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Review: Burning Point
 
EMPYRE

Album:
 EMPYRE, 2009, Metal Heaven

Stil:
 Power Metal, Melodic Metal

Wertung:
 6,5 von 7
6,5 von 7 Punkten
 J.G., 18.01.2009

Review:
 Manchmal bedarf es erst einiger Durchläufe, bis ein Album zünden will. Im Fall des neuen Albums der Finnen um Pete Ahonen, dem Mastermind von Burning Point, war ich deshalb etwas überrascht, dass ich erst drei Versuche gebraucht habe - zugegeben im Nachhinein absolut unverständlich. Wenn ich da zurück denke an die Werke FEEDING THE FLAMES (2003) unserem damaligen Tipp des Monats im Februar 2003 oder an BURNED DOWN THE ENEMY von 2007, war der Fall schnell klar. Von der ersten bis zur letzten Rille hagelte es melodischen Power Metal und mit dem Song "Heart of Gold" hatte man es auf dem letzten Album sogar zu einem radiotauglichen Ohrwurm geschafft.
Geändert hat sich schließlich nicht wirklich Großes. Der bisherige Keyboarder Jussi Ontero übernahm nach dem Ausstieg von Drummer Jari Kaiponen nun dauerhaft die Schlagstöcke, nachdem er bereits beim letzten Album die Hälfte der Songs eingespielt hatte. Als neuer Keyboarder stößt Pasi Hiltula zur Truppe.
Halt, eines hat sich doch geändert und das betrifft das Songwriting. Hatte früher Pete nahezu alle Songs selbst geschrieben, so wurden diesmal alle Songs gemeinsam erarbeitet. Das hat der Abwechslung sicherlich gut getan und war vermutlich auch der Grund für mein verzögertes Anfreunden. Aber genug der Vorgeschichte...

...denn mit Glockenspiel als "Intro", das alsbald von der Gitarren-Fraktion fortgeführt wird, ist der Einstieg fast etwas zu lieblich.
Diesen ersten Eindruck wischt der nachfolgende Titelsong "Empyre" schnell vom Tisch. Burning Point-typische Killer-Riffs und eine gnadenlos nach vorne marschierende Rhythmusfraktion kürt der Frontmann Pete mit seinem charakteristischen Gesang. Der Refrain geht dabei sofort ins Ohr und auch die Gitarren mit ihren Soli geben ihr Bestes, damit man sich gerne an sie erinnert. Nach vier Minuten kann breakbedingt kurz Atem holen bevor die Schlussrunde eingeläutet wird.
Wer auf ein zweites "Heart of Gold" spekuliert, könnte in "Manic Merry-Go-Round" einen würdigen Nachfolger finden. Auch wenn der Start ziemlich heavy wirkt, ist spätestens beim Refrain klar, dieser Song besitzt trotz einiger Ecken und Kanten durchaus Radiotauglichkeit und macht es zur Pflicht im Takt mitzunicken.
Hohes Tempo unterstützt mit massivem Double-Bass und flotter Gitarrenarbeit, zeichnen "Face the Truth" aus. Hier wird geshreddert was das Zeug hält, ohne dabei auf Melodic zu verzichten. Besonders das Highspeed-Solo zeigt, dass Burning Point immer noch nicht dem Speed Metal der 80er abgeschworen haben.
Danach kommen mit der Halbballade "Fool`s Parade" und der gefühlvollen waschechten Ballade "Was it Me" auch die Liebhaber der gemäßigten Songs auf ihre Kosten. Ein langsam getanzter Blues ist hier ebenso angesagt, wie eine Runde kuscheln mit dem Partner. Wer nichts von beiden "greifbar" hat, der muss eben ein paar Minuten mit den Bierglas vorlieb nehmen.
Noch ein Nachschlag? Nein, auch wenn "Walls of Stone" zunächst balladesk beginnt, mausert er sich schnell zu einem melodisch groovenden Mid-Tempo-Stampfer, dem es jedoch bis auf die Gitarren-Soli etwas an Farbe fehlt.
Schluss mit dem Verschnaufen! Das Double-Bass-Intro macht schnell klar, mit "Sacrifice" geht es wieder deutlich schneller und härter zur Sache. Das gilt jedoch weniger für den Refrain, der sich einmal mehr mit seinem melodischen Anstrich auf Ohrenschmeichelkurs bewegt.
"Cruel World" mag mit seinen akustischen Gitarren vielleicht unspektakulär beginnen, zeigt jedoch in seinem Verlauf einen überaus abwechslungsreichen Takt und eine variable Schlagzeugarbeit. Die Gitarren-Riffs und der gewohnt melodische Refrain sind dabei eher üblicher Standard.
Für die Schlussrunde wird dann nochmals richtig Gas gegeben. Das abwechslungs- und temporeiche "Blinded by the Darkness" macht es leicht, ebenso wie das treibende und abschließende "Only the Wrong will Survive", der Scheibe gleich einen weiteren Durchlauf zu spendieren. Und genau so soll es doch auch sein, oder?

Fazit: Auch wenn diesmal die radiotaugliche Hitdichte überschaubar ist, ändert dies nichts an der Tatsache, dass es Burning Point geschafft haben, ihre Qualitäten weiter auszubauen. Egal ob Up-Tempo oder Ballade gibt es nichts auszusetzen und eingängige Refrains sorgen haufenweise für Langzeitwirkung. Auch wenn von der anfänglichen Besetzung nur der Bandchef Pete Ahonen selbst übrig geblieben ist, so hat es sich für ihn ausgezahlt, an seine Band und deren Potenzial zu glauben. Besonders die Entscheidung, die ganze Band am Songwriting teilhaben zu lassen, hat letztendlich für mehr Abwechslung und Frische gesorgt.
Wer jetzt wieder das Haar in der Suppe suchen möchte, der wird natürlich sofort auf Cover-Versionen schimpfen. Aber warum? Dürfen Musiker nicht ihren Vorbildern huldigen? Immerhin sind 11 der 15 Titel eigene Werke, also Ruhe bitte! Ich habe sie aber nicht deshalb übergangen, sondern weil sie mir nicht vorlagen.

Anspieltipps:
 "Empyre", das radiotaugliche "Manic Merry-Go-Round", das flotte "Face the Truth", die Ballade "Was it Me" und das treibende "Sacrifice".

Tipp:
 Alle, die sich melodischen Power Metal nicht aus ihrer heimischen Stereo-Anlage wegdenken können, die sollten unbedingt hier zugreifen, Fans tun es sowieso!

Titel-Liste:
 
  1. Intro (The Godfather theme)
  2. Empyre
  3. Manic Merry-Go-Round
  4. Face the Truth
  5. Fool`s Parade
  6. Was it Me
  7. Walls of Stone
  8. Sacrifice
  9. Cruel World
  10. Blinded by the Darkness
  11. Only the Wrong will Survive
  12. I'll be Yours (Cover: Kirka)
    - - - Ltd. Ed. - - -
  13. Gods of Iron (Cover: Running Wild)
  14. Nuclear Skies (Cover: The Rods)
  15. Let Go (Cover: Q5s)

Laufzeit:
 46:01 Min. (ohne Coverversionen)

Probehören und Kaufen:
Burning Point: EMPYRE

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