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Review: Brainstorm
 
LIQUID MONSTER

Album:
 LIQUID MONSTER, 2005, Metal Blade

Stil:
 Power Metal

Wertung:
 6 von 7
6 von 7 Punkten
 U.B., 24.11.2007

Review:
 Heute gehörte ich zu den bedauernswerten Geschöpfen die ein Jahr älter wurden. Den jüngeren Leuten hier im Forum mag so ein Geburtstag zwar positiv erscheinen, aber da bei mir der Ärger über das fortgeschrittene Alter die Freude über Geschenke schon lange überwiegt, möge man mir meine begrenzte Begeisterungsfähigkeit in dieser Hinsicht verzeihen. Eine Handvoll Unerschrockener hatten es sogar bis in die Höhle des Löwen, gewagt um mir in dieser schweren Stunde beizustehen.
Was soll ich sagen, den heiß ersehnten Gutschein über drei Nächte mit Nicole Kidmann habe ich zwar nicht bekommen, (anscheinend gab es den nicht bei E-Bay und ich dachte die haben alles) aber neben mehr oder weniger (eher weniger) nützlichen Sachen schenkte mir ein netter Zeitgenosse eine CD, von Brainstorm die Liquid Monster, als Limited Edition mit Bonus DVD. Die Soul Temptation von Brainstorm gehört schon lange zu den Scheiben die regelmäßig in meinem Player Karussell fahren. Daher habe ich mich nicht lumpen lassen und den Player nicht, wie meine Gäste mit Kuchen, sondern mit der Liquid Monster gefüttert. Das der Lautstärkeregler sehr weit rechts stand ist eigentlich selbstverständlich.

Was dann aus den Boxen rollte ließ meinen Kummer über den nicht erhaltenen Gutschein sofort vergessen. Was für ein Metal Brett! Power Metal At It's Very Best. Hurrah mein Geburtstag war gerettet. Direkt der erste Song "Worlds are coming through" sorgte mit harten Riffs und herrlich wummerndem Schlagzeug für gehobene Stimmung. Dank potentem Verstärker auf Neudeutsch auch Amplifier genannt, war eine Unterhaltung allerdings nicht mehr ohne weiteres möglich. Jetzt weiß ich auch wozu Zeichensprache da ist.
Beim zweiten Song "Inside the Monster" der von einem wahren Drum Gewitter eingeläutet wird, hatten wir alle schon zwei Glas Sekt intus. Brainstorm sei Dank ging mein Rülpser (ich trink sonst nicht so eine Sprudelbrause) in dem genialen Chorus völlig unter. Wofür Metal alles gut ist! Mann diese Gitarren, genial.
Als Song Nummer drei "All those Words" etwas verhalten begann, rief ein Freund etwas von: "Vielleicht etwas leiser..." zu. Der Rest ging allerdings im aufbrandenden Power Metal Sturm unter. Toller mehrstimmiger Gesang, sägende Gitarren und die super Stimme von Andy Franck hatten inzwischen so ein Leuchten in meine Augen gezaubert, dass es auch nach dem Auspusten der Geburtstagskuchenkerzen (viel zu viele), nicht dunkel im Zimmer wurde.
Die Textstelle Right Between The Eyes im Song "Liveline" habe ich dann aber nicht wörtlich genommen und mir die Kuchengabel doch lieber ein Stück tiefer, in den Mund geschoben.
Beim nächsten Lied "My invisible Enemy" einem flotten Metal Stampfer, hatte auch der sonst nur Volksmusik hörende Teil meiner Gäste den Vorteil von Power Metal bemerkt, man braucht wegen der starken Soundvibrations den Kaffee nicht umzurühren, das geht von selbst.
Bei der wundervollen Power Ballade "Heavenly" jagte mir eine Gänsehaut nach der anderen den Rücken runter. Andys Stimme ist überragend, einfach nur geil. Heavenly Home Of My Dreams, die Stelle passt perfekt. Nach Gitarrensolo in der Mitte wird wieder kräftig gerifft bevor der Song gefühlvoll ausklingt.
Bei "Painside" der folgenden Nummer konnte ich einfach nicht mehr stillsitzen. Wahnsinn wie viel Power in diesem Midtempo Song steckt. Vielleicht war es keine so gute Idee Kuchengabel und Kaffeelöffel als Pro Mark Stick Ersatz umzufunktionieren und headbangend auf mein Stück Kuchen zu drummen. Meine Nachbarin hatte, von mir unbemerkt, einen großen Schlag Sahne auf meinen Kirschkuchen gepackt. Was soll ich sagen, der Kuchen zeigte sich von meinen entfesselten Schlagzeugkünsten etwas aus der Form geraten, schlimmer war aber die Tatsache, dass besagte Sahne in nicht unerheblicher Menge auf ihre rote Seidenbluse gespritzt war, was ihr das Aussehen eines großen Fliegenpilzes verlieh. Frauen können was ihre Klamotten betrifft aber auch so was von kleinlich sein.
"Mask of Life" ließ mich dieses, zugegebenermaßen kleine Missgeschick, aber rasch vergessen. So muss Power Metal klingen dann klappts auch mit der Nachbarin. Sollte man meinen. Die war aber immer noch sauer und hatte kein Ohr für diesen einmaligen Song. Ich kann Andy nicht genug loben. Aber auch der Rest von Brainstorm läuft hier zu absoluter Höchstform auf.
Ich war echt gespannt, ob Brainstorm dieses Wahnsinnsniveau bis zum Schluss durchhalten. Sie können! "Even higher" setzt den Höhenflug nahtlos fort. Melodisch aber mit gewaltigem Bums.
Ein Teil meiner Gäste hatte beim letzten Song "Burns my Soul" so eine ungesunde Gesichtsfarbe. Keine Ahnung wovon, der Kuchen war ganz frisch und die Mucke vom Allerfeinsten. Die Nummer marschiert gut nach vorn, klasse Riffing, legt zur Mitte eine ruhige Passage ein bevor Drums und Gitarren in perfektem Zusammenspiel nochmals aus dem Vollen schöpfen.

Fazit: Ein Power Metal Album der Spitzenklasse, nicht ein einziger Ausfall, nur Knaller.
Logo, nachdem die CD rum war habe ich sofort die DVD eingelegt, aber ein Teil der Gäste hatte es sehr eilig und hat was von Weihnachtsvorbereitungen und wenig Zeit gemurmelt. Aber ich bin sicher, dieser Geburtstag wird ihnen noch lange in Erinnerung bleiben und es würde mich nicht wundern, wenn in dieser Gegend die Liquid Monster am Montag ausverkauft ist.
Nun, da ich die Liquid Monster ja schon habe und eine ähnlich gute Scheibe nicht in Sicht ist, wäre es doch schön wenn ich in einem Jahr ….den Gutschein…. Also ich würde mich schon freuen.

Titel-Liste:
 
  1. Worlds are
  2. Comin trough
  3. Inside the Monster
  4. All those Words
  5. Lifeline
  6. Invisible Enemy
  7. Heavenly
  8. Painside
  9. Despair to drown
  10. Mask of Life
  11. Even higher
  12. Burns my Soul

Laufzeit:
 51:21 Min.


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