegt es am Genre an für sich? Für dieses wirklich gelungene Album muss man allerdings ein starkes Nervenkostüm haben und darf nicht so leicht in Depressionen verfallen. Hier haben wir zu Eisregen eine echte Konkurrenz gefunden. Nur indiziert werden ihre Alben nicht, denn es geht mehr um nordische Erzählungen als um blutrünstige Geschichten. Übrigens: Von "Melodic" ist hier keinerlei Spur zu finden. Das ist knallharter Black Metal. Respekt!

Anspieltipps:
 "Christenmord", "Blutnebel", "Krieger des Nordens" und "Nebel der Zeit".

Titel-Liste:
 
  1. Flammen des Zorns
  2. Christenmord
  3. Blutnebel
  4. Der Tod sei euer Lohn
  5. Krieger des Nordens
  6. Wintertroll
  7. Geheimnis des Stahls
  8. Nebel der Zeit
  9. Dunkle Seele
  10. Ruf der Runen

Laufzeit:
 47:15 Min.

Band-Infos:
 
  • www.myspace.com/blutnebelband 


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