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Review: Burning Motors
 
CRUMBLE!

Album:
 CRUMBLE!, 2008, Boiling Records

Stil:
 Nu Metal, Crossover, Industrial Metal

Wertung:
 4,5 von 7
4,5 von 7 Punkten
 M.U., 16.07.2008

Review:
 Im Osten unserer Republik scheint man ja musikalisch sehr fleißig zu sein. Innerhalb der letzten Wochen sind Burning Motors nun schon die vierte ostdeutsche Band. Diesmal aus Dresden, Bundesland Sachsen. Im Vergleich zu ihren Kollegen (Tonkraft, Eisregen, Loco) singen sie auf englisch. Die junge, vierköpfige Band wurde 2005 gegründet und sorgten schon mit ihrer 2006 erschienen Demoscheibe für Aufsehen. 2007 unterschreiben sie einen Plattenvertrag bei Boiling Records in Halle/Saale und mit CRUMBLE! veröffentlichen sie ihr erstes Album in voller Länge. Das CD Cover einnert einen ein bisschen Andy Warhol, so in Richtung Art Déco gehend.

Ohne Umschweife geht man das Projekt an. "Am I from Hell". Heftiger Schlagzeugeinsatz untermalt von ebenso heftigen Gitarrenklängen bilden den Anfang. Der schwerfällige Gesang, der einem hier schon markant auffällt, wird uns nachfolgend durch das gesamte Album begleiten.
Mit "Trip of Death" geht er weiter. Sehr rockig zu Beginn und mit einprägsamen Gitarrenriffs untermalt. Zur Mitte hin gibt es sogar einen beachtliches Gitarrensolo. Der Song rockt wirklich gut ab und nimmt einen in seinen Rhythmus sofort auf. Es wird nicht leicht sein, ihn aus dem Kopf zu bekommen.
Schräg geht es mit "Ladykiller" weiter. Die leicht schrubbenden Gitarren setzen sich musikalisch leicht von den Vorgängern ab, es geht ein wenig in Richtung Punk. Der schon zu Anfang auffallende Gitarrenriff zieht sich wie ein roter Faden durch den ganzen Song. Irgendwie erinnert er einen an den Song GOD SAVE THE QUEEN von den Sex Pistols.
"Big Balls" beginnt leicht spacig und klingt nach Maultrommel. Jazzige Klänge gehen sofort in in einen tiefen, sehr depressiven und schwerfälligen Sound über. Wie Honig klebt der Song im Ohr. Dieser dumpfen und zähen Weise bleibt der Song über seine ganze Länge treu. Und mit fast neun Minuten ist dieser wirklich lang. Hoffentlich ist der Titel nicht eine Anspielung auf gewisse Teile des männlichen Körpers.
Fetziger geht es mit "Native Rockdude" weiter. Einprägsame Gitarrenriffs wechseln sich mit dem hervorstechenden Bass ab. Hier wird man zu ersten so richtig an den Gesang von Glenn Danzig erinnert. Auch wenn es immer noch schwerfällig daher kommt, ist er doch wesentlich angenehmer anzuhören, weil er eben auch von rockigen Passagen lebt.
Schon fast in Richtung Death und Doom beginnt "Suicide Dreams". Schwer, depressiv und denooch mit einem gewissen Groove. Zur Mitte hin wird der Song schneller und rockiger. Richtig tolle Rockmusik erwartet einen hier. Zum Ende hin wird er jedoch wieder langsamer und stampft wie ein alter Ozeanriese durch die musikalischen Gewässer.
Phsychodelisch angehaucht fängt "Crystal Balls" an. Der treibende Gitarrenklang ist sehr dominant. Ansonsten hält man sich eher strickt an die Machart der Vorgängersongs.
Mit "Demon's Choir" kommt schon der vorletzte Song zu Gehör. Dieser wird mit einem Basssolo eingeleitet, unterstützt von der Gitarre und einem fetzigen Schlagzeug. Vielmehr kann man zu diesem Song nicht anmerken.
Der letzte Song "Land of Green" ist mit knapp 20 Minuten ein wahres musikalisches Monster. Schwere, tiefe Gitarrenklänge leiten den Song ein. Gesanglich und musikalisch bewegt man sich hart auf der Linie von Glenn Danzig. Genauso düster, genauso schwerfällig, genauso depressiv. Da ist man richtig froh, dass nach ein paar Minuten versöhnlichere, fröhlichere und heitere Klänge zu vernehmen sind. Doch irgendwann wird es zu improvisatorisch.

Fazit: Mit ihrem Debüt-Album wissen die vier Dresdner ganz gut zu überzeugen, auch wenn die musikalische Stilrichtung nicht so ganz erkennbar ist. Man experimentiert mit zu vielen Stilelementen, was dazu führt, dass man keine klare Linie erkennt. In manchen Phasen klingen sie wie Glenn Danzig, nur nicht ganz so depressiv. Auf der anderen Seite spielen sie wieder sehr rockig, was manchmal an ältere Bands erinnert. Phasenweise klingt dieses Album leider ein bisschen zu monoton. An das Niveau der "Kollegen" kommen sie nicht ganz heran. Aber es sind sehr gute Ansätze erkennbar und man sollte auch nicht vergessen, dass die Band noch sehr jung ist und noch viele Möglichkeiten haben, sich zu entwickeln.

Besonders auffallend ist, dass sich die CD "preisgibt", so dass man beispielsweise in WinAmp oder iTunes gleich die Trackliste mit den zugehörigen Informationen vorfindet. Das ist heutzutage selten. Auch ihre Webseite macht einen guten Eindruck.

Anspieltipps:
 "Trip of Death", "Ladykiller", "Big Balls" und "Demon's Choir" sind besonders hervorzuheben. Eigentlich sind aber alle Lieder gut.

Tipp:
 Einfach 'mal die Scheibe anhören. Falsch machen kann man da wenig.

Titel-Liste:
 
  1. Am I from Hell
  2. Trip of Death
  3. Ladykiller
  4. Big Balls
  5. Native Rockdude
  6. Suicide Dreams
  7. Crystal Balls
  8. Demon's Choir
  9. Land of Green

Laufzeit:
 62:01 Min.

Band-Infos:
 
  • www.burning-motors.de 


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