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Review: Burn |
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Album:
| | GLOBAL WARNING, 2008, Formula One |
Stil:
Wertung:
| |  5,5 von 7 Punkten | | S.M., 15.02.2008 |
Review:
| | Die britische Band Burn gibt es schon seit 1991. Zwei Jahre später veröffentlichten sie ihr Debüt SO FAR SO GOOD und 1995 das Zweitwerk SPARK TO A FLAME. Gerade als sie sich an den Arbeiten zu ihrem dritten Album befanden, starb ihr Drummer Karl Bee durch einen Motorradunfall. Diese Tragödie warf seine Kollegen aus der Bahn, und als auch noch Gitarrist Rab Devenney die Klampfe an den Nagel hängte, ruhten die Band-Aktivitäten für längere Zeit. Erst Ende 2006 fand man sich in teilweise neuer Formation wieder zusammen um endlich das Drittwerk in Angriff zu nehmen. Dieses liegt uns unter dem Namen GLOBAL WARNING nun vor.
Mit "Burn" verbindet man ganz automatisch seelige Deep Purple-Zeiten, als sich 1974 David Coverdale und Glenn Hughes das gesangliche Erbe von Ian Gillan teilten. Offenbar spiegelte sich eine gewisse Verehrung dieser Purple-Ära auch bei der Namensfindung von Burn wieder, und so ist es nicht verwunderlich, dass man in den Stücken der Band Anleihen von Coverdales Whitesnake und auch Spuren von Hughes´ bluesigen Solowerken wiederfindet. Aber auch Einflüsse von Rainbow, Gary Moore und noch einiger anderer fließen in die Musik ein.
Man kann jetzt aber nicht zwanghaft jeden Song oder jede Phase eines Stückes einem bestimmten Einfluss zuordnen. Vielmehr fließen diese Anleihen dezent ein und werden dabei mit eigenständigem Schaffen vermischt.
"Shadow of the Satellites" beginnt mit Heavy-Gitarrenriff, dass sich wie ein roter Faden durch den Song zieht, und Retro-Orgel-Untermalung. Hier wird eine schöne Symbiose zwischen modernem Hard Rock und Frühachtziger-Blues-Rock geschaffen. Sehr passend ist Jeff Ogdens Stimme, die für mich wie ein Mix aus jungem Coverdale und unverbrauchtem Dio klingt. Also ebenso ausdrucksstark wie bluesig, dabei aber mit einem melodischen Timbre, das besonders in den Refrains sehr gut zur Geltung kommt.
Ähnlich strukturiert beginnt "Dangerous Times". Die Gitarren bringen die härteren Aspekte in das Stück ein, während das Keyboard die Wurzeln aus dem Rock der 70er/80er einwirft. Der Aufbau ist sehr gelungen und die Hookline wird zielstrebig auf den bluesigen Refrain hingeführt. Auch das Lead-Solo ist sehr gelungen.
"Forgive me" ist eine Halbballade mit sehr emotionalem Höhepunkt. Abgesehen vom ziemlich unterschiedlichen Gesang, erinnert mich dieser Track an eine bessere Bon-Jovi-Nummer.
Nach einem dynamischen Auftakt entwickelt sich "Down in Flames" erst relativ verhalten. Doch sobald auch hier die Gitarren wieder die Hook übernehmen, geht es äußerst druckvoll zu Werke. Auf einen eingängigen Höhepunkt wird bei diesem Song keinen Wert gelegt, viel mehr scheint der Band diesmal das musikalische Ausdrücken von Emotionen wichtig zu sein.
"Meltdown" ist deutlich rifforientiert, wobei mich die Einleitung stark an Def Leppards "Mirror, Mirror" erinnert. Der eingängige Höhepunkt ist aber durch Ogdens ausdrucksstarken Gesang Melodic Hard Rock pur. Sehr interessant ist ein Keyboard-Soli, dass die Gitarrenpower auflockert.
Bei "Made that Way" geht es wieder gemäßigter zu Werke. Bluesiger Hard Rock mit schönem Refrain.
Bei dem balladenhaften Blues-Rocker "Pray for Rain" kann Ogden hervorragend das Volumen seiner Stimme ausspielen. Der ebenso melodische wie intensive Refrain ist das bisherige Glanzstück des Albums. Das instrumentale intermezzo mit Piano und emotionalen sypmhonischen Arrangements ist allererste Sahne.
"In another Lifetime" kommt im Gegensatz dazu wieder kraftvoller und gitarrendominierter. Lediglich die Retro-Orgel-Untermalung nimmt ein bisschen Druck raus und lässt Erinnerungen an Whitesnakes Hochzeiten aufkommen. Der Refrain ist nicht so stark, wie bei anderen Songs zuvor. Im Lead-Solo wird mit einigen exotischen Einwürfen experimentiert.
Ein bisschen irritiert mich dann ein kompletter Rhythmuswechsel, bis ich erkenne, dass ohne Zwischenpause Track 9 " Weight of Expectation " begonnen hat. Es handelt sich dabei um einen Melodic-Hard-Rock-Song mit sehr schönem, harmonischem Refrain und dem unbestreitbaren Beweis, dass Burn auch eigene Innovationen haben.
"I don´t mind" ist ein relativ simpel strukturierter Rocksong, der ein wenig aus dem ansonsten hohen Albumstandard fällt. Hier kann selbst der gesangliche Höhepunkt nicht glänzen und das Gitarrenspiel ist bisweilen etwas disharmonisch.
Mit "Give me Tonight" beenden Burn das Album dann aber wieder ersklassig. Die starke Ballade überzeugt durch die Melodie und ist ungeheuer emotional.
Fazit: Im Frühjahr 2008 häufen sich anscheinend die Hard Rock-Highlights. GLOBAL WARNING ist ein weiteres, dass ich nur empfehlen kann. Bis auf einen einzigen Aussetzer, gibt es nichts zu meckern. Sämtliche Musiker verstehen ihr Handwerk und die ausdrucksstarke Stimme passt zum Stil, wie die oft beschrieene Faust aufs Auge.
Ich hoffe, dass Burn sich bis zum nächsten Album nicht wieder eine solch lange Auszeit nehmen müssen. Das Potential zu einem High Class-Act des bluesig angehauchten Hard Rock ist nämlich da. |
Anspieltipps:
| | "Made that Way", "Pray for Rain" und "Weight of Expectation". |
Tipp:
| | Wer auf Deep Purple, deren zahlreiche Split-Offs oder einfach guten Hard Rock steht, sollte unbedingt eine Hörprobe machen. |
Titel-Liste:
| | - Shadow of the Satellites
- Dangerous Times
- Forgive me
- Down in Flames
- Meltdown
- Made that Way
- Pray for Rain
- In another Lifetime
- Weight of Expectation
- I don't mind
- Give me Tonight
|
Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.burn.uk.com  |
Probehören und Kaufen:
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