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Review: The Bones
 
BURNOUT BOULEVARD

Album:
 BURNOUT BOULEVARD, 2007, Century Media

Stil:
 Rock'n'Roll, Punk Rock

Wertung:
 6 von 7
6 von 7 Punkten
 M.W., 09.11.2007

Review:
 Die schwedische Punk Rock-Band stieg mit ihrem aktuellen neuen Album BURNOUT BOULEVARD bereits in die deutschen Charts ein. Zudem starteten die Nordlichter kürzlich ihre Deutschland-Tournee zur Platte.

Als Opener präsentiert sich "Mighty Touchdown". Zuerst sehr zurückhaltend bricht nach einigen Sekunden bereits schwungvoller Punk durch. Die Melodien sind eingängig und bleiben hängen. Der zweistimmige Gesang weiß zu gefallen. Der Anfang des Silberlings macht Lust auf mehr. Auch das Gitarrensolo überzeugt mit ungewöhnlicher Melodieführung.
"Flatline Fever" schließt sich im gleichen Tempo an. Die Grundmelodie ist etwas abgehackter. Auch die Vocals sind wesentlich rauchiger als zuvor und auch Geschrei fehlt hier nicht. Wieder Ohrwurmcharakter und Gitarrensolo. Die Schweden gehen hier richtig ab!
Und noch eine Portion Punk gibt's bei "She hates me (Yeah Yeah Yeah)" auf die Ohren. Die Jungs aus dem hohen Norden klingen ein bisschen wie The Offspring, aber die Vocals sind bei The Bones markanter und rauer. Leider ist dieser Track mit 1:50 Minuten etwas kurz ausgefallen.
"Stuck in the Mud" schlägt ein wenig härtere Töne an. Die Füße wippen automatisch mit und der Beat zieht einem die Socken dabei aus. Der Rhythmus gleicht dem Galoppieren eines Pferdes durch die Prärie. Insgesamt ist der Aufbau dieses Beitrags aber recht durchschaubar und auch der Break ist nicht gerade sehr innovativ.
Bei "Not my Kind" wird das Tempo verdoppelt. Das ist sehr überraschend, man ist nicht darauf vorbereitet. Das Intro ist gut gelungen, eine Frauenstimme spricht. Dieser Track wirkt auf dem Album so wie "St. Jimmy" auf Green Day's AMERICAN IDIOT.
Weiter geht es in gemächlicherem Tempo. Die Gitarre gibt hier vor allem das Tempo an. Schnelle Anschläge kombiniert der Band mit recht zügigem Drumming, aber einigermaßen gesetztem Gesang. Sowohl die Melodie- als auch die Gesangslinien sind richtig punkig und nicht zu verachten. Nach dem Opener mein zweiter Favorit auf den besten Song dieses Albums. Auch die Background-Shouts bringen noch eine zusätzliche Facette bei "Straight Flush Ghetto" ein.
"Sealed with a Fist" setzt auch wieder auf Geschwindigkeit. Von Anfang an ist aber auch hier wieder der weitere Verlauf des Tracks vorhersehbar. Trotzdem kann er überzeugen, was unter anderem an dem guten integrierten Gitarrensolo liegt.
Song # 8 nennt sich "Dead Weight" und schließt sich dem gleichen Tempo wie sein Vorgänger an. Es ist ab jetzt etwas schwierig den Songs zu folgen, da die Geschwindigkeit fast ununterbrochen auf einem sehr hohen Level gehalten wird. Die Lyrics sind zwar nicht unbedingt schwierig und anspruchsvoll aber sehr schnell vorgetragen. Der Song macht aber auf jeden Fall Laune, auch wenn das Gitarrensolo dem aus "Sealed with a Fist" ähnelt. Besonders die Vocals heben sich hier ab.
Wieder wird erst ein Gesprächsfetzen einer männlichen Stimme eingespielt, bevor der Song richtig loslegt. "Ain't Life a Mother Fucker" basiert auf relativ hektischen Schlagzeug, aber gemäßigten Gitarrenriffs. Hier ist der Songaufbau etwas umkomplizierter und klarer strukturiert, was dem Hörer eine kurze Verschnaufpause gönnt. Man achte hier besonders auf den Text, der teilweise wirklich interessante Ansichten rüberbringt.
"Unpredictable" ist kein Song, der von Britney Spears stammt, auch wenn der Titel da vermuten lässt. Ohne die Vocals könnte der Track auch von My Chemical Romance's ersten Album stammen. Viel Neues kommt hier nicht zum Vorschein. Ist aber auch nicht tragisch. Mit "Unpredictable" ist ein guter Füllsong auf dem Album vertreten, dessen Gitarrensolo aber sehr hörenswert ist. Das Outro ist ungewohnt, aber cool.
Mit "Destination X" kommen wir zum kürzesten Beitrag mit 1:40 Minuten Spielzeit. Durch das hoch angesetzte Tempo verfliegt der Song quasi doppelt so schnell. Der Text trägt nicht unbedingt zur großen Weiterentwicklung des Albums bei, sondern ist einfach nur da.
Verschnörkelte Gitarrenmelodien laden ein zum "Black Day Boogie". Der Sänger spricht hierbei den Hörer direkt an. Die Story der Lyrics und gut mit der instrumentellen Führung verknüpft. An einem schlechten Tag bringt der Track garantiert die gute Laune zurück. Auch einer meiner Favoriten auf BURNOUT BOULEVARD.
"Too many Miles" stimmen auch fröhlich und laden ein zum Party machen. Die Lyrics klingen zunächst etwas melancholisch, weil das lyrische Ich etwas niederschlagen auf sein bisheriges Leben zurückblickt und ein klaffendes Loch bemerkt an der Stelle, wo die Person, die ihm am meisten bedeutet fehlt. Es bittet seine Liebste wiederzukommen, weil ihn die Einsamkeit erstickt in der Hoffnung, dass sie ebenso fühlt. Klingt jetzt vielleicht kitschig die Story, ist aber nicht so abgekaut rübergebracht wie man befürchten könnte.
"Fools Vacation" ist wieder nicht zu bremsen und legt direkt los - von Null auf Zweihundert. Sowohl die Instrumente als auch der Gesang überschlagen sich teilweise fast. Auch wenn's Punk ist darf man nicht übertreiben. Hier kratzen The Bones grad an der Grenze, besinnen sich aber doch darauf, den Song nicht zu wild zu gestalten. Die Strophe hilft kurz Luft zu holen. Es ist auch nur möglichen diesen Track im Wechselgesang live zu performen, das scheinen auch The Bones festgestellt zu haben.
Wieder ein Intro mit eingeblendeten Gesprächsfetzen vor dem Intro. "Fit in my Skin" gibt punkmäßig noch einmal alles. Die Geschwindigkeit ein bisschen zurückgefahren singen die Schweden "I gotta leave, I gotta go" bzw. "You gotta leave, you gotta go". Passt ja zum Outro. Beim Gitarrensolo sollte man sich einfach entspannt zurück lehnen und die letzten Sekunden schwedischen Punk genießen.

Fazit: Das Album BURNOUT BOUKEVARD ist sehr darauf fixiert, das Tempo durch alle Tracks des Albums hindurch auf einem sehr hohen Niveau zu halten. Das gelingt ihnen auch in abwechslungsreicher Art und Weise. Ab und an ist es dann aber doch anstrengend, den ganzen Songs noch folgen zu können. Das liegt daran, dass manche nach echter Punk-Manier wirklich noch nicht einmal zwei Minuten Spiellänge aufweisen. The Bones präsentieren hier echten Punk mit guten Lyrics und vor allen Dingen gut integrierten Gitarrensoli, die auch nicht anöden, wenn in jedem zweiten Lied eins vorhanden ist.

Anspieltipp:
 "Mighty Touchdown", "Straight Flush Ghetto", "Black Day Boogie"

Titel-Liste:
 
  1. Mighty Touchdown
  2. Flatline Fever
  3. She hates me (Yeah Yeah Yeah!)
  4. Stuck in the Mud
  5. Not my Kind
  6. Straight Flush Ghetto
  7. Sealed with a Fist
  8. Dead Weight
  9. Ain't Life a Mother Fucker
  10. Unpredictable
  11. Destination X
  12. Black Day Boogie
  13. Too many Miles
  14. Fools Vacation
  15. Fit in my Skin

Laufzeit:
 39:24 Min.


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